Analyse

Beim WSV rumort es derzeit ein wenig

Gibt es in der selbst ernannten Handballstadt Gummersbach bald auch wieder erstklassigen Handball? Die Antwort darauf gibt es in einigen Wochen. Foto: Peter Kuhlendahl
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Gibt es in der selbst ernannten Handballstadt Gummersbach bald auch wieder erstklassigen Handball? Die Antwort darauf gibt es in einigen Wochen.
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So ist die aktuelle Situation bei den Topteams aus dem Bergischen Land vor dem letzten Drittel der Saison.

Von Peter Kuhlendahl

Der Wuppertaler Naoh Salau (r.) erledigte in Oberhausen seine Aufgabe in der Defensive ordentlich.

Das sportliche Aushängeschild des Bergischen Landes braucht noch den einen oder anderen Punkt zum Klassenerhalt. Andere kämpfen um den Aufstieg in die höchsten nationalen Spielklassen. Für die Spitzenteams der Region, die wir bei unserem Blick über den Zaun regelmäßig im Auge haben, geht es in die entscheidenden Phasen in der Meisterschaft. In der folgenden Analyse schauen wir auf den Stand der Dinge.

Das Ziel des Bergischen HC in der Handball-Bundesliga ist ein gesicherter Mittelfeldplatz.

Dem ist das Team gerade nach dem 27:23 (13:12)-Sieg bei der HSG Wetzlar vergangenen Samstag ein großes Stück näher gekommen. Allerdings ist die aktuelle Position noch längst kein Ruhekissen. Und an diesem Donnerstag (19.05 Uhr) macht mit den Füchsen aus Berlin ein echtes Schwergewicht der Liga seine Aufwartung in der Wuppertaler Uni-Halle. Die von Verletzungen und Coronafällen gebeutelten Löwen erlebten in der bisherigen Saison eine Achterbahnfahrt. Den Tiefpunkt erlebte das Team im Spätherbst. Da kassierte der BHC in neuen Spielen sieben Niederlagen und holte nur zwei Remis.

Wie reagierten die Verantwortlichen des BHC?

Wie immer völlig unaufgeregt. Trainer Sebastian Hinze, der in der neuen Saison bei den Rhein Neckar Löwen auf der Bank sitzen wird, stand immer außerhalb jeglicher Kritik. Mit Jamal Naji vom Zweitligisten TuSEM Essen steht sein Nachfolger längst fest. Außerdem gibt es bereits einige Neuzugänge. Und einen weiteren Heimspielort in der kommenden Meisterschaftsrunde. Neben der Klingenhalle und der Uni-Halle, die längst nicht mehr den Anforderungen der Bundesliga gerecht werden, finden weitere Heimspiele wie bisher im PSD Bank Dome in Düsseldorf statt. Und auch in der Mitsibishi Electric Halle, der früheren Philipshalle, wird der BHC auflaufen. Insgesamt acht der 17 Heimspiele werden in der Landeshauptstadt stattfinden.

Mit dem VfL Gummersbach klopft ein weiteres Team aus dem Bergischen Land im Handball-Oberhaus an.

Der Traditionsverein aus dem Oberbergischen will endlich zurück in die stärkste Liga der Welt. Dafür sollen auf der Platte VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson mit seinen Schützlingen sorgen. Im Hintergrund hat VfL-Sportdirektor Christoph Schindler reichlich Arbeit. Mit seinem Team muss er einen schlagkräftigen Kader formen, der den Ansprüchen in der Bundesliga auch gerecht wird. Eine Fahrstuhl-Mannschaft will er Ex-Bundesliga-Dino auf keinen Fall werden.

Wie groß sind die Aufstiegschancen der Gummersbacher?

