Zwangspause

Corona: B-Pläne liegen wieder auf den Tischen

Nicht nur Marcel Mutz, der Trainer des Handball-Drittligisten Bergische Panther, ist aktuell in Schieflage. Foto: Doro Siewert
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Nicht nur Marcel Mutz, der Trainer des Handball-Drittligisten Bergische Panther, ist aktuell in Schieflage.
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Die Corona-Pandemie zwingt den Sport ab sofort erneut in die Knie. Die Teams gehen unterschiedlich damit um.

Von Peter Kuhlendahl

Vier Wochen Pause? Oder zwei Monate? Oder, oder, oder... Seit diesem Montag befinden sich alle Aktiven im zweiten sportlichen Lockdown in diesem Jahr. Die Corona-Pandemie hatte alle erneut in die Knie gezwungen. Aber wie gehen die in unserer Region höherklassigen Teams damit um? Die Reaktionen reichen vom absoluten Frust bis zur Gelassenheit.

Bergische Panther

Seit Freitagabend herrscht zumindest die Gewissheit, dass auch der Handball-Drittligist an den kommenden beiden Wochenenden nicht spielen kann oder muss. Das Präsidium und der Vorstand des Deutschen Handball-Bundes haben eine Unterbrechung des Spielbetriebes bis einschließlich 15. November angeordnet. In den zwei Wochen wollen die Gremien in einen Austausch mit den Vereinen treten. „Es geht im Augenblick zu wie in einem Bienenstock. Da gibt es viele unterschiedliche Strömungen, die unter einen Hut gebracht werden müssen“, sagt Panther-Manager Frank Lorenzet.

Der Club selbst wird in den nächsten Tagen ein Strategiepapier erstellen, mit dem er in die Beratungen geht. Der entscheidende Punkt ist weiter, welchen Status die 3. Liga bekommt. Wenn sie dem Profibereich zugeordnet werden würde, könnte unter der Einhaltung umfangreicher Maßnahmen weiter gespielt werden. „Dann müssten grundsätzlich aber Schnelltests für alle Aktiven eingeführt werden“, meint Panther-Coach Marcel Mutz. Doch alleine die Kosten dafür könnten die meisten Vereine nicht stemmen. Der Trainingsbetrieb wurde übrigens bereits vor dem Lockdown eingestellt.

HG Remscheid

Für den Handball-Regionalligisten kommt es knüppeldick: Die Saison ist unterbrochen. Und jetzt wird man auch noch seiner Heimstätte beraubt, da die Halle Neuenkamp wieder zum Notfallkrankenhaus umgerüstet worden ist. „Es ist auf allen Ebenen nur noch frustrierend“, meint HGR-Coach Alexander Zapf, der zudem kritisiert, dass der Handball-Verband Niederrhein bereits vor dem allgemeinen Lockdown die Saison unterbrochen hatte. „Uns wurde da schon jegliche Perspektive genommen“, meint Zapf.

Dies sehen mittlerweile auch viele andere Vereine so, die sich in regem Austausch befinden. Dies sei das einzig Positive im Moment. „Die Netzwerke werden immer größer. Wer weiß, ob sich dadurch auch in Zukunft nicht grundsätzlich gegenüber der Funktionärsebene was ändert.“

Apropos Zukunft: Die HGR glaubt nicht, dass in diesem Jahr der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird. „Allerdings müssen wir uns grundsätzlich darauf vorbereiten“, erklärt der Coach, der mit seinem Team – falls die Hallen wieder öffnen – für die Trainingseinheiten in die Halle Hölterfeld ausweichen dürfte. Wo Heimspiele ausgetragen werden würden, ist völlig offen.

FC Remscheid

FCR-Spieler Yu Sato war in den letzten Spielen zwar meist obenauf. Kontaktsport Amateurfußball liegt aber auf Eis.

Der Fußball-Landesligist hat am eigenen Leib in den vergangenen Wochen die Corona-Pandemie zu spüren bekommen, da einige Spieler infiziert waren und alle Beteiligten in Quarantäne mussten. „Mittlerweile haben es aber fast alle überstanden. „Die, die wieder richtig fit sind und noch einmal negativ getestet wurden, haben auch schon wieder einige Trainingseinheiten hinter sich“, berichtet FCR-Coach Marcel Heinemann, der sich am Freitagabend allerdings erst einmal von seinen Schützlingen auf dem Platz verabschieden musste.

Aber sofort wird aber im „Home-Office“ trainiert. Dafür ist mit Vildan Duranovic ein Athletik-Trainer, der in diesem Bereich die A-Lizenz hat, verpflichtet worden. Einmal in der Woche geht es per Videokonferenz zur Sache. Außerdem werden alle Spieler ganz individuelle Programme für Laufeinheiten bekommen.

SV 09/35 Wermelskirchen 

Als am vergangenen Mittwoch das Pokalspiel gegen Rot-Weiss Essen abgepfiffen wurde, war im Lager des Landesligisten allen Beteiligten klar, dass jetzt erst mal der Vorhang gefallen ist. „Das einzig Positive ist, dass wir mit zwei guten Auftritten in die Pause gehen. Es war sehr wichtig, dass wir mit dem klaren Sieg gegen Duisburg nicht mehr auf einem Abstiegsplatz stehen“, meint beispielsweise Wermelskirchens Stürmer Umut Demir, der am Freitagabend mit seinen Teamkollegen die letzte Trainingseinheit bestritten hat.

Auch beim SV 09/35 geht es jetzt individuell weiter. „Alle Spieler bekommen nun Aufgaben mit auf dem Weg, die sie erfüllen müssen“, erzählt SV-09/35-Abteilungsleiter Karl-Heinz Fleischer. Wermelskirchens Coach Sebastian Pichura wird sich dann in den kommenden Wochen auch mit dem einen oder anderen Akteur persönlich treffen. Ansonsten sind sich alle Beteiligten sicher, dass im Jahr 2020 der Spielbetrieb nicht mehr aufgenommen wird.

IGR Remscheid

Auch IGR-Spieler Alexander Ober wird so langsam immer nachdenklicher, wie es mit dem Rollhockey weiter geht.

Der Rollhockey-Bundesligist ist Kummer gewohnt. Seit März konnte kein Pflichtspiel bestritten werden. Darum hat der neuerliche Sport-Lockdown auch keinen in Verzweiflung gestürzt. „Wir haben in den vergangenen Tagen locker und mit viel Spaß trainiert“, bericht Coach Timo Meier, der seinem Team jetzt erst einmal zwei Wochen komplett frei gegeben hat. Ab Mitte November gibt es dann für alle Wochenpläne, die drei Einheiten enthalten, damit sich alle individuell fit halten.

Auch beim Rollhockey-Bundesligisten glaubt keiner, dass der Spielbetrieb vor 2021 fortgesetzt wird. Außerdem gibt es Gedankenspiele, die Saison ohne Play-offs zu absolvieren.

Handball: 3. Liga

Am vergangenen Wochenende stand zwar noch ein offizieller Spieltag auf dem Programm. Aber nur eine Partie wurde auch ausgetragen. Dabei musste sich der bis dato verlustpunktfreie Tabellenführer HG Saarlouis mit 18:22 (7:10) beim HSC Bad Neustadt geschlagen geben.

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