Judo

Bald gibt es ein Wiedersehen an der Matte

Ohne Kamera geht er nicht aus dem Haus: Marcel Haupt hat das Auge für die besonderen Momente im Sport. Foto:
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Ohne Kamera geht er nicht aus dem Haus: Marcel Haupt hat das Auge für die besonderen Momente im Sport.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Porträt: Der Remscheider Judoka hat in der Fotografie seine Berufung gefunden.

Es wird ein besonderer Moment für Marcel Haupt werden. Wie es schon einige in seinem Leben gab. Der 35-Jährige ist Initiator und Ideengeber einer Fotoausstellung, die es ab 8. April im Japanischen Kulturinstitut in der Universitätsstraße in Köln zu bewundern gibt. Unter dem Oberbegriff „Silence“ (auf Deutsch: Ruhe, Stille) stellt Haupt Bilder aus, die er selbst bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio geschossen hat. Es geht nicht um die herkömmlichen Sportfotos, nicht um Zweikämpfe, nicht um Aktionen. Der Remscheider, der sein Abitur am Gertrud-Bäumer-Gymnasium in der Hindenburgstraße gemacht hat, bevorzugte bei den Wettkämpfen in Fernost eine andere Sicht auf die Dinge. „Es geht um einsame und banale Momente“, sagt er. „Es ist eine Ausstellung, welche meine ungewohnte Sicht auf die Emotionen zeigt.“

Man darf also sehr gespannt sein. Zumal Haupt als kritischer Geist gilt, der sich mit der Gesellschaft, dem Sport, den Olympischen Spielen und all den Zusammenhängen seit jeher mit wachem Auge auseinandersetzt. „Am Ende hat in Japan alles gut geklappt“, schildert er seine Erlebnisse. „Ich bin megahappy. Es ist für mich ein Riesenprivileg, ein Teil der Zeitgeschichte gewesen zu sein.“

„Ich versuche, den Sport ohne wirkliche Sportbilder zu zeigen!“

Marcel Haupt, Fotograf

Die Olympischen Spiele in Tokio sind gleichbedeutend mit dem Ende des Themenblocks Japan, dem sich Marcel Haupt mittlerweile seit vielen Jahren widmet. Ein großartiges Finale für ihn, der sich nicht als klassischen Sportfotografen beschreibt, sondern als „multimedialen Geschichtenerzähler“. Er sagt: „Ich versuche, den Sport ohne wirkliche Sportbilder zu zeigen.“ Man darf also mächtig gespannt sein, wie es ihm gelungen ist.

Haupt war Sportler, ist Sportler, bleibt Sportler. Der Beruf („Ich habe mein Büro und meine Arbeitsstätte in Köln“) fordert ihn. Seine kleine Familie ebenfalls. Mit Ehefrau Nina (Hochzeit: 2021) und dem erst wenige Wochen alten Sohn Samuel lebt er am Rott in Wuppertal. Von dort ist es nicht weit zu den Eltern nach Remscheid. Es passt alles perfekt. Zumal auch die SUA Witten für ihn gut zu erreichen ist. Für die dortigen Judoka schlägt sein Herz aus gutem Grund.

Ein Mann, ein Stadion, eine Kamera und die Olympischen Spiele: Marcel Haupt war als Fotograf bei den Wettkämpfen in Tokio.

Er selbst hat für den Bundesligisten gekämpft, ist mittlerweile gemeinsam mit Stefan Oldenburg als Trainer für den Erstligisten aktiv. Sehr erfolgreich. Abgestiegen aus dem Oberhaus sind die Wittener noch nie. Vor zwei Jahren sind sie deutscher Vizemeister geworden, im vergangenen Jahr haben sie in der Nordgruppe das Final Four nur knapp verpasst. Eine Wohfühloase für Marcel Haupt, der schon viele junge Athleten in Witten entwickelt hat. Sein Motto: Wer Leistung fordert, muss Leistung fördern.

Wie er es als blutjunger Kämpfer bei seinem Heimatverein erlebt hat. Er sagt: „Ohne Judo wäre ich nicht so geworden, wie ich bin. Ich durfte wahnsinnig tolle Trainer in Remscheid erleben.“ Namentlich benennt er Stefan und Thomas Drappan vom JC Remscheid. Zu beiden hat er noch immer sehr guten Kontakt. Sie stehen mit ihrer Einfühlsam- und Menschlichkeit für eine Erwachsenenentwicklung, wie sie Haupt sich vorstellt.

Gut ist auch das Miteinander zu einem anderen Remscheider – zu Cedric Pick. „Wir sind befreundet und stehen in einem engen Austausch“, berichtet Marcel Haupt. Was einerseits mit dem gemeinsam vorangetriebenen Jugendprojekt #5630 zu tun hat.

Am 1. Oktober kommt es zum direkten Aufeinandertreffen

Vor allem aber mit dem Judosport. Ist Pick als Manager doch maßgeblich für die positive Entwicklung des RTV-Judoteams verantwortlich, die bis in die Bundesliga geführt hat. Einer der Gegner des RTV in der Saison, die am 4. April beginnt? Die SUA Witten. Zum direkten Aufeinandertreffen kommt es am 1. Oktober.

„Für die bergische Region ist es großartig, was sich dort im Judosport entwickelt“, findet Haupt. Sagt zudem: „Ich bin gespannt, wohin die Reise geht und ob die Arbeit auf Langfristigkeit angelegt ist. Die Arbeit an der Basis ist aus meiner Sicht entscheidend.“ Den eigenen Jungs eine Chance zu geben – darauf komme es an.

Ein spannender Typ, dieser Marcel Haupt. Auf der einen Seite ein Mann von Welt, auf der anderen ein Pendler zwischen Remscheid, Wuppertal, Köln und Witten.

Judo-Erfolge

Marcel Haupt hat als Judoka national und international bemerkenswerte Erfolge gefeiert. Unter anderem ist der Remscheider Dritter bei der Studenten-Europameisterschaft gewesen. Dazu kommen mehrere Medaillen bei Deutschen Meisterschaften. Besonders in Erinnerung ist ihm sein erster Kreismeistertitel geblieben. Er erinnert sich: „Das war, glaube ich, im Jahr 1993 gewesen.“

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