Handball

Ambitioniert und mit großem Ehrgeiz: Das ist der Neue bei der HGR

Nelson Weisz, der künftige Trainer der HGR, freut sich bereits jetzt schon auf seine neue Aufgabe.
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Nelson Weisz, der künftige Trainer der HGR, freut sich bereits jetzt schon auf seine neue Aufgabe.
  • Peter Kuhlendahl
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In der Saison 2023/24 sitzt Nelson Weisz beim Handball-Regionalligisten HG Remscheid auf der Trainerbank.

Von Peter Kuhlendahl

Hallo Herr Weisz. Wo erwische ich Sie gerade?

Nelson Weisz: Auf der Autobahn. Ich fahre von meiner Schule in Duisburg nach Remscheid und treffe mich da mit Tobias Geske, dem Sportlichen Leiter der HG Remscheid.

Sie werden in der kommenden Saison als neuer Trainer der HGR in der Handball-Regionalliga viele Stunden auf der Autobahn verbringen...

Weisz (lacht): Das habe ich mir ja freiwillig ausgesucht. Da ich aber in Essen lebe, ist die Fahrt nicht ganz so weit.

Bei wahrscheinlich künftig drei Trainingseinheiten in der Woche und den Spielen ist es dennoch ein großer Aufwand. Welche Gründe, gibt es für Sie, dass Sie in Remscheid einen Vertrag unterschrieben haben?

Weisz: Mich reizt das gesamte Projekt bei der HGR. Alle Beteiligten gehen mit großen Ambitionen und Ehrgeiz an die Aufgabe heran. Außerdem freue ich mich auf die neue Erfahrung, eine 1. Mannschaft eines Vereins coachen zu dürfen.

Sie haben die Ambitionen der HGR angesprochen. Da dürften die Ziele für die neue Saison jetzt bereits klar sein, oder?

Weisz: Natürlich. Wir wollen in der kommenden Meisterschaftsrunde in der Regionalliga ganz oben mitspielen.

Wie man es von der 4. in die 3. Liga schafft, haben Sie ja bei Ihrem letzten Verein gezeigt.

Weisz: Der Aufstieg mit der 2. Mannschaft von TuSEM Essen in die 3. Liga war auch mein größter Erfolg.

Der dann aber auch mit einer großen Enttäuschung endete. Warum mussten Sie vorzeitig Ihren Hut nehmen?

Weisz: Dass man als Aufsteiger auch einige Niederlagen kassiert, dürfte klar sein. Wir mussten am Ende der normalen Runde dann in die Abstiegsrunde. Dies wollten die Essener mit einem neuen Trainer machen. Es kam für mich völlig überraschend, und ich war auch enttäuscht. Zumal ich mit einigen Spielern viele Jahre beim TuSEM zusammengearbeitet habe. Und auch Sie waren völlig baff.

Könnte es sein, dass der eine oder andere Ihrer ehemaligen Schützlinge nun wieder die Zusammenarbeit mit Ihnen sucht? Zumal die HGR ja schon betont hat, dass es einige Neuzugänge geben wird.

Weisz: Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Außerdem stehen wir noch am Anfang der personellen Planungen. Von meiner Seite aus werde ich auch keinen ansprechen. Zumal ich mit dem TuSEM wieder ein gutes Verhältnis habe und mir auch aktuell Spiele der 1. Mannschaft in der 2. Liga anschaue.

Gemeinsam mit Tobias Geske sind Sie allerdings bereits in die Planungen für die Zusammenstellung des Kaders eingestiegen. Auf welchen Positionen gibt es den größten Bedarf?

Weisz: Da Tobi ja bekanntlich selbst seine aktive Karriere beenden wird, brauchen wir natürlich einen neuen Torhüter. Und auf alle Fälle einen Linkshänder für den Rückraum. Unser Vorteil ist bei allen Planungen, dass wir sehr früh damit anfangen können.

Sie haben sich das letzte Heimspiel der HGR in der Halle Neuenkamp gegen den Neusser HV quasi inkognito angeschaut. Werden Sie in Zukunft nun öfter vor Ort sein?

Weisz: Auf keinen Fall. Das wäre auch meinen Vorgänger Alexander Zapf und mir gegenüber nicht glücklich. Falls es in Spielen nicht läuft, käme gleich Kritik auf und ich müsste kluge Ratschläge geben. Wenn es auf der anderen Seite prima läuft, würden Stimmen laut, warum es überhaupt einen Trainerwechsel gibt.

Die HGR ist nicht erst in dieser Saison für ihre zwei Gesichter bekannt. An guten Tagen kann sie jedes Team in der Liga schlagen. Aber auch gegen jeden Gegner verlieren.

Weisz: Das ist mir natürlich nicht verborgen geblieben. Ich hoffe, dass unter meiner Regie das positive Gesicht überwiegt.

Welche Handball-Philosophie verfolgen Sie?

Weisz: Ich will da gar nicht so sehr von einer Philosophie sprechen. Aber ich bin ein Anhänger von Tempospiel. Außerdem versuche ich, zu vermitteln, dass in der Defensive aktiv gearbeitet und nicht nur auf den Gegner reagiert wird.

Nachdem Sie in Essen im Frühjahr Ihren Stuhl räumen mussten, sind Sie selbst seit einigen Monaten nicht mehr im Handball aktiv. Fehlt Ihnen was?

Weisz: Dass ich nicht mehr aktiv war und bin, stimmt so nicht. Am Anfang der Woche schaue ich auf diverse Spielpläne und mache mir einen Plan, welche Spiele ich am nächsten Wochenende in den Hallen anschaue. Außerdem bin ich gerade dabei, meine Trainer-A-Lizenz zu machen.

Aber alles ohne Trainingsalltag und die Arbeit auf der Bank.

Weisz: Einen Sommer ohne die lange Vorbereitungszeit auf die Saison habe ich schon ewig nicht erlebt und auch genossen. Als dann aber überall die Meisterschaft wieder begann, war es schon ein komisches Gefühl.

Gab es denn auch Angebote in diesem Sommer? Oder jetzt im Spätherbst, in dem die ersten Trainerwechsel über die Bühne gehen? Oder ist so ein Feuerwehrjob nichts für Sie?

Weisz: Aus einem Feuerwehrjob kann auch immer ein langfristiges Engagement werden. Darauf liegt meine Prämisse. Und Angebote gab es. Aber es muss natürlich auch passen. Wie jetzt bei der HG Remscheid.

Zur Person

Nelson Weisz wurde am 12. Januar 1992 in Viersen geboren. Nach seinem Lehramtsstudium in Essen, wo er mittlerweile auch lebt, arbeitet er seit Sommer an einer Gesamtschule in Duisburg und unterrichtet dort die Fächer Sport und Geschichte. Seine handballerische Wiege steht beim TV Lobberich. Dort war Weisz, der selbst in der Verbands- und Oberliga aktiv war, bereits mit 14 Jahren im Nachwuchsbereich als Trainer aktiv. Weitere Stationen waren dann beim TV Aldekerk und TuSEM Essen. Auch beim Zweitligisten hat er zunächst im Jugendbereich gearbeitet und dann die 2. Mannschaft gecoacht.

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