Rollhockey

Aus der Not wird eine Tugend gemacht

Auf die Plätze, fertig, los: Am 18. September beginnt die neue Bundesligasaison für die Herren der IGR Remscheid.
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Auf die Plätze, fertig, los: Am 18. September beginnt die neue Bundesligasaison für die Herren der IGR Remscheid.
  • Peter Kuhlendahl
    VonPeter Kuhlendahl
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Analyse: Rollhockey-Bundesliga geht mit neuem Modus in der Saison 2021/22 – IGR-Frauen haben neues Trainerteam

In den vergangenen Wochen und Monaten waren immer wieder Informationen durchgesickert, wie es in der Rollhockey-Bundesliga der Männer in der neuen Saison weitergeht. Dabei ging es um Rückzüge und auch um einen neuen Modus für die Liga. Mittlerweile hat der Deutsche Rollsport- und Inline-Verband (DRIV) sowohl für die Männer als auch für die Frauen die offiziellen Spielpläne veröffentlicht und auch für endgültige Klarheit beim Modus gesorgt. In der folgenden Analyse wird dies beleuchtet.

Wir beginnen mit den Männern. Wie viele Teams spielen jetzt noch in der 1. Bundesliga?

Da waren es nur noch sechs. Nachdem die ERG Iserlohn nach der abgebrochenen Saison 2019/20 wie auch die SG Blue Lions aus Gera das Handtuch geworfen hatten, tritt nun die SG Eldagser Falcons, eine Spielgemeinschaft des SC Bison Calenberg und dem niederländischen Team aus Valkenswaard, nicht mehr an.

Welche Teams gehen jetzt noch ins Rennen, und wie beurteilen die Beteiligten diese Entwicklung?

Rückzüge von Vereinen sind für eine Randsportart wie Rollhockey natürlich nie gut. Aber die Leistungsschere zwischen einzelnen Teams klaffte immer weiter auseinander. Qualitativ sei das Feld nun wesentlicher enger zusammen gewachsen. Das Motto der 1. Liga lautet jetzt: „Jeder kann jeden schlagen“. Dies begrüßen im Grunde alle. Mit dabei sind neben die IGR Remscheid außerdem die SKG Herringen, die RESG Walsum, der RSC Cronenberg, der RSC Darmstadt und der TuS Düsseldorf-Nord.

Bei nur noch sechs Teams hat jeder Club nach der Hin- und Rückrunde gerade mal zehn Spiel ausgetragen.

Genau aus diesem Grund wird eine sogenannte Bonusrunde – dritte Runde – ausgetragen. In der spielt noch einmal jeder gegen jeden.

Welches Team hat im dritten Spiel dann aber das Heimrecht?

Darüber wurde lange diskutiert. Zunächst war angedacht worden, dass die Tabelle nach der Hin- und Rückrunde herangezogen würde. Dies hätte aber dem Primus fünf weitere Heimspiele beschert. Dann sollte der direkte Vergleich zwischen den jeweiligen Teams berücksichtigt werden. Dies hätte aber zu Problemen bei den Clubs geführt, die keine eigene Rollhockey-Halle haben. Für Buchungen wäre es zu spät gewesen. Jetzt sind für vier der fünf Bonusrunden-Spieltage die Gastgeber festgelegt worden. Die Platzierung nach den zehnten Spieltag in der Tabelle entscheidet außerdem darüber, wer am letzten Spieltag Heimrecht hat.

War auch darüber nachgedacht worden, eine Doppelrunde zu spielen?

Auch das ist diskutiert worden. Allerdings war eine Mehrheit dagegen, weil dann wohl auch Spieltage in der Woche stattgefunden hätten. Dies wäre bei für Anreise der Darmstädter aus Hessen aber problematisch geworden.

Wie geht es dann weiter?

Die IGR muss die Abgänge von Saphira Giersch...

Die ersten vier Teams in der Tabelle qualifizieren sich für die Play-offs. Damit steht dann gleich das Halbfinale zur Deutschen Meisterschaft an. Es gilt der Modus „Best of three“. Bedeutet, dass zwei Siege zum Einzug ins Endspiel und später zum Gewinn des Titels reichen.

Wie sieht der Rahmenspielplan aus?

Die Saison startet am 18. September. Die Rückrunde beginnt am 30. Oktober und endet am 18. Dezember. Die Bonusrunde geht am 22. Januar los und läuft bis zum 12. März. Die Play-offs sollen dann zwischen dem 9. April und dem 8. Mai stattfinden.

...und Caro Reinert kompensieren.

Gegen wen starten die Remscheider?

Mit einem Heimspiel am 18. September gegen Düsseldorf. Eine Woche später geht es nach Cronenberg. Es folgen die Partien gegen Walsum (2.10., H), Herringen (9.10., H) und Darmstadt (23.10., A). Die feststehenden vier Partien in der Bonusrunde finden gegen Düsseldorf (22.1., H), Cronenberg (29.1., A), Walsum (5.2., H), Herringen (5.3. A) statt. Offen ist, ob das letzte Spiel dann in Remscheid oder in Darmstadt stattfindet.

Soll dieser Modus auch in der Zukunft gelten?

