Wer erkennt wen?

Alle Spielbälle sind seine guten Freunde

Mit ehemaligen Mitschülern des Gymnasiums in Wermelskirchen gewann Thomas Küster (der Kopf ist eingekreist) ein Fußball-Turnier. Foto: RGA-Archiv
+
Mit ehemaligen Mitschülern des Gymnasiums in Wermelskirchen gewann Thomas Küster (der Kopf ist eingekreist) ein Fußball-Turnier.
  • Andreas Dach
    VonAndreas Dach
    schließen
  • Peter Kuhlendahl
    Peter Kuhlendahl
    schließen

Wer erkennt wen: In diesem Teil der sporthistorischen Serie steht Handballer Thomas Küster im Mittelpunkt

Bewusst oder unbewusst? Dass sich Thomas Küster, der in dieser Woche bei unserer Serie „Wer erkennt wen“ im Mittelpunkt steht, auf dem Bild „kleiner“ machte, passt genau in das Naturell des früheren Klasse-Handballers. „Er war in allem, was er gemacht hat, unglaublich bescheiden“, betonte Horst „Mecki“ Mettler.

Allerdings war der langjährige Abteilungsleiter des ATV Hückeswagen sicher, dass sich Küster durch diesen eher lobenswerten Charakterzug die ganze große handballerische Karriere verbaut hat: „Er hätte es bis in die Bundesliga schaffen können“, meinte Mettler, der entscheidenden Anteil daran hatte, dass es Küster zumindest bis in die 3. Liga gepackt hat.

„Thomas hätte es bis in der 1. Bundesliga schaffen können.“

Horst „Mecki“ Mettler

Vor mehr als 20 Jahren spielte Küster, der Ende vergangenen Monats seinen 40. Geburtstag gefeiert hat, für den CVJM Wermelskirchen in der Kreisliga. Dann leitete „Mecki“ Mettler eine Partie von ihm als Schiedsrichter. „Ich traute meinen Augen kaum, als ich sah, was Thomas drauf hatte“, erinnerte sich Mettler, der Küster sofort zum ATV lotste, der damals in der Verbandsliga spielte: „Er hat lange gezögert und meinte, die Klasse wäre viel zu hoch für ihn und er würde es nicht schaffen.“ Weit gefehlt. Küster führte die Hückeswagener nicht nur fast in die Oberliga, sondern wurde auch Torschützenkönig.

Dann kam, was kommen musste. Mit dem Wermelskirchener TV klopfte der nächste, noch höher spielende Verein bei ihm an. Auch beim damaligen Regionalligisten wurde er eine feste Größe. Wie auch später bei den Pirates des Leichlinger TV. Dort schaffte Küster schließlich den Aufstieg in die 2. Liga. „Aber dann rückte für ihn der Beruf in den Mittelpunkt“, erzählte seine Ehefrau Romana Küster. Allerdings spielte er auch noch für den TuS Wermelskirchen.

Thomas Küster arbeitet mittlerweile seit vielen Jahren bei einer Firma in Köln als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. „Er ist ein sympathischer Sportler und sehr guter Handballer. Ich habe ihn immer gerne spielen sehen“, betonte Christian Schmitz.

Der Lebensmittelpunkt der Familie Küster ist Wermelskirchen. Dort, auf der Matinee, der Herbstkirmes, hat es 2007 zwischen Romana und Thomas gefunkt. „Da ich selbst auch Handball gespielt hatte, kannten wir uns vom Sehen. Matinee sind wir dann richtig ins Gespräch gekommen.“ Großen Anteil daran hatte Küsters ehemaliger Teamkollege Lukas Schumacher. 2016 wurde geheiratet. Eine Tochter und ein Sohn runden das Familienglück ab.

Ausstrahlung und Ehrgeiz waren für alle seine Mannschaften wichtig

„Neben seinem Schlagwurf war er mit seiner positiven Ausstrahlung und seinem Ehrgeiz für alle Mannschaften sehr wichtig“, schrieb Dirk van Walsem, der zudem bedauerte, dass er selbst nur drei Saisons mit Küster gemeinsam in Clubs spielen konnte. „Aber jetzt duellieren wir uns auf dem Tennisplatz.“

Unter anderem auch mit Björn Sichelschmidt, der selbst auf dem Foto „im Stefan-Hecker-Gedächtnispulli“ als Torhüter zu sehen ist und die nicht einfache Auflösung gab, um was für eine Mannschaft es sich überhaupt gehandelt hat: „Das war ein Ehemaligen-Team des Gymnasiums Wermelskirchen. Das Foto weckt Erinnerungen an eine tolle Zeit kurz nach dem Abitur.“ Allerdings ging es bei dem damaligen Turnier, an dem die Ex-Schüler teilnahmen, um Fußball und nicht um Handball. Aber auch da war Küster ein großes Talent: „Wir haben das Turnier mit ihm als Torschützenkönig gewonnen“, erinnerte sich Sichelschmidt, der seit der Schulzeit mit Thomas Küster befreundet ist und der das Team benennen konnte: „Tim vom Stein, Patrick Incorvaia, Thomas Küster, Andreas Heck, Rouven Steckmann (hinten, v.l.), Daniele Incorvaia, Yasin Ajez, meine Wenigkeit, Bastian Freitag (vorne, v.l.) und liegend Coach ‘Hami‘ Hamacher.“ Organisator des Turniers war Klaus Fischbach vom damaligen TuS Niederwermelskirchen.

