Handball

Björn Frank: Aushelfen? Wenn Not am Mann ist

Bis vor drei Jahren hat Björn Frank bei der HSG Radevormwald/Herbeck als Trainer den Ton angegeben. Nachdem die Fronten lange verhärtet waren, hat er nun als Spieler in der Ersten ausgeholfen. Archivfoto: batte
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Bis vor drei Jahren hat Björn Frank bei der HSG Radevormwald/Herbeck als Trainer den Ton angegeben. Nachdem die Fronten lange verhärtet waren, hat er nun als Spieler in der Ersten ausgeholfen.
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Björn Frank spricht über seine handballerische Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Von Andreas Dach

Vor einigen Tagen haben Sie Ihr Comeback in der 1. Mannschaft der HSG Radevormwald/Herbeck gefeiert. Wie war das möglich?

Björn Frank: Das eine oder andere hatte ich in der vergangenen Zeit immer mitgekriegt. Unter anderem, dass Personalmangel herrscht. Als ich Trainer Roman Warland in der Halle getroffen habe, haben wir gequatscht, und ich habe meine Hilfe angeboten für den Fall, dass mal Not am Mann ist. Mich ein bisschen hinten hinstellen – das kann ich noch.

Für Außenstehende kam das überraschend, weil Sie vor drei Jahren als Trainer bei der HSG entlassen wurden und man nicht unbedingt in Freundschaft auseinandergegangen ist.

Frank: Man muss das trennen. Mit Roman war und ist immer alles in Ordnung gewesen. Insofern habe ich ja gesagt und musste nicht lange überlegen.

Soll das denn jetzt häufiger vorkommen?

Frank: Ich gehe davon aus, dass es eine einmalige Sache war. Wenn man mich aber noch einmal braucht, weil es personelle Probleme gibt, bin ich gerne dabei.

Wie hatte es sich überhaupt angefühlt, wieder auf dem Feld zu stehen?

Frank: Ich hatte Respekt vor der Aufgabe. Aber ich habe flott gemerkt, dass es funktioniert, und sein Stellungsspiel verliert man nicht so schnell.

Ging es quasi von 0 auf 100 für Sie?

Frank: Nein, ich spiele mit der 4. Mannschaft der HSG in der Kreisliga. Es ist schon lustig, mit Leuten wie Jörn Ferner, Detlef Röbke, Gunnar Finking, Uwe Schmidt oder Markus Eigenbrod wieder auf der Platte zu stehen. Allerdings hatte mich ein Bandscheibenvorfall im Mai/Juni dieses Jahres erst einmal zurückgeworfen. Ich musste regelmäßig ins Grönemeyer-Institut nach Bochum, um mir Spritzen setzen zu lassen und mich in einem Fitness-Studio anmelden. Es geht darum, an einer Operation vorzukommen. Das ist das große Ziel. Mit einem guten Muskelaufbau sollte das möglich sein.

Haben Sie eigentlich nach den Vorfällen von damals ihre Trainerlaufbahn im frühen Alter von 40 Jahren beendet?

Frank: Nein, die habe ich nicht abgehakt. Vor drei Wochen habe ich gerade erst meine Trainer-B-Lizenz verlängert. Ich habe allerdings in den vergangenen drei Jahren auch gemerkt, dass es ganz gut ohne geht. In mir ist angesichts der Umstände der Trennung viel kaputt gegangen.

Sie haben die Zeit bestimmt auch genutzt, um sich intensiver um die Familie zu kümmern. Spielen Ihre Kinder eigentlich auch Handball?

Frank: Unser Sohn Tore hat sich mit seinen sieben Jahren leider fürs Fußballspielen entschieden. Aber letztlich bin ich froh, dass er überhaupt eine Mannschaftssportart betreibt und beim SC 08 Rade aktiv ist. Das ist das Wichtigste. Unsere Kleine, Lia, ist vier Jahre und hat sich noch nicht für eine Sportart entschieden.

Sie bedauern, dass Ihr Junge Fußball spielt? Sie selbst sind doch großer Fan von Borussia Dortmund.

Frank: Das stimmt – nur der BVB. Aber ich befürchte, dass es mit der Meisterschaft wieder nichts wird. Wenn du oben dran bleiben möchtest, dann musst du solche Spiele wie beim VfL Bochum gewinnen.

Persönlich

Björn Frank, Spitzname: Jala, wurde am 6. Februar 1981 in Wipperfürth geboren. Mit seiner Ehefrau Jennifer hat er die Kinder Tore (7) und Lia (4). Der Servicetechniker für automatisierte Türen hat den Großteil seiner handballerischen Zeit in Radevormwald verbracht – als Spieler und als Trainer (Jugend und Senioren). Seine sportliche Vita wird angereichert durch Engagements beim HCW und beim HC BSdL.

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