Mittlerweile gilt in der Rollhockeyszene nicht nur die geflügelten Worte„wir denken von Spiel zu Spiel“. Jetzt heißt es auch „wir denken von Saison zu Saison“. Wenn alle Clubs bei der Stange bleiben, sind auch in der Spielzeit 2022/23 sechs Teams sicher dabei, da es keinen Absteiger gibt. Unklar ist, ob es einen Aufsteiger aus der 2. Liga gibt.

Wie ist das Bundesliga-Unterhaus aufgestellt?

Da tummeln sich mittlerweile acht Mannschaft aus ganz Deutschland. Wie zum Beispiel Berlin, Chemnitz, Leipzig, Darmstadt aber auch Krefeld. Der Aufwand mit den Auswärtsfahrten ist enorm. Dennoch ist unklar, ob ein Team den Sprung in die 1. Liga wagen möchte, da es in der Vergangenheit immer zu große spielerische Unterschiede gab. Der Aufsteiger ist sportlich meist hoffnungslos unterlegen gewesen.

Völlig unklar war, wie es bei den Frauen in der Bundesliga weiter geht. Was passiert da?

Hier gibt es im Vergleich zur nicht ausgetragenen vergangenen Saison einen Rückzug. Der RHC Recklinghausen ist nicht mehr dabei. Neben Titelverteidiger Remscheid gehen der SC Bison Calenberg, die RESG Walsum, die Moskitos Wuppertal, der RSC Cronenberg und der TuS Düsseldorf-Nord ins Rennen.

Ändert sich auch hier der Modus?

Nein. Darauf konnten sich die teilnehmenden Mannschaften nicht einigen. Es wird eine Hin- und Rückrunde gespielt. Die ersten vier Teams sind dann für das Play-off-Halbfinale qualifiziert.

Wie sind hier die Termine?

Grundsätzlich scheint es sehr schwierig gewesen zu sein, einen Spielplan zu erstellen. Zwischen den einzelnen Partien liegen für einige Clubs oft Wochen. Manchmal sogar mehr als ein Monat. Am ersten Spieltag gibt es am 25. September zum Beispiel nur eine Partie. Da muss die IGR in Calenberg ran. Die Hinrunde wird dann am 18. Dezember enden. Die Rückrunde läuft schließlich vom 22. Januar bis zum 12. März. Allerdings geht es bei den Gegnern munter „durcheinander“. Die Remscheiderinnen spielen in der Hinrunde zum Beispiel zwei Mal gegen Calenberg und in der Rückrunde zwei Mal gegen Walsum. Termine für die Play-offs gibt es noch keine. Geplant ist, dass der neue Deutsche Meister spätestens am 1. Mai feststeht.

Wann müssen die IGR-Frauen ran?

Nach dem Spiel am 25. September in Calenberg geht es für die Remscheiderinnen dann erst am 23. Oktober bei den Moskitos in Wuppertal weiter. Es folgen die Spiele gegen Cronenberg (6.11., H), Düsseldorf (13.11., H), Calenberg (20.11., H), Wuppertal (18.12., H), Cronenberg (29.1. A), Walsum (5.2., H), Walsum (5.3. A) und schließlich Düsseldorf (12.3., A).

Im und um das Team der Remscheiderinnen gibt es gravierende Veränderungen.

Aus sportlicher Sicht müssen die IGR-Frauen den Abschied von Keeperin Caro Reinert und Saphira Giersch verkraften. Reinert, die langjährige Nationalspielerin und immer noch beste Torhüterin Deutschlands hat ihre Karriere beendet und steht auch als Trainerin nicht mehr zur Verfügung. Giersch ist in die spanische Liga gewechselt. Als Coach steht außerdem Marcell Wienberg nicht mehr zur Verfügung.

Wie sind diese Abgänge kompensiert worden?

Die IGR räumt ein, dass die Suche nach dem oder den Nachfolgern für den Trainerposten „äußerst kompliziert und anstrengend“ gewesen sei. Nach intensiven Gesprächen gibt es nun ein Team von fünf Personen, das bewusst so breit aufgestellt sei. Neuer Coach ist der Ex-Eishockeyspieler und Ex-Jugendtrainer in Herringen Tobias Durben, der bereits im IGR-Nachwuchsbereich aktiv war. Als Co-Trainer fungiert IGR-Urgestein Jochen Thomas. Torwarttrainer sind Oliver Gabriel (Teammanager der Jugend-Abteilung) sowie Thomas Beck, der 2. Vorsitzende der IGR. Teambetreuerin bleibt Sandra Pillenkamp.

Gibt es auch Neuzugänge im Kader?

Es gibt eine wichtige Rückkehrerin. Annika Zech hat ihren einjährigen Aufenthalt in Spanien, wo sie bei Reus Deportiu gespielt hat, beendet. Außerdem rücken eigene Nachwuchsspielerinnen aus den eigenen Reihen in den Bundesligakader auf.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns an. In dieser Woche blicken wir auf die anstehenden Spielzeiten in den Rollhockey-Bundesligen, die im September starten. Da gibt es bei den den Herren einige Veränderungen. Wie auch in der Frauen-Mannschaft der IGR Remscheid.

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