Türchen 17

Bücherwurm landet zwischen den Pfosten

IGR-Keeper Ben Kessens steht am Anfang seiner sportlichen Karriere.
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IGR-Keeper Ben Kessens steht am Anfang seiner sportlichen Karriere.
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Adventskalender-Türchen Nummer 17.

Von Peter Kuhlendahl

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt... Ben Kessens musste vor einigen Jahren erst von der einen Rollhockey-Hochburg in die andere ziehen, ehe er Geschmack an der Sportart fand. „Wir sind damals von Cronenberg nach Remscheid gezogen. In Wuppertal hat ich mit dem Rollhockey gar nichts am Hut“, erzählt der 19-Jährige, der mittlerweile bei der IGR Remscheid auch schon Einsätze in der Bundesliga als Torhüter absolviert hat.

Schuld daran ist sein Bruder Tom. „Er ist damals zum Rollhockey. Ich bin einfach mal mitgegangen“, sagt Kessens, der dann auch richtig Geschmack an der Sportart fand. Allerdings fand er sich ganz schnell zwischen den Pfosten wieder und wurde Keeper. Warum? „Ich bin einfach faul gewesen und habe gedacht, dass ein Torhüter eben weniger Laufen muss“, gesteht er ohne Wenn und Aber ein. Dass die Jungs in ihren umfangreichen Monturen aber auch ganz ordentlich ins Schwitzen kommen, hat er dann sehr schnell erfahren.

Und hat ihn nicht davon abgehalten, die Sache richtig ernst zu nehmen. In Jonas Langenohl und Moritz Kreidewolf hat die IGR zwar zwei erstklassige Keeper. Aber Ben Kessens ist sich sicher, dass seine Zeit beim Bundesligisten auch kommen wird. Und das nicht nur in der 1. Liga. Da es sowohl Langenohl und auch Kreidewolf bis in die Nationalmannschaft und zu Welt- und Europameisterschaften geschafft haben, dürfte sich auch der Nachwuchskeeper dies als Ziel vornehmen.

Sein großes Vorbild ist übrigens ein anderer früherer Remscheider Torhüter, der einen Teil seiner großen Erfolge auch in Cronenberg erlebte. „Ich habe Sebastian Wilk damals bei der Europameisterschaft in der Wuppertaler Uni-Halle gesehen. Und da durfte ich auch mal in die Kabine“, erzählt Kessens.

Doch ein Stammplatz in der Bundesliga und große internationale Turniere sind Zukunftsmusik. Und um die zu erreichen, muss hart gearbeitet werden. Darüber ist sich der junge Remscheider im Klaren. Und so gibt es neben seinem Sport und seiner beruflichen Ausbildung, die er im Sommer begonnen hat, auch kaum Zeit für andere Dinge.

Nach dem Abitur am Berufskolleg vor einem halben Jahr hat er bei der Stadt Bochum mit einem dualen Studium im Fach Informatik begonnen. Wie bei der Wahl seiner Sportart hatte übrigens auch hier Bruder Tom seine Hände im Spiel: „Er hat bei der Stadt in Bochum eine Ausbildung zum Rettungssanitäter angefangen.“

Bleibt nun noch die Frage zu beantworten, warum Kessens mit der Nummer 17 auf dem Rücken zwischen den Pfosten hockt. „Das ist doch ganz einfach“, erzählt er lachend, „1. 7. – das ist mein Geburtstag.“ Tragen durfte er die 17 übrigens erst bei den Senioren. Im Jugendbereich ist konservativ die Nummer Eins oder die Zehn für die Torhüter vorgesehen.

Apropos konservativ. Da gibt doch noch etwas, was neben Sport und Beruf einen großen Platz in seinem Leben hat. „Auch wenn der eine oder andere manchmal komisch schaut, wenn ich es erzähle. Ich lese leidenschaftlich gern. Und wenn das Buch gut ist und ich Zeit habe, in einem Rutsch an einem Tag.“ Es sind Fantasy-Romane, die er dann verschlingt. Übrigens ganz klassisch und konservativ: „Ich muss das Buch in der Hand halten. Und wenn es dann noch frisch riecht, ist das herrlich“, betont der IGR-Keeper.

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