Volleyball

Beim RTV-Silvesterturnier passierte es

Am 16. September 2000 bejubelten Ulrike Koppers (l., damals noch Schmidt) und Gudula Staub den Auftaktsieg bei Olympia.
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Am 16. September 2000 bejubelten Ulrike Koppers (l., damals noch Schmidt) und Gudula Staub den Auftaktsieg bei Olympia.
  • Fabian Herzog
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Volleyballerin Ulrike Koppers hat den Grundstein ihrer bemerkenswerten Karriere in Remscheid gelegt.

Von Fabian Herzog

Erst vor wenigen Tagen hat sie ihre beeindruckende Trophäenjagd fortgesetzt – wenn auch nicht mehr auf dem Niveau früherer Tage. Ulrike Koppers gewann mit einer Ü49-Auswahl der SG Rodheim bei der Deutschen Senioren-Volleyball-Meisterschaft in Bad Vilbel den Titel. Ohne Satzverlust wohl gemerkt. „Das war großer Sport“, sagt die 53-Jährige, die in Korschenbroich lebt und mit einem Lächeln ergänzt: „Ich habe schon Titel gewonnen, die ein bisschen wichtiger waren.“

Eine These, die niemand leugnen dürfte, der die einzigartige Karriere der gebürtigen Schwelmerin verfolgt hat. „Ich habe alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt“, blickt sie in aller Bescheidenheit und ohne eine Spur von Überheblichkeit, sondern höchst sympathisch zurück. Dabei hätte Koppers allen Grund, abgehoben daher zu kommen. Schließlich glich ihre Volleyballkarriere einem einzigen Höhenflug. In den 1990er-Jahren wurde sie mit dem USC Münster dreimal Deutscher Meister, dreimal DVV-Pokalsieger und dreimal Europapokalsieger. Sie spielte 75 Mal für die Nationalmannschaft, nahm 1990 an der Weltmeisterschaft in China teil, wurde 1998 Deutschlands Hallenvolleyballerin des Jahres und setzte anschließend im Sand noch einen drauf. Ulrike Koppers schaffte mit Gudula Staub an ihrer Seite den Sprung zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, erreichte Platz neun und wurde zu Deutschlands Beachvolleyballerin des Jahres gekürt. Eine Wahnsinnskarriere.

Was diese mit dem Remscheider General-Anzeiger zu tun hat, werden Sie sich möglicherweise fragen. Nun, Koppers wurde nicht nur in Lennep, damals noch unter dem Namen Schmidt, geboren, sondern hätte eine solch außergewöhnliche Laufbahn vielleicht nie hingelegt, wenn Klaus Triesch nicht gewesen wäre. Der langjährige Mister Volleyball des Remscheider TV gab ihr in jungen Jahren einen entscheidenden Schub, was ihm in diesem Moment kaum bewusst gewesen sein dürfte.

Auch heute noch hat Ulrike Koppers große Freude am Volleyballspielen.

Rückblick: Wir schreiben das Jahr 1983. Als junge Volleyballerin der TG Rote-Erde Schwelm nimmt Koppers, damals also noch Schmidt, an einem Sichtungstraining der NRW-Auswahl teil. Genommen wird sie aber nicht. „Als Späteinsteigerin soll ich technisch nicht gut genug gewesen sein“, erinnert sich die spätere Weltklasse-Spielerin, die kurioserweise nach ihrer aktiven Karriere genau diese Auswahl eine Zeit lang trainiert hat.

Wenige Monate später nimmt sie an einem Silvester-Juxturnier des RTV teil und fällt Triesch sofort auf. „Ich weiß noch, wie er gesagt hat: Mädchen, du musst dich den Landestrainern noch mal vorstellen“, erzählt Koppers, die diesen Auftrag umsetzte und in der Folge kometenhaft durchstartete. Heute sagt sie: „Ich bin dem Klaus bis heute dankbar dafür, dass er mir diesen Schub gegeben hat.“ Und das nicht nur wegen diverser Titel und der Möglichkeit, sich das Studium zu finanzieren. „Die Jahre im Leistungssport haben mir unheimlich viel gegeben und mich geprägt.“

Unvergessen natürlich die Olympia-Teilnahme vor 22 Jahren. „Das war die Krönung“, schaut Ulrike Koppers zurück. Die zwei Wochen im Olympischen Dorf, die Eröffnungsfeier („Das hat uns beflügelt“), das Kennlernen anderer Sportarten („Taekwondo oder Synchronschwimmen fand ich toll“) – all das sind Erinnerungen für die Ewigkeit. Dazu das sportliche Abschneiden. Koppers: „Ich bin stolz darauf, dass wir unter die besten Zehn gekommen sind.“

Irgendwann war die aktive Karriere vorbei. Nach einer Zeit als Auswahltrainerin übernahm sie den wichtigsten Posten ihres Lebens: Koppers wurde Mutter von zwei Kindern und legte eine zehnjährige Pause ein. 2019 feierte sie aber ihr Comeback beim Oberligisten Hildener AT, zu dem sie durch eine Hobby-Mixed-Truppe in Düsseldorf kam. Schnell merkte sie wieder, wie viel Spaß ihr das Volleyballspielen und das Miteinander in einem tollen Mannschaftsgefüge bereitet. Und dass sie ihren Sport immer noch kann. In der abgelaufenen Saison schafften die Hildenerinnen völlig überraschend den Aufstieg. Durch den Gewinn der Vize-Meisterschaft in der Oberliga. Also quasi einem weiteren Titel der in Remscheid geborenen Trophäenjägerin.

Ulrike Koppers

Geboren am: 30. März 1969 in Lennep.

Stationen als Spielerin: TG RE Schwelm (1983 – 1987), TV Hörde (1987 – 1990), USC Münster (1990 – 1992 und 1993 – 1998), TSG Tübingen (1992 – 1993), Bayer 04 Leverkusen (1998 – 2000).

Familie: Sie hat einen Sohn (11) und eine Tochter (9).

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