Fußball

Alle haben richtig Lust auf Fußball

Mit seinem Treffer ebnete Eren Eryürük (l.) dem SV 09/35 in Mülheim den Weg zum ersten Auswärtssieg. Foto: Leon Krasniqi
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Mit seinem Treffer ebnete Eren Eryürük (l.) dem SV 09/35 in Mülheim den Weg zum ersten Auswärtssieg.
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Nach einer halbjährigen Pause roll der Ball endlich auch wieder in der Meisterschaft.

Von Peter Kuhlendahl

Als am 8. März im Laufe des Sonntagnachmittags auf den Plätzen die Abpfiffe erfolgten, konnte keiner ahnen, dass es aufgrund der Corona-Pandemie ein Abschied vom Fußball für einen ganz langen Zeitraum geben würde. Fast genau ein halbes Jahr später wurde am vergangenen Wochenende nun zum ersten Mal wieder um Tore und Punkte gekämpft. Die längste Meisterschaftspause aller Zeiten hatte endlich ein Ende. Grund genug, um noch einmal auf den Start zu blicken.

Wie sind die beiden höchstklassigen Teams aus dem Fußballkreis Remscheid sportlich aus den Startlöchern gekommen?

Man soll mit zu viel Lob zwar immer vorsichtig sein. Aber sowohl beim FC Remscheid (4:0-Heimsieg gegen den Duisburger SV) als auch beim SV 09/35 Wermelskirchen (2:0-Auswärtssieg beim Mülheimer SC) kann man durchaus von einem Traumstart sprechen. Gerade beim FCR sollten die Verantwortlichen jetzt aber schnell ein wenig auf die Euphoriebremse treten. Das Wörtchen Oberliga geisterte am Sonntag bei den Fans bereits durch das Röntgen-Stadion und später in den sozialen Medien.

Haben die Bezirksligisten auch die Erwartungen erfüllt?

Ein eindeutiges Ja, sowohl positiv aber auch negativ. Wobei man nicht unbedingt damit rechnen konnte, dass der Dabringhauser TV so überzeugend bei seinem klaren Heimsieg (4:0 gegen SV Wersten) auftrat. Dass der SSV Bergisch Born auf der heimischen Anlage (4:2 gegen Bayer Wuppertal) und der SC Ayyildiz Remscheid (2:1 bei Union Velbert) gewannen, war zu erwarten. Wie auch die knappe Niederlage des VfB Marathon Remscheid (2:3 beim SC Sonnborn). Derweil haben der SSV Dhünn (0:4 beim HSV Langenfeld) und der SC 08 Radevormwald (0:6 beim SC Frintrop) unter Beweis gestellt, dass es für sie nur um den Klassenerhalt geht.

Und die A-Ligisten?

Der 12:0-Sieg des SSV Bergisch Born II gegen den SC Ayyildiz Remscheid II sprach Bände. Die Leistungsunterschiede in der Liga werden immer größer. Die vermeintlichen Favoriten haben sich zudem keine Blöße gegeben.

Wie haben die Fans den ersten Spieltag angenommen?

Was schon in den Testspielen zu beobachten war, hat sich nun fortgesetzt. Nach der langen Pause ist die Lust auf Fußball in den Stadien und auf den Plätzen weiter groß. So war die Partie des FCR mit den aktuell zugelassenen 300 Fans ausverkauft. In der Bezirksliga dürfte sich der VfB Marathon gewundert haben, in Sonnborn vor einer ähnlichen Kulisse zu spielen. Und auch viele A-Ligisten vermeldeten fast dreistellige Zuschauerzahlen.

Wie vertragen sich diese stattlichen Zahlen mit den Problemen der Corona-Pandemie und den Hygieneauflagen?

Vorab: Die Vereine unternehmen alles, die Auflagen zu erfüllen. Das größte Problem sind die Zuschauer selbst. Beispiel Röntgen-Stadion: Mit Mund- und Nasenschutz im Gesicht trägt man sich am Eingang in die Listen ein und