Türchen 11

Adventskalender mit Anis Geus: Elf Facetten der Nummer 11

So kennt man ihn: Anis Geus mit schlechter Laune zu erleben, ist nahezu unmöglich. Erst recht in der aktuellen Phase, wo es für ihn selbst und den SSV Bergisch Born merklich aufwärts geht. Fotos: Andreas Bornewasser
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So kennt man ihn: Anis Geus mit schlechter Laune zu erleben, ist nahezu unmöglich. Erst recht in der aktuellen Phase, wo es für ihn selbst und den SSV Bergisch Born merklich aufwärts geht.
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Nächstes Türchen im Rückennummer-Adventskalender des RGA-Sports mit dem Borner Fußballer.

Von Fabian Herzog

Einige Fußballer hätten sich alleine aufgrund der Anzahl ihrer Stationen für das Türchen Nummer 11 in unserem Adventskalender geeignet. Anis Geus stellt diesbezüglich das krasse Gegenteil dar. Der Wermelskirchener lebt die Vereinstreue und bringt es gerade einmal auf zwei Clubs, für die er in seinen über 20 Fußball-Saisons die Schuhe geschnürt hat. Dafür hat der 26-Jährige um so mehr Facetten zu bieten.

1.) Die Karriere

Angefangen als Bambini in der Wermelskirchener Jugend, konnte sich der Linksfuß in der C-Jugend-Niederrheinliga beweisen. Im Seniorenbereich suchte Geus nach zwei Jahren bei Bergisch Born eine neue Herausforderung. „Da stimmt das Gesamtpaket“, schwärmt der Vollblutfußballer.

2.) Der jüngste Aufschwung

Mit dem Bezirksligisten ging es für den 26-Jährigen zum Ende der Hinrunde noch einmal steil nach oben. „Seit der Sascha weg ist, läuft es leider“, sagt Geus lächelnd und verdeutlicht, wie gut sein Verhältnis zu Sascha Odina immer war und auch noch ist. „Er ist ein megaguter Trainer“, findet der Stürmer, „aber irgendwann passt es einfach nicht mehr.“ Auch für ihn selbst lief es wieder besser. Nach langwierigen Verletzungen kam er gegen Mettmann (3:1) über die volle Distanz und in Ronsdorf (5:2) über 70 Minuten zum Einsatz. „Das tat gut“, sagt Geus, „habe ich aber auch am nächsten Tag gespürt.“

3.) Seine Verletzungen

Eiskalt im Abschluss: Wenn Anis Geus im gegnerischen Sechzehner auftaucht, zögert er nicht lange.

2018 war er für vier Monate außer Gefecht gesetzt – nach einem Pferdekuss. Durch diesen hatte sich ein Bluterguss im rechten Oberschenkel gebildet, der zweimal operativ behandelt werden musste. „Die Ärzte sagten, dass sie das Bein möglicherweise hätten amputieren müssen, wenn ich später zu ihnen gekommen wäre.“ Im Sommer zwang ihn eine Schambeinentzündung wochenlang zum Zuschauen.

4.) Die Erfolge

Unvergessen bleibt für ihn der 3:2-Kreispokalsieg 2014 mit der Wermelskirchener A-Jugend auf dem Jahnplatz gegen den FCR. Bei 3:0-Führung flog Geus „wegen einer angeblichen Tätlichkeit“ nach 30 Minuten vom Platz. „Da ziehen mich meine Kumpels heute noch mit auf“, sagt er lächelnd. Einen großen Stellenwert genießt auch der Bezirksliga-Aufstieg mit den Bornern 2018.

5.) Seine Familie

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Seine Mutter ist Marokkanerin, sein Vater Deutscher. Geus hat zwei ältere Brüder. Reduan (29) und Said (30) „haben mit Fußball aber gar nichts zu tun.“

6.) Die Pigmentstörung

„Angefangen hat das mit 13 oder 14 und wurde dann immer mehr“, beschreibt Geus die Hautkrankheit, für es „keine Gründe“ gibt. „So wie ich haben das 2,5 Prozent der Weltbevölkerung.“ Schmerzen habe er deswegen keine, außer wenn die hellen Stellen zu viel Sonnenlicht abbekommen. „Selbst Sonnencreme mit Stärke 50 hilft manchmal nicht.“ An neugierige Blicke oder Sprüche habe er sich mittlerweile gewöhnt. „Früher fand ich das nicht so lustig. Aber heute denke ich: Ohne die Pigmentstörung wäre ich bestimmt nicht der, der ich bin.“

7.) Das Leben mit dunkler Hautfarbe

Geprägt habe den Wermelskirchener auch der Umgang mit seiner Hautfarbe. „Früher war es fast normal, als Neger bezeichnet zu werden“, erzählt Geus. „Das habe ich immer gehasst und hasse ich auch heute noch.“

8.) Sein Beruf

Als gelernter Metallbauer arbeitet Geus als Blechschlosser bei der Firma Rhewum in Lüttringhausen.

9.) Der Style

Geus achtet sehr auf sein Äußeres. „Ich trage auch gerne mal einen Jogginganzug“, sagt er. Meistens aber eben schicke Klamotten. „Ich mag immer schon das Modische.“

10.) Seine Kumpels

Geus hat viele gute Freunde. „Francesco Di Donato, Nick Salpetro und Umut Demir sind die engsten, die ich hab“, sagt Geus. „Dann kommen Dennis Rauchhaus oder Jannic Kilter.“ Gerne zieht man an den Wochenenden gemeinsam um die Häuser. „Man ist ja nur einmal jung.“

11.) Die Rückennummer

Als Bayern-Fan prägte ihn der Champions-League-Sieg 2001 in Mailand. Später tat es ihm Zé Roberto an, der die 11 trug. „Von dem hatte ich alles“, erklärt Geus. „Wenn Bayern gespielt hat, habe ich auf ihn geschaut.“ Entsprechend eifert der Stürmer ihm nach: „Die 11 war immer meine Nummer.“

Serie

Auch in diesem Jahr stellen wir in unserem Rückennummer-Adventskalender vom 1. bis 24 Dezember (mit den Sonntagen als Ausnahme) Sportlerinnen und Sportler vor. Bisher waren dies:

Nummer 1: Sebastian Weber, Torhüter des Fußball-Landesligisten SV 09/35 Wermelskirchen.

Nummer 2: Yusuf Kaya, Fußballer des Bezirksligisten Dabringhauser TV.

Nummer 3: Antonio Angelov, Fußballer des Landesligisten FC Remscheid.

Nummer 4: Jens Reinarz, Handballer des Drittligisten Bergische Panther.

Nummer 6: Erik August, Kapitän des Fußball-Bezirksligisten VfB Marathon.

Nummer 7: Moritz Mettler, Handballer des Landesligisten ATV Hückeswagen.

Nummer 8: Dennis Dossmann, Remscheider Fußballer.

Nummer 9: Footballer Tommy Le Pongsagorn.

Nummer 10: Ben Vornehm, Handballtalent der Bergischen Panther.

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