Fußball

Borner suchen ihr Glück beim VfL

Freddy Keller (l.) und Hakan Sagmak im Dress des VfL Bochum: An der Castroper Straße leben sie ihren fußballerischen Traum.
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Freddy Keller (l.) und Hakan Sagmak im Dress des VfL Bochum: An der Castroper Straße leben sie ihren fußballerischen Traum.
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Hakan Sagmak folgt Freddy Keller in den Bochumer Nachwuchsbereich.

Von Fabian Herzog

„Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt. Ist es besser, viel besser als man glaubt.“ Herbert Grönemeyers Hommage an seine Heimatstadt Bochum dürfte jeder sofort im Ohr haben, wenn er die ersten Textzeilen liest. Doch nicht nur der Kultsänger ist von seiner „Blume im Revier“ schwer angetan, auch zwei Fußballbegeisterte aus Radevormwald und Remscheid hat die Leidenschaft für die Ruhrmetropole gepackt. Freddy Keller ist schon vor einem Jahr über den SSV Bergisch Born und den 1. FC Köln in den Nachwuchsbereich des VfL Bochum gewechselt und hat als Jugendcoach nun bereits den ersten Karrieresprung hingelegt, Hakan Sagmak folgt ihm in diesem Sommer und übernimmt den Posten als Co-Trainer der U10.

Zwei Borner beim Bundesligisten in Bochum – das hat nicht nur für Freunde von Alliterationen was. Beide haben sich beim SSV das Rüstzeug zugelegt, um ihre Entwicklung an der Castroper Straße fortzuführen.

Keller hat sein erstes Jahr beim VfL schon hinter sich. Als Trainer der U10 durfte er direkt tief in die Bochumer Welt eintauchen. „Das, was den Verein auszeichnet, ist schon mitreißend“, sagt der gebürtige Radevormwalder, der in wenigen Tagen auch geografisch den nächsten Schritt wagt. Der 23-Jährige, der in Unna ein Fernstudium der Sport- und angewandten Trainingswissenschaft absolviert, zieht nach Bochum, ganz in die Nähe des Trainingsgeländes. „Das Pendeln war schon sehr anstrengend“, gibt Keller zu.

So zäh manch eine Fahrt vom Bergischen Land ins Ruhrgebiet und zurück war, so flott kommt der Fußballcoach in seiner Karriere voran. Zur neuen Saison wird er Co-Trainer der U17 des VfL, die in der Jugend-Bundesliga spielt. „Das verändert schon viel“, sagt Freddy Keller, der als Assistent von Simon Schuchert, dem bisherigen Coach der U16, unter anderem für Videoanalysen und die Leistungsdiagnostik zuständig sein wird.

Freddy Keller geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Er freut sich riesig auf die Herausforderung in der B-Junioren-Bundesliga, wo Duelle mit den Großen des Westens warten: BVB, Bayer Leverkusen, Schalke 04, Gladbach. Aber auch mit einem weinenden Auge hat er seinen Karrieresprung begleitet. „Es fiel mir schon schwer, die U10 wieder abzugeben.“ Innerhalb der zwölf Monate habe er eine intensive Bindung zu den Spielern aufgebaut, weshalb der Abschluss schon auch emotional war. Nach der eigentlichen Saison wurden noch einige Turniere absolviert, bei denen Keller und Co. unter anderem auf Juventus Turin und Bayern München trafen.

Begeistert war Keller auch von der Euphorie rund um die Bochumer Erstliga-Truppe, die nach der lang ersehnten Bundesliga-Rückkehr souverän den Klassenerhalt schaffte und unter anderem die Bayern mit 4:2 aus dem eigenen Stadion schoss. „Das haben meine Jungs in der U10 natürlich alles mitbekommen“, erzählt der Trainer, der speziell die Art und Weise in Teamansprachen herausstellte: „Die Mentalität spielt ja eine große Rolle beim VfL.“

Davon konnte sich Hakan Sagmak auch schon in seinen ersten Wochen überzeugen. Der 34-Jährige hatte allerdings emotional erst einmal damit zu kämpfen, die eigenen Schuhe an den Nagel gehängt zu haben. „Das fiel wirklich nicht leicht“, verdeutlicht er. „Eigentlich wollte ich erst in ein, zwei Jahren aufhören.“ Doch dann ergab sich eben diese Chance, bei der der Remscheider nicht Nein sagen konnte. Oder, wie er es selbst“, sagt: „Da musste ich nicht 27-mal drüber nachdenken.“

Vom Fußball-Spieler zum -Trainer und nebenbei Lehrer sein

Im vergangenen Winter machte sich Sagmak Gedanken über seine sportliche Zukunft. Gerade hatte er seine Partnerin Esma geheiratet und die neue gemeinsame Bleibe im Elternhaus am Hasten bezogen, da wollte der Lehrer an der Nelson-Mandela-Schule auch die sportliche Perspektive ausloten. Also nahm er unverbindlich Kontakt zum VfL auf, um mal nachzuhören, ob sich dort langfristig eine Chance ergeben könnte.

Aus lang- wurde kurzfristig, und schon wenige Tage später stellte sich Sagmak den Verantwortlichen vor. Genauer gesagt: im Stadion. „Da hat es bei mir direkt gekribbelt“, erzählt der Remscheider, der bewusst die Rolle des Co-Trainers der U10-Junioren angestrebt hat. „Ich stehe als Lehrer den ganzen Tag im Vordergrund. So kann ich perfekt den Verein und alle Abläufe kennenlernen“, begründet der fußballbegeisterte B-Lizenz-Inhaber.

Lange überlegen, um für zwei Jahre zu unterschrieben, musste er nicht. Zu groß sei die Gelegenheit gewesen, in den Nachwuchsbereich eines Fußball-Bundesligisten einzusteigen. „Es wäre fatal gewesen, dort abzusagen. Schließlich klopfen die bestimmt nicht mehrmals an die Tür.“

Sagmak kennt das Geschäft im Juniorenbereich auch aus eigener Erfahrung. Mit 13 war der heute 34-Jährige seinerzeit von der SG Hackenberg in den Nachwuchsbereich des 1. FC Köln gewechselt und nach vier Jahren noch einmal für zwei Saisons zu Fortuna Düsseldorf. Nun kehrt er auf eine ähnliche Ebene zurück, nur diesmal in anderer Funktion: „Ich bin gespannt darauf, was mich erwartet, und voller Vorfreude.“

Nils Nowotsch

Der Wechsel als Trainer zum VfL Bochum hat beim SSV Bergisch Born fast schon Tradition. Auch den Sprockhöveler Nils Nowotsch, der sich bis Ende 2019 zweieinhalb Jahre lang im Nachwuchsbereich des SSV eingebracht hat, zog es ins Ruhrgebiet, wo er als Co-Trainer der U11 tätig ist.

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