Fußball

Carsten Pröpper: Plötzlich hat er Pipi in den Augen

Carsten Pröpper glaubt momentan nicht daran, dass er noch einmal als Sportfunktionär tätig sein wird. Foto: Imago/Weckelmann
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Carsten Pröpper glaubt momentan nicht daran, dass er noch einmal als Sportfunktionär tätig sein wird.
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Der frühere Mittelfeldstar des FCR erinnert sich an den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga.

Von Andreas Dach

Vor 30 Jahren nahm der FC Remscheid auf dem Weg in die 2. Fußball-Bundesliga gerade Fahrt auf. Ist Ihnen das überhaupt bewusst, dass diese erfolgreiche Zeit schon drei Jahrzehnte zurückliegt?

Carsten Pröpper: Ich gebe zu, dass ich das nicht auf dem Schirm hatte. So lange ist das schon her?

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an die damalige Zeit zurückdenken?

Pröpper: In erster Linie, dass es bei den begrenzten Möglichkeiten, die wir in Remscheid hatten, eine große Leistung war. Bei uns gab es im besten Fall ein Halbprofitum, die meisten haben noch gearbeitet. Wir haben bei Wind und Wetter auf dem Aschenplatz hinter der Tribüne des Röntgen-Stadions trainiert.

Welche Gründe haben Ihrer Meinung nach letztlich den Ausschlag gegeben?

Pröpper: Wir waren eine verschworene Gemeinschaft – das war ganz wichtig. Wir waren ja keine Übermannschaft, aber wir hatten gute Charaktere in der Truppe.

Das Trainergespann dürfte auch einen großen Teil zum späteren Aufstieg beigetragen haben.

Pröpper: Mir schießt gerade ein bisschen Pipi in die Augen, wenn ich daran denke, dass Detlef Pirsig und Friedhelm Vos inzwischen schon nicht mehr leben. Sie haben mit ihrer ruhigen Art Optimales aus uns herausgeholt.

Gibt es Spiele, die besonders in Ihrem Gedächtnis haften geblieben sind?

Pröpper: Dies ist sicherlich am meisten die Aufstiegsrunde gewesen. Da bin ich auch persönlich relativ erfolgreich gewesen. Wenn ich mich recht erinnere, sind mir acht Tore in acht Begegnungen gelungen. Und wir haben nicht eine einzige Partie verloren.

Besondere Kracher waren die Spiele gegen den VfL Wolfsburg.

Pröpper: Die waren herausragend. Auswärts haben wir 2:2 gespielt, daheim später ein 2:0 folgen lassen.

Inzwischen steht der VfL Wolfsburg auf einem Champions-League-Platz, und der FC Remscheid spielt in der Landesliga.

Pröpper: Das kann man doch beim besten Willen nicht vergleichen. Beim VfL steht ein Konzern dahinter, da sind die Möglichkeiten ganz andere. Insofern macht es wirklich keinen Sinn, einen solchen Vergleich heranzuziehen.

Nach rund 30 Jahren: Gibt es noch Kontakt zu Protagonisten von damals?

Pröpper: Mit Pitti Callea bin ich regelmäßig im Austausch, hin und wieder auch mit Martin Schiermoch.

Sieht man Carsten Pröpper noch einigermaßen regelmäßig als Zuschauer auf Fußballplätzen?

Pröpper: Im Augenblick ist das ja leider nicht möglich. Aber wenn es wieder normale Bedingungen gibt, werde ich sicherlich hin und wieder mal irgendwo anzutreffen sein. In Wülfrath – weil ich da wohne. Bestimmt auch mal beim Wuppertaler SV. Ein Bezug ist an vielen Stellen noch gegeben.

Haben Sie vor, noch mal bei einem Verein auf Funktionärsebene einzusteigen?

Pröpper: Ich habe das nicht vor – ich werde ja auch nicht jünger. Aber letztlich weiß man das im Fußballgeschäft ja nie.

Ein Geschäft, welches sich in den vergangenen Jahren enorm verändert hat.

Pröpper: Es ist alles längst viel, viel transparenter geworden, alleine schon durch die sozialen Medien. Dafür verdienen die Spieler aber auch gutes Geld und müssen damit umgehen können, überall so im Fokus zu stehen. Die meisten machen das gut.

Als kürzlich der frühere Remscheider Uwe Neuhaus bei Arminia Bielefeld als Trainer entlassen worden ist, haben Sie Ihre Verwunderung kundgetan.

Pröpper: Ich kenne Uwe Neuhaus als guten Typen, der authentisch ist und nicht viel schwafelt. Insofern war ich verwundert, obwohl ich natürlich nicht die Interna kenne.

Ihre größten Erfolge haben Sie mit dem FC St. Pauli in der Bundesliga gefeiert.

Pröpper: Deshalb bin ich auch mit dem Herzen noch dabei bei allem, was dort sportlich und fußballerisch geschieht.

Zur Person

Carsten Pröpper ist der Sohn der WSV-Legende Günter „Meister“ Pröpper. In seiner erfolgreichen Laufbahn als Fußballer hat der am 20. Oktober 1967 in Remscheid geborene Mittelfeldspieler unter anderem große Erfolge beim FCR gefeiert, mit dem er 1991 in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist. Pröpper ist Vater einer Tochter und beruflich in der Finanzberatung tätig.

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