Wer erkennt wen

Als er fünfmal hält, bebt die ganze Halle

Doris und Stephan Hoff sind seit 37 Jahren verheiratet und genießen gemeinsame Wanderungen. Foto: SH
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Doris und Stephan Hoff sind seit 37 Jahren verheiratet und genießen gemeinsame Wanderungen.

RGA-Serie: Diesmal galt es einen Handballer zu erkennen, der als Torwartlegende bezeichnet wird.

Von Andreas Dach und Peter Kuhlendahl

Eins vorweg: Unser Gedanke, das historische Foto in dieser Woche könnte gut 40 Jahre alt sein, war ein falscher. „Dann müsste Tiberius Jeck ja schon mit zehn Jahren Werbung gemacht haben“, sagte Ralf Hesse lachend. Jeck zierte damals mit seiner Versicherung die Trikots der diesmal abgebildeten Mannschaft. Volljährig sollte der Geschäftsmann also schon gewesen sein.

Einigen wir uns also auf rund zwei Jahrzehnte. Das herrliche Bild mit Remscheider Handballgrößen von früher ist im März 2000 entstanden und zeigt Sportler, deren jeweilige Vita ganze Seiten füllen würden.

Herausgepickt haben wir Torhüter Stephan Hoff. Er gehörte seinerzeit einem Auswahlteam an. Namentlich: Klaus Kürten, Klaus Elle, Ralf Behle, Constantin Patrascu, Rolf Gerhard, Ronald Paas (hinten, v.l.), Klaus Hesse, Klaus Jungjohann, Stephan Hoff, Ralf Hesse, Ralf Blicke und Axel Altena (vorne, v.l.). Das Who is Who des Remscheider Handballs in damaligen Zeiten. Bunt gemischt aus Akteuren der Lenneper TG, des Hastener TV und des Remscheider TV.

Hoff ist ein überzeugter Lenneper. Ein LTG-Mann durch und durch. Was ihn nicht daran hinderte, im Herbst seiner sportlichen Karriere noch bei den Bergischen Soldaten auszuhelfen und mit ihnen zwei Aufstiege zu feiern. „Stephan ist ein ganz feiner Mensch“, schrieb Alexander Zapf. „Man kann bei ihm schon von einer absoluten Torwartlegende sprechen. Leider zieht es ihn inzwischen wegen seines Schwiegersohns mehr zum Rollhockey . . .“

„Wir halten in guten und schlechten Zeiten zum FC Schalke 04!“

Antonia Hoff, Tochter

Bei dem Schwiegersohn, wenn es auch offiziell noch nicht der Fall ist, handelt es sich um Yannick Peinke. Den Kapitän des Rollhockey-Bundesligisten IGR Remscheid also. Der führt seit drei Jahren eine Beziehung mit Antonio Hoff, einer der beiden Töchter des diesmal Gesuchten. „Ich erlebe ihn als sehr herzlich und jemanden, der immer an seine Mitmenschen denkt“, hob Peinke heraus. „Er ist so sportverrückt, dass es keinen Tag gibt, an dem er keinen Sport schaut – egal welchen.“

Über allem stehe der Handball, seine große Liebe sei aber der FC Schalke 04. Was sicher nicht alle wissen: Hoff schwingt auch gerne die Bowlingkugel. Alle sechs Wochen treffen sich Andreas und Cedric Schmidt, Yannick Peinke und Stephan Hoff mit ihrem Club („Strikerz“) bei Howie Paasch in der Haddenbach, um die Pins abzuräumen. Noch einmal Peinke: „Stephan liebt den Sport, die Familie und die Freunde.“ Wie eben Vater und Sohn Schmidt. „Im Grunde sind wir fast schon eine Familie“, betont Andreas „Schmiedel“ Schmidt, der selbst als junger Spieler zum ersten Mal Kontakt bei der LTG mit ihm hatte. „Stephan ist immer für einen Spaß zu haben, immer gut drauf und einfach ein richtig toller Typ“, ergänzt Cedric Schmidt.

Was seine Tochter Antonia Hoff gerne bestätigte: „Wir teilen gemeinsam unsere sportliche Leidenschaft.“ Allerdings mochte sie nicht in seine Fußstapfen treten und Handballerin werden: „Dazu ist es leider nie gekommen, da ich früh die Rollschuhe für mich entdeckt habe.“ Dafür sei man sich in Sachen Sympathie für Königsblau einig: „In guten wie in schlechten Zeiten.“ Schon als Baby kam sie mit dem FC Schalke 04 in Berührung: „Als ich ein Jahr alt war, durfte ich mit Papa den 1997 gewonnenen UEFA-Pokal berühren.“

Bezogen auf die handballerische Laufbahn des Papas ist ihr ein Spiel in besonderer Erinnerung geblieben. Und zwar ein Pokalduell der Soldaten mit den Panthern: „Die Partie schien schon verloren, als Papa auf einmal fünf Bälle hintereinander hielt und die ganze Klausener Halle in Lüttringhausen bebte.“

Aus dem Nähkästchen plauderte Michael Hoff. Er berichtete zum Beispiel, dass sein Bruder gelernter KfZ-Mechaniker und mittlerweile seit fast 40 Jahren bei der Firma Barmag, jetzt Oerlikon, tätig ist. In verantwortlicher Position im Lagerbereich. Stephan Hoff sei sehr gesellig und ein Familienmensch (seine Ehefrau heißt Doris, eine weitere Tochter Daniela), dazu ein leidenschaftlicher Weizenbiertrinker. Hin und wieder schaue man sich zusammen Spiele des Bergischen HC in der 1. Bundesliga an oder fahre Rad. Bis heute habe Stephan Hoff den Kontakt zu seinen früheren Handballkumpels gepflegt. Ach ja, und seit einer Hüft-OP sei seine Laufbahn endgültig beendet.

Auch Ehefrau Doris ließ es sich nicht nehmen, ein paar Zeilen per E-Mail zu schreiben. „Wir sind seit 37 Jahren glücklich verheiratet.“ Und da seine intensive aktive Handballzeit ja vorbei sei, habe man nun auch mehr Zeit, um gemeinsam zu Wandern und zum Radfahren. „Und während der Corona-Zeit machen uns die E-Bike-Touren durch das Bergische Land besonders viel Freude.“

Ein altes Programmheft bringt die endgültige Auflösung

Ein Programmheft besagt: Diese Stadtauswahl mit Stephan Hoff ist 2000 gegen die Nationalmannschaft von 1978 angetreten.

„Wo habt ihr das Bild denn ausgegraben?“, fragte Ralf Blicke. Er bezeichnete den diesmal in den Mittelpunkt der Serie gestellten Sportler als „Supertyp“. Früher habe man oft gegeneinander gespielt, später habe er ihn bei den Soldaten trainiert. Bezogen auf den Anlass der Partie war sich Blicke anfangs nicht sicher: „Das kann gegen die deutsche WM-Mannschaft von 1978 gewesen sein. Oder haben wir gegen den VfL Gummersbach gespielt?“ Bis er ein altes Programmheft herausgekramt hatte. Das besagte: Die Stadtauswahl Ü40 gegen das WM-Team von 1978. Der Termin: 3. März 2000 um 20.15 Uhr in der Sporthalle Neuenkamp.

Diesen Anlass konnte Annette Jungjohann nicht benennen, bekam dafür aber fast alle Namen zusammen. Außerdem tippte sie völlig korrekt, dass das Bild 20 Jahre alt sei: „Zumal Tibi schon Werbung machte.“

Der Angesprochene selbst, Tiberius Jeck, griff auch zum Hörer: „Ist doch klar, dass ich anrufe, wenn mein früherer Torwartkollege abgebildet ist. Er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, und seine Tochter Antonia arbeitet seit ein paar Jahren bei mir.“

Müsste nur noch geklärt werden, was es mit Hoffs Spitznamen „Kempes“ auf sich hat. Ralf Hesse mutmaßte und Andreas Schmidt bestätigte dies: „Das hat mit dem früheren argentinischen Fußball-Nationalspieler Mario Kempes zu tun.“

Wer erkennt wen

In unserer historischen Serie veröffentlichen wir immer am Dienstag ein Mannschaftsfoto, welches mindestens zehn Jahre alt sein und ein Team aus unserem Verbreitungsgebiet zeigen muss. Nach hinten heraus sich zeitlich keinerlei Grenzen gesetzt. Mögen Sie uns eins zur Verfügung stellen? Dann schicken Sie doch gerne eine Mail mit ergänzenden Infos:

lokalsport@rga.de

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