Sportlicher Adventskalender

Andreas kann mit Verwirrung leben

Philipp Andreas auf dem Kollenberg – in seinem sportlichen Wohnzimmer.
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Philipp Andreas auf dem Kollenberg – in seinem sportlichen Wohnzimmer.
  • Fabian Herzog
    VonFabian Herzog
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Zwölftes Türchen im Rückennummer-Adventskalender des RGA-Sports mit dem Rader Fußballer.

Es gibt Dinge in seinem Leben, die haben sich zu einer wahren Konstante entwickelt. Auf dem Rader Kollenberg hat Philipp Andreas als Bambini mit dem Fußballspielen begonnen, auch heute ist der Stürmer des SC 08 dort – mit einem Jahr Ausnahme in der E-Jugend bei der SG Hackenberg – noch aktiv. Und auch ein weiterer Umstand wird sich wohl nie verändern: die Verwirrungen wegen seines Namens. „Das begleitet mich schon mein Leben lang“, sagt der 23-Jährige mit einem Schmunzeln. „Zum Beispiel am Telefon muss ich immer erklären, was mein Vor- und was mein Nachname ist.“ Diesbezüglich zeigt er sich jedoch nachsichtig: „Es besteht da ja tatsächlich akute Verwechslungsgefahr.“

Jahrelang schien für Andreas auch klar zu sein, wie eine Saison in der Fußball-Bezirksliga mit den Radern abläuft. Von vielen als Abstiegskandidat gehandelt starten, diesen Zweiflern manch eine Bestätigung liefern, um am Ende doch noch die Kurve zu kriegen. „Das habe ich schon in meiner Zeit als Jugendspieler mitbekommen, dass es oft so gelaufen ist“, erzählt er. Seine erste Seniorensaison glich dann auch einem Paradebeispiel für das Image der Unabsteigbaren. In den Relegationsspielen gegen Kevelaer sicherte Eren Eryürük mit seinen Toren im Sommer 2019 den Klassenerhalt.

Doch in dieser Saison sei seine Mannschaft auf dem besten Weg, sich den Nervenkitzel der vergangenen Spielzeiten zu ersparen. Nach 17 von 30 Partien liegen die Rader im gesicherten Mittelfeld. „Neben den bekannten Tugenden, die uns immer schon ausgezeichnet haben, haben wir uns auch fußballerisch entwickelt“, meint Philipp Andreas. Großen Anteil daran habe Zdenko Kosanovic. „Er ist halt ein Top-Trainer. Und so langsam merkt man, dass es greift, was er uns vermittelt.“ Und klar sei auch: „Wir alle sehnen uns nach einer ruhigen Saison.“ Nun liege es an der Mannschaft, in der zweiten Saisonhälfte zu zeigen, dass die erste „kein Zufall“ war.

Für Andreas selbst läuft es noch nicht komplett nach Plan, aber auch nicht schlecht. „Ich stehe bei zwei Saisontoren. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen.“ Wichtig ist für ihn aber vor allem, dass die immer wieder auftretenden Knieprobleme (entzündete Patellasehne) der Vorsaison, als er mehrere Monate ausfiel, sich in Grenzen halten. „Und ich sehe mich auch nicht als klassischen Knipser“, weiß der 23-Jährige seine Torquote einzuordnen. Mannschaftsdienlichkeit ist das große Stichwort.

Der im Fußball so oft zitierte wichtige zwölfte Mann, womit dann im Prinzip immer das eigene Publikum gemeint ist, ist bei Nullacht eben Andreas. Der Mann mit der Nummer 12. „Als ich in die 1. Mannschaft kam, waren viele schon vergeben“, erinnert sich der Radevormwalder. Seinem Wesen entsprechend eifert er keinem Star hinterher, sondern steht er für den soliden Fußball.

Das spiegelt sich auch in seinem Lieblingsclub wider. Philipp Andreas ist Fan des FC Schalke – und das fast von Geburt an, wie ihm vor kurzem wieder bewusst wurde. Da bekam er vom Verein Glückwünsche zur 20-jährigen Mitgliedschaft. „Mein Papa hat mich damals direkt angemeldet und die Richtung vorgegeben.“ So fand sich der Rader am 25. November 2017 auch im Dortmunder Signal-Iduna-Park wieder, wo sein Team zur Pause mit 0:4 zurücklag. Das Ende dürfte Fußballfans bekannt sein. „Davon werde ich meinen Enkelkindern noch erzählen“, ist sich Andreas sicher.

Nahezu alles dreht sich im Leben des 23-Jährigen um den Fußball. „Wenn ich nicht selbst auf dem Platz stehe, läuft es im Fernsehen. Egal welches Spiel. Was übertragen wird, schaue ich auch“, erzählt der Rader, der ein duales Studium in Richtung kommunaler Verwaltungsdienst absolviert und blockweise in Köln an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung studiert oder bei der Stadt Solingen arbeitet.

Serie

Schon im dritten Jahr in Folge stellen wir in unserem Rückennummer-Adventskalender bis Heiligabend Sportlerinnen und Sportler näher vor. Gerade auch die, die sonst nicht immer im Mittelpunkt stehen. In der morgigen Ausgabe folgt eine Handballerin des Oberligisten Bergische Panther.

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