American Football

Amboss: Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Die Greyhounds flott mit dem Spielgerät unterwegs, der Amboss am Boden – solche Szenen hatten im Stadion Reinshagen am Samstag keinen Seltenheitswert. Foto: Michael Sieber
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Die Greyhounds flott mit dem Spielgerät unterwegs, der Amboss am Boden – solche Szenen hatten im Stadion Reinshagen am Samstag keinen Seltenheitswert.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Der Football-Oberligist verliert ausgerechnet gegen den bergischen Nachbarn.

Lars Ramus gilt als Führungsspieler beim AFC Remscheid Amboss. Nicht umsonst trägt er die Fahne, wenn der Football-Oberligist vor dem Anpfiff durch das Marathontor ins Stadion Reinshagen läuft. Er hat Gewicht, ist ein Kraftpaket. Und sein Wort hat Gewicht. Weshalb seine Mannschaftskameraden nach der ersten Saisonniederlage, die ausgerechnet im Derby gegen die Wuppertal Greyhounds mit 8:28 (0:14) deftig ausfiel, genau hinhörten, als er eine klare Ansage machte: „Wir gewinnen zusammen, und wir verlieren zusammen!“ Punkt! Kein Widerspruch.

Zweimal hatte der Amboss in dieser Spielzeit gefeiert, diesmal übernahm diesen Part der Gegner aus dem Tal. „Die wollten den Sieg mehr“, formulierte Headcoach Carsten Weber seine erste Einschätzung. „Wir sind immer einen Schritt zu spät gekommen. Es war ein gebrauchter Tag.“

Doch – auch das wurde bei der Zusammenkunft des Teams nach dem Abpfiff noch auf dem Rasen formuliert – die Remscheider wollen ihre Krone flott wieder richten und neu angreifen. „Echte Männer stehen wieder auf“, sagte Weber.

Eigentlich war alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Marc Schnabl fehlte aus privaten Gründen – und damit der umsichtige Abwehrchef. Jens Vogt wird in dieser Spielzeit wegen seiner Fußverletzung aus der ersten Partie gegen Aachen kaum noch zum Einsatz kommen, David Engelmann ging angeschlagen in die Begegnung, und Michael Schönen zog sich eine möglicherweise schwerwiegende Unterarmverletzung zu. Er musste mit dem Krankenwagen in die Klinik gebracht werden. Topleute, die den zum Teil noch sehr jungen Mitspielern Struktur geben können.

Wenigstens die Überraschungen zur Pause gelingen

Eben diese fehlte über weite Strecken. Die Greyhounds waren fast in jedem Zweikampf wacher, flotter auf den Beinen. Und nutzten die Lücken in der diesmal ungewohnt fahrigen Defensive konsequent. Jeweils zu Beginn der ersten beiden Viertel brachen sie durch, dazu gab es Zusatzpunkte. „Zur Pause habe ich gedacht, wir können das Spiel noch umbiegen“, gab Weber zu. Ein Trugschluss. „Der Amboss muss sich auf das besinnen, was ihn in den bisherigen Spielen stark gemacht hat“, sagte Patrick Poetsch, der mit LeRoy Stryewski für die Pausenunterhaltung sorgte, als er Sweatshirt und Pulli verloste. Die beiden Ex-Ambosse spielen mit den Cologne Centurions in der Europe League.

Ein weiterer ehemaliger Amboss, Dennis Hagen, munterte das Publikum ebenfalls auf. Der Architekt, der mittlerweile in Berlin lebt, feierte seinen Junggesellenabschied und musste „Sweet Caroline“ singen. Eine „nette“ Überraschung der Kumpels.

Auf dem Feld blieb die Überraschung aus. Die Gäste erhöhten auf 28:0, Tobias Picard und David Gamenick (Two-Point-Conversion) machten das Resultat etwas erträglicher.

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