Als aktueller Tabellenführer sind sie auf Kurs. Allerdings liegt die Konkurrenz um die beiden Aufstiegsplätze in Lauerstellung. Das bisher größte Manko des Teams war die Auswärtsschwäche. Dies haben sie am vergangenen Samstag aber eindrucksvoll widerlegt und einen wichtigen 30:27 (13:13)-Sieg in Hüttenberg gefeiert. Zudem ist die heimische Schwalbe-Arena eine bisher uneinnehmbare Festung. Dort empfängt der VfL an diesem Mittwoch um 19 Uhr den HC Empor Rostock. Vielleicht wieder vor richtig vollen Tribünen. Es gibt keine Kapazitätsbeschränkungen mehr.

Die Fußballer des Wuppertaler SV schielen ein wenig in Richtung der 3. Bundesliga.

Aber dabei scheint es in dieser Saison auch zu bleiben. Spätestens nach dem 1:1 (0:0)-Remis am vergangenen Samstag im Verfolgerduell bei Rot-Weiß Oberhausen. Aber bereits die überraschende 0:3-Heimpleite gegen Bonn vor zwei Wochen dürfte allen Träumen ein Ende bereitet haben. Aus sportlicher Sicht werden die Wuppertaler die Saison im ruhigen Fahrwasser zu Ende bringen.

Warum ziehen dennoch dunkle Wolken über dem Zoo-Stadion auf?

Der WSV wäre nicht der WSV wenn es hinter den Kulissen nicht wieder rumoren würde. Vor zwei Jahren war der langjährige Mäzen Friedhelm Runge dem Verein mal wieder zu Hilfe geeilt, als dieser aus finanziellen Gründen erneut am Abgrund stand. Damals hatte er betont, zunächst zwei Jahre zu helfen. Vor einigen Tagen hatte er laut darüber nachgedacht, im Sommer einen Schlussstrich zu ziehen. Auch weil die Fans ausbleiben. Nur 1000 Zuschauer bei Heimspielen seien eine große Enttäuschung. Der jüngste sportliche Aufschwung ist auch mit den Namen Stephan Küsters verbunden. Der frühere Spieler des FC Remscheid ist auch seit 2020 beim WSV. Aktuell wird er immer mal wieder mit dem MSV Duisburg in Verbindung gebracht, der einen neuen Sportlichen Leiter sucht. Küsters hat angedeutet, dass er die Entwicklung um das Engagement von Runge, mit dem er eng zusammenarbeitet, im Auge hat.

Gibt es neben dem BHC und eventuell dem VfL bald auch einen dritten Handball-Bundesligisten in der Region?

Die Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath sind die große positive sportliche Überraschung. Angetreten war das Team aus der Klingenstadt mit dem Ziel, den Klassenerhalt schnell in trockene Tücher zu bringen. Das ist längst passiert. Aktuell geht es um den Aufstieg ins Oberhaus. Allerdings gab es am vergangenen Samstag nach der 32:34 (12:19)-Niederlage in der heimischen Klingenhalle einen Rückschlag. Nur der Meister steigt übrigens direkt in die Bundesliga auf. Der Tabellenzweite bestreitet mit dem Vorletzten der 1. Liga Relegationsspiele um den Aufstieg.

Ganz andere Sorgen plagt das zweite Damenteam aus der Region in der 2. Bundesliga.

Die Handballerinnen des TVB Wuppertal stecken in argen Abstiegsnöten. Der erhoffte Befreiungsschlag am Wochenende im Kellerderby musste vertagt werden. Die Partie ist ausgefallen. In Wuppertal gibt es auch die im Abstiegskampf dazugehörenden Begleiterscheinungen. Bereits zwei Trainer hat das Team verschlissen. Bis zum Saisonende wird nun Oliver Bratzke das Team coachen. Zudem gibt es aus personeller Sicht eine schlechte Nachricht. Nach zehn Jahren verlässt Spielführerin Michelle Stefes den TVB und wechselt am Ende der Saison zum Ligakonkurrenten nach Berlin.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet geblieben sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns an. In der aktuellen Analyse in dieser Woche werfen wir einen großen Blick über den Zaun. Dabei schauen wir auf die Aussichten der Spitzenteams der Region für den Rest ihrer Spielzeiten.

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