Thomas Küster im Trikot des TuS. 

Alexander Schulte lebt mittlerweile in Ditzingen in der Nähe von Stuttgart. Als er den Artikel entdeckte, kamen gleich sportliche Erinnerungen hoch. „Ich hatte die Ehre, seine ersten Handballerfahrungen beim CVJM miterleben zu dürfen. Er hat erst in der A-Jugend mit dem Handball angefangen, war aber bald eine elementare Stütze des Teams“, schrieb Schulte, der als Kreisläufer von der Übersicht Küsters profitierte. „Mit seinen Fähigkeiten hatte er großen Anteil daran, dass wir als A-Jugend in die damals höchste Jugendklasse aufgestiegen sind.“

Thomas Küster hat auch ein großes Talent für andere Sportarten. „Hauptsache ist, dass dabei ein Ball im Spiel ist“, wie seine Ehefrau Romana erzählte, die zudem auch eine weitere Sportart für ihren Gatten ins Gespräch brachte. „Als Lars Hepp ihm vor einigen Tagen zum Geburtstag gratulierte, hat er ihn gefragt, wie es mal mit einer Runde Golf wäre.“ Wahrscheinlich würde Thomas Küster auch dort ruckzuck zum Shooting-Star.

Auch beim Tennis macht Thomas Küster eine gute Figur.

Dass Küster auch ein guter Fußballer war, geht aus der Mail von Timm Ruschke hervor: „Ich habe mit ihm beim SV 09 Wermelskirchen unter Trainer Theo Inden gespielt. Damals war Thomas noch Torwart, später hat er sich dem Handball zugewandt.“ Er sei immer ein feiner Kerl gewesen. Das bestätigte auch Yasin Ajez, mittlerweile Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Wuppertal.

Thomas Küster selbst dankte für die „herrliche Erinnerung“. Als Erster habe ihn Dirk van Walsem auf das Foto aufmerksam gemacht. Mit trockenem Humor: „Da fällt einem beim Frühstück glatt der Löffel aus der Hand.“ Danach gab es einen nostalgischen Austausch mit einer Vielzahl von ehemaligen Wegbegleitern. Der Kontakt zu einigen auf dem Bild habe bis heute gehalten. So sei Bastian Freitag sein Trauzeuge. Mit Björn Sichelschmidt spielt er bei TuRa Pohlhausen Tennis in der Herren-Mannschaft. Zum Team gehört auch van Walsem.

In Erinnerungen schwelgte Lutz Petri in seiner ausführlichen Mail. Abgesehen von einigen feucht-fröhlichen Treffen bei der Matinee habe man sich kürzlich nach fast 14 Jahren mal wieder gesehen. Ein tolles Erlebnis auch für die Ehefrauen, die beim WTV eine Zeit lang „Tribünenschwestern“ gewesen waren. Aus handballerischer Sicht haben Petri bei Küster „ein sehr explosiver Armzug, ein kühler Kopf in entscheidenden Spielsituationen und ein extrem gutes Abwehrspiel“ imponiert. Den Armzug könne man heute beim Tennis als Vorhandpeitsche bewundern. Küster habe einen tollen Humor und sei sehr zielstrebig. Eine Anekdote aus dem Trainingslager in Pilsen sorge heute noch für Gelächter. Alle, die dabei waren, würden sich noch an den ungebetenen Besuch im Badezimmer erinnern. Nachzufragen bei Thomas Küster.

Auch Kristina Petri dankte für die „schöne Erinnerung“. Die Ehefrau von Lutz Petri schrieb: „Wir haben uns sehr über das Bild gefreut. Letzte Woche hat uns Familie Küster mit ihren beiden Kindern einen Besuch im Garten abgestattet, als sie auf einer Fahrradtour unterwegs war.“

Wer erkennt wen

In unserer historischen Serie veröffentlichen wir immer am Dienstag ein Mannschaftsfoto, welches mindestens zehn Jahre alt sein und ein Team aus unserem Verbreitungsgebiet zeigen muss. Mögen Sie uns eins zur Verfügung stellen? Dann schicken Sie doch gerne eine Mail mit ergänzenden Infos:

lokalsport@rga.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Der Sonnenschein kämpft gegen Wolken an
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Duell mit Großkreutz bleibt unvergessen
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Robin Rambau erlebt einen goldenen Tag
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen
Die Auftaktbilanz lässt sich einordnen

Kommentare