Football

Amboss nimmt die Herausforderung an

Tom Schröder (l.) und Co. werden die Amboss-Fahnen in diesem Jahr doch in der Oberliga hochhalten können. Fotos: Cedric Eltze/CEPD Sports
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Tom Schröder (l.) und Co. werden die Amboss-Fahnen in diesem Jahr doch in der Oberliga hochhalten können.
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Analyse: Warum die Remscheider Footballer doch in der Oberliga ran dürfen.

Von Fabian Herzog

Bald ist es wieder soweit. Dann können sich die Amboss-Footballer, wie hier gegen die Münster Blackhawks, wieder ins Getümmel stürzen.

2020 sollte das Jahr der Wiedergutmachung sein. Nach zwei Abstiegen in Folge hatte sich beim AFC Remscheid Amboss eine Menge Wut angesammelt, die die Footballer in positive Energie umwandeln und die Negativschlagzeilen damit vergessen machen wollten. Doch Corona hatte etwas dagegen und sorgte dafür, dass die gesamte Saison in der Verbandsliga ausfiel.

Mit sinkenden Infektionszahlen stieg bei Verantwortlichen, Trainern, Spielern und Fans in den vergangenen Wochen die Hoffnung, zeitnah in dieser an den Start gehen zu können. Doch es kam sogar noch besser: Der Amboss wurde vom American-Football- und Cheerleading-Verband (AFCV) NRW für die Spielzeit 2021 als Oberligist eingeordnet und gab diesem quasi eine zweite Chance in der Viertklassigkeit. Wie es dazu kam und was das für den Verein bedeutet, beleuchten wir in unserer Dienstagsanalyse.

Warum wurde der sportliche Abstieg 2019 revidiert und Remscheid in die Oberliga gepackt?

Rein sportlich könnte man sagen: Weil der Amboss vor zwei Jahren durch einen starken Schlussspurt nach zuvor fünf Niederlagen zum Start den Supergau verhindert, sich immerhin noch den vorletzten Platz gesichert hatte und nicht als Schlusslicht abgestiegen war. Denn nur so kam er jetzt als Nachrücker infrage, als der Verband sich für eine Aufstockung entschied. „Durch Umstrukturierungen war der Verband gezwungen, die Ligeneinteilung neu zu ordnen”, erklärt Amboss-Präsident Christian Müller.

Aus welchem Grund kam es zu dieser Umstrukturierung?

Markus Schulz, Pressesprecher des Amboss, vermutet: „Ziel war es offenbar, die Ligen mit einer ungeraden Anzahl an Mannschaften zu bestücken. Um in einer Saison, in der es aufgrund des späten Starts keine Rückrunde geben wird, allen Vereinen die Möglichkeit einzuräumen, gleichviele Heim- wie Auswärtsspiele zu haben und die Einnahmemöglichkeiten zu Hause sowie die Kosten für Auswärtsfahrten in angespannten Zeiten auf alle Vereine gleich zu verteilen.“

Was bedeutet die Entwicklung für den Amboss?

Mit einer Mischung aus Begeisterung und Motivation haben die Remscheider die Nachricht zur Kenntnis genommen. „Wir wollen uns der Herausforderung in der Oberliga erneut stellen”, sagt beispielsweise Müller. Ähnlich klingt es bei Carsten Weber, dem Headcoach: „Wir freuen uns, dass wir nun doch nicht aus der Oberliga abgestiegen sind.” Auch ihm sei es dabei „durchaus bewusst“, dass es zu einer Herausforderung werden wird, gegen die anderen Teams dieser Klasse zu bestehen.

Mit wem wird es der (Doch-weiter-) Oberligist in der neuen Saison zu tun bekommen? Und wann?

Gegner sind wieder die beiden Münsteraner Teams Blackhawks und Mammuts, der bergische Rivale Wuppertal Greyhounds, Regionalliga-Absteiger Aachen Vampires sowie die Aufsteiger Cologne Crocodiles II und Siegen Sentinels. Nicht mehr dazu gehören die Düsseldorf Bulldozer (in die Regionalliga aufgestiegen) und die Dortmund Giants (Absteiger in die Verbandsliga). Losgehen soll es am 7./8. August, einen Spielplan gibt es noch nicht. Am 17. Juni trifft sich der Verbandsspielausschuss, um diesen zu erstellen.

Wieso stapeln die Remscheider, die jahrelang der Regionalliga angehört und an die Tür zur 2. Liga angeklopft haben, so tief?

Ganz einfach: Der Amboss verfolgt seit einigen Jahren eine neue wirtschaftliche Strategie, die sich stark von vielen Konkurrenten in NRW unterscheidet. Cheftrainer Weber erläutert: „Wir wollen uns der Aufgabe in der Oberliga stellen und dabei nicht von unserer neuen Ausrichtung abweichen, auf Import-Spieler zu verzichten und eigene Talente spielen zu lassen.” Jahrelang hatten die Remscheider immer wieder auf Verstärkungen aus den USA gesetzt, dann aber einen anderen Weg eingeschlagen. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen, die auch schon unterhalb der Regionalliga auf Importe bauen.

Mit welchem Kader wollen die Remscheider dagegenhalten?

Weber kann auf mittlerweile knapp 50 Spieler vertrauen. Dazu zählen bewährte Kräfte wie Quarterback Tom Schröder, Lars Ramus, Marc Schnabl, Patrick Suchy, Patric Wendling, Patrick Großepehler oder Nick Zimmermann, aber auch Quer- beziehungsweise Neueinsteiger wie Moritz Klöckner, Sven Tepel oder Kai Haller. Dazu rücken einige Spieler aus der eigenen U19 auf, mit Lenard Straube (von den Sauerland Mustangs) gibt es auch einen externen Neuzugang. Außerdem kehren ehemalige Leistungsträger Christoph Henkel und Steffen Labodda in den Kader zurück.

Viele sehen auch im gezwungenen Umzug von Reinshagen nach Lennep einen Faktor für den Absturz des Amboss. Wann ist eine Rückkehr ins „Wohnzimmer“ im Westen der Stadt realistisch?

„Wir stehen im Kontakt mit der Stadt“, berichtet Christian Müller, der sowohl fürs Stadion Reinshagen als auch für das Röntgen-Stadion Reservierungen vorgenommen hat. Wohl wissend, dass es in Lennep zu terminlichen Kollidierungen mit den FCR-Fußballern kommen könnte. „Es wird sich knubbeln“, sagt der Vorsitzende. Er hofft darauf, dass die in Reinshagen laufenden Arbeiten am Naturrasen schnellstmöglich abgeschlossen werden können.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die unbedingt eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns gerne an. Heute geht es um die Situation der Footballer und speziell die des AFC Remscheid Amboss, der von einer Umstrukturierung der Ligen profitiert und ab August in der Oberliga startet.

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