American Football

Amboss plant trotz aller Unwägbarkeiten

Wie sehr sie das vermissen: Mit jedem Tag wächst die Sehnsucht der Amboss-Footballer, sich endlich wieder ins Getümmel stürzen zu können. Foto: Cedric Eltze/CEPD Sport
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Wie sehr sie das vermissen: Mit jedem Tag wächst die Sehnsucht der Amboss-Footballer, sich endlich wieder ins Getümmel stürzen zu können.
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Remscheider Footballer wollen vorbereitet sein, falls die Verbandsligasaison (irgendwann) startet.

Von Fabian Herzog

Ende März 2020 hatte er eine düstere Prognose gewagt. „Ich glaube, dass in diesem Jahr in Deutschland gar kein Football mehr gespielt wird“, sagte Christian Müller damals. Was zu diesem Zeitpunkt, keine drei Wochen nach dem sportlichen Lockdown, für viele unvorstellbar war, sollte sich bewahrheiten. Bleibt zu hoffen, dass der Vorsitzende des AFC Remscheid Amboss nicht immer richtig liegt. Denn sein Blick in die Zukunft verheißt erneut nichts Gutes: „Ich persönlich gehe davon aus, dass wir auch in 2021 keine Saison, sondern maximal ein paar Freundschaftspartien spielen werden.“

Für Müller würde es jedenfalls einem Wunder gleichen, sollte es anders kommen. Dennoch plant der Verbandsligist für die Rückkehr in den Spielbetrieb und will gerüstet sein, wenn es grünes Licht gibt. Traditionell bedeutet dies zu Beginn des Jahres, die Weichen zu stellen. Trotz aller Unwägbarkeiten. Zeit für eine Analyse.

Wie sehen die Pläne des Verbands aus?

Vor wenigen Tagen wurden drei Szenarien veröffentlicht, wie und wann die Saison 2021 – abhängig von der Corona-Entwicklung – über die Bühne gehen könnte. Möglichkeit eins: Start Mitte/Ende April mit ganz regulärem Spielbetrieb. „Total unrealistisch“, findet Müller. Schließlich müsse den Mannschaften eine Vorbereitungszeit von sechs bis sieben Wochen ermöglicht werden. „Und das im Vollkontakt“, präzisiert der Amboss-Chef.

Christian Müller hat schlimmste Befürchtungen.

Möglichkeit zwei: Start Anfang Juni. Dann sollen die Ligen neu sortiert werden, mit maximal sieben Mannschaften. Gespielt wird eine einfache Runde ohne Rückspiele.

Möglichkeit drei: Start am 14. August. Fünf Mannschaften pro Liga. Gespielt wird ebenfalls nur eine Hinrunde.

Was ist am wahrscheinlichsten?

Am ehesten Variante drei, im besten Fall Variante zwei. Christian Müller verdeutlicht, warum er so pessimistisch ist: „Weil wir in dieser Pandemie noch lange nicht über den Berg sind.“ Erschwerend komme außerdem hinzu, dass beim Football einige Standardfaktoren nicht zu verändern seien. „Bei unseren Spielen stehen zum Beispiel immer 80 bis 100 Menschen gleichzeitig auf dem Feld“, sagt er. Die Hälfte davon müsse zu Auswärtsspielen ja immer auch irgendwie anreisen. In Bussen oder PKW, entsprechende Ansteckungsgefahr inklusive.

Wie stellt sich der Amboss trotz aller Unwägbarkeiten auf?

Gemeldet wurden eine U13, eine U19 und das Seniorenteam. Wobei die Remscheider heilfroh waren, dass der Verband nach eingehender Kritik von seinen ursprünglichen Prinzipien abwich und den Vereinen entgegenkam. Denn diese sollten bei der notwendigen Verlängerung der Spielerpässe zunächst, wie üblich, neue Unterschriften aller einreichen. Im Jugendbereich sogar samt der der Erziehungsberechtigten. Immerhin davon wurde im Nachhinein abgesehen und eine Sonderregelung ins Leben gerufen.

Warum gibt es keine U16?

„Das ist aktuell unser Sorgenkind“, berichtet Müller von einem Spielermangel. Dies wiederum führt er vor allem auf die Corona-Krise zurück, in der man kein Probetraining anbieten und auch keine potenziellen Zugänge in Heimspielen auf den Geschmack bringen konnte. So laufen derzeit Gespräche mit anderen Vereinen, um eine Spielgemeinschaft zu bilden. Denn: Keiner der noch verbliebenen U16-Spieler soll im Stich gelassen werden. Müller: „Dafür werden wir einiges investieren.“

Mit welcher Mannschaft würde der Amboss im Seniorenbereich in die Verbandsligasaison starten?

Nach zuletzt erneut negativen Erfahrungen wird es in diesem Jahr keinen Spieler aus den USA im Kader des Fünftligisten geben. „Davon habe ich die Schnauze voll von“, macht der Amboss-Vorsitzende seinem Ärger Luft. „Wir besinnen uns viel lieber auf uns und setzen auf lokale Spieler.“ Mit Michi Schönen und Steffen Labodda sind zwei ehemalige Leistungsträger zurückgekehrt und steigen wieder ein. Aus der U19 des Amboss aufgerückt sind Oscar Meyer, Paul Bäcker, Tommi Wichert und Max Wandschura. „Sie sind heiß auf ihr erstes Seniorenjahr“, erzählt Müller. Mit Marvin Schatz, Phillip Kepper, Kai Haller, Amit Geiler und Leon Christ konnten zudem einige Neu- und Quereinsteiger über das jährliche Probetraining dazugewonnen werden.

Wie läuft das Training ab?

Die Spieler der einzelnen Positionen trainieren gemeinsam in Video-Einheiten. Dort macht sich bezahlt, dass es mit Philipp Stosberg und Clemens Riecke qualitative Verstärkung des Coachingteams gab. „Die Stimmung ist echt gut“, sagt Müller, dessen Prognose daran hoffentlich nichts ändert.

Kader

Derzeit gehören den Senioren 37 Footballer an. „Wir suchen aber für alle Teams noch neue Spieler“, sagt Christian Müller und ergänzt mit einem Augenzwinkern die Altersvorgabe: „Zwischen 8 und 99.“

Kontakt:

remscheid-amboss.de

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