Fußball

Alles geschieht im Sinne der Vereine

Ob Rot oder Gelb-Rot, ob in der Bundesliga oder in der Kreisliga – Kartenspiele haben häufig ein Nachspiel. Dann muss die Sportgerichtsbarkeit über das Strafmaß entscheiden.
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Ob Rot oder Gelb-Rot, ob in der Bundesliga oder in der Kreisliga – Kartenspiele haben häufig ein Nachspiel. Dann muss die Sportgerichtsbarkeit über das Strafmaß entscheiden.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
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Analyse: Darum hat das Fußball-Sportgericht des Kreises personell aufgestockt.

Ohne sie geht es nicht, auch wenn manch einer möglicherweise froh wäre, wenn es sie nicht gäbe. Die Männer des Kreissportgerichts im Fußball leisten ehrenamtlich sehr wertvolle Arbeit. Wir schauen hinter die Kulissen. Wie werden die Urteile gefällt? Nehmen die zu verhandelnden Fälle gerade wieder zu? Wie ist die personelle Lage?

Eine Zeit lang hat das Kreissportgericht nur noch aus drei Personen bestanden. Wie konnte das passieren?

Zweimal haben sich Beisitzer aus persönlichen Gründen aus dem jeweiligen Amt zurückgezogen. Zuerst hat es sich um Justin Mauren gehandelt, später dann um Hakan Hacisalihoglu.

Frank Bruchertseifer ist weiter als Vorsitzender der Spruchkammer tätig.

Damit ist man weiterhin beschlussfähig gewesen, hat zuletzt zweimal sogar nur mit zwei Leuten Urteile bei öffentlichen Verhandlungen gefällt.

Das alles ist möglich. Wirklich befriedigend ist es aber nicht gewesen. Grundsätzlich will man die Verantwortung auf möglichst viele Schultern verteilen – im Sinne der Vereine.

Also musste man handeln und hat gehandelt. Was hat sich in den vergangenen Wochen verändert?

Zunächst einmal sind mit Joachim Fleper und Werner Koschinski zwei erfahrene Kräfte als Beisitzer dazugekommen. Sie sind schon seit Jahren im Jugend-Sportgericht tätig und haben ihre Hilfe angeboten. Das gilt allerdings alleinig für die mündlichen Verhandlungen. So ist sichergestellt, dass sich dort immer mindestens drei Mitglieder der Gerichtsbarkeit mit den jeweiligen Fällen befassen.

Insgesamt besteht das Gremium nun sogar aus sechs Personen.

Man hatte bei Dirk Spiegelhauer angefragt, ob er sich eine Mitarbeit vorstellen könne. Nach der Beendigung seiner Tätigkeit als Schiedsrichter-Obmann war der Wermelskirchener sozusagen „frei“. Er hat nach einigen Tagen Bedenkzeit zugesagt. Für Frank Bruchertseifer als Vorsitzendem des Sportgerichts steht fest: „Damit sind wir jetzt richtig gut aufgestellt.“

Der Ordnung halber: Welches sind die sechs Männer, die der Spruchkammer angehören?

Frank Bruchertseifer trägt als Vorsitzender die Verantwortung. Als Beisitzer stehen ihm Özgür Keser, Helmut Liesch (alle bis 2025 gewählt) und die drei Neuen Dirk Spiegelhauer, Joachim Fleper und Werner Koschinski (alle kommissarisch) zur Seite.

Es gibt drei Möglichkeiten, sich mit den „Fällen“ zu beschäftigen. Welche sind dies?

Am häufigsten kommt es zu mündlichen Verhandlungen am Kreis. Einzelrichterverfahren, bei denen ein einzelner Richter von seinem Schreibtisch aus das Urteil festlegt, folgen bezüglich der Häufigkeit auf Rang zwei. Schließlich gibt es auch noch die Möglichkeit des schriftlichen Kammerverfahrens. Dazu kommt es eher selten. Dazu treffen sich dann Mitglieder des Fußballsportgerichts am Kreis und fällen ohne Anwesenheit der Vereine ein Urteil.

Die neue Saison ist gerade erst ein paar Spieltage alt. Gibt es schon Gründe, Verhandlungen einzuberufen?

Leider ja. Die Verantwortlichen der Spruchkammer mussten beziehungsweise müssen sich jetzt schon mit sechs unterschiedlichen Delikten auseinandersetzen. Bedeutet: Über mangelnde Arbeit können sie nicht klagen. Auffällig ist, dass bestimmte Vereine häufiger betroffen sind, andere überhaupt nicht. Zu verhandeln sind – auch mit Blick auf die zurückliegende Saison – oft Bedrohungen (meist gegen Schiedsrichter). Auch zwei Fälle von Diskriminierungen kamen auf das Sportgericht zu.

Was ist eigentlich mit dem Spielabbruch bei der Partie in der Kreisliga A zwischen dem SSV Dhünn und der 1. Spvg. Remscheid, der kürzlich viel Wirbel gesorgt hat?

Er ist noch nicht verhandelt worden, was aber in den nächsten Tagen passieren sollte.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken ausführlich nach. Gibt es Fragen, die unbeantwortet geblieben sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? In der aktuellen Analyse befassen wir uns mit der Sportgerichtsbarkeit im Fußball-Kreis Remscheid und der personellen Konstellation, in der es vor der neuen Saison einige Veränderungen gegeben hat.

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