Judo

Begeisternd: Carolin Scheida gewinnt den DM-Titel

Stolze Sportlerin, stolzer Vater und Trainer: Carolin und Kaweh Scheida nach den erfolgreichen Titelkämpfen in Leipzig.
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Stolze Sportlerin, stolzer Vater und Trainer: Carolin und Kaweh Scheida nach den erfolgreichen Titelkämpfen in Leipzig.

In Leipzig entscheidet die Sportlerin des JC Wermelskirchen alle Kämpfe für sich.

Die Fußstapfen waren groß gewesen. Sehr groß sogar. 15 Jahre ist es her, dass die Sheikh-Schwester Sara und Alisha Sheikh bei Deutschen Meisterschaften im Judo abräumten. Sie erkämpften seinerzeit Gold und Bronze in der U20, Silber in der U18. Das hat beim JC Wermelskirchen bis heute niemand vergessen. Historische Momente, welche sich für Carolin Scheida psychologische Bremse erwiesen. Ganz im Gegenteil: Die Athletin ging voller Selbstvertrauen in die DM-Kämpfe in Leipzig, zeigte im Ultraleichtgewicht (bis 40 Kilogramm) keinerlei Scheu und ging mit der nötigen Entschlossenheit auf die Matte. Wir nehmen es vorweg: Am Ende gab es einen weiteren Megaerfolg für den JCW. Scheida gewann den Titel in der U18.

Höchst emotionale Momente im Osten. Für Sie, für die Familie, für alle, die mitgereist waren, um vor Ort die Daumen zu drücken. Dazu gesellten sich noch viele, welche die Kämpfe der jungen Sportlerin per Livestream verfolgten und beeindruckt waren.

Sie ging ihren Weg durchs Turnier gewohnt konsequent, mutig und entschlossen. Ihren ersten Kampf beendete sie bereits nach wenigen Sekunden mit einem Sieg. So durfte es gerne weitergehen. Doch die Qualität der Gegnerinnen wurde größer, und es brauchte auch ein wenig Kampfglück. Wie in der folgenden Auseinandersetzung. Ihre Kontrahentin war eine Athletin aus Gelsenkirchen, gegen die Scheida kürzlich noch gewonnen hatte. Diesmal lief es auf ein dramatisches Finale hinaus. Nach vier Minuten regulärer Kampfzeit hatten beide Kämpferinnen zwei Strafen gesammelt. Carolin Scheidas Kräfte ließen nach, was angesichts von nur 35 Kilogramm, die sie auf die Waage bringt, nicht verwundern durfte. Doch sie hatte Dusel. Ihre Gegnerin machte den Fehler, in den Kampfpausen immer wieder den Gürtel neu zu binden, um Instruktionen durch ihren Trainer entgegenzunehmen. Irgendwann hatte das Kampfgericht die Faxen dicke, gab ihr einen weiteren Strafpunkt und erklärte die völlig erschöpfte Wermelskirchenerin zur Siegerin. Im Finale gegen eine starke Athletin aus Bayern sah nach zwei Strafen schon alles nach einer Niederlage aus. Aufgeben? Keine Option für Carolin Scheida. Sie siegte noch spektakulär. Was für ein Wahnsinnserfolg.

Den hätte auch Luke Cabecana gerne gefeiert. Doch die Wettkämpfe in Leipzig standen für ihn (bis 55 kg) unter keinem guten Stern. Zwar war seine kaputte Schulter verheilt, doch der deutsche Vizemeister von 2020 lag kurz zuvor mit einem Infekt noch flach. Das war auf Dauer nicht zu kompensieren. Zwar gewann er in der Hauptrunde und auch später in der Trostrunde jeweils den ersten Kampf, doch das Aus ließ nicht lange auf sich warten. „Es war nicht sein Tag“, resümierte sein Coach Kaweh Scheida. Das EM-Ziel behält Cabecana aber trotzdem im Auge. -ad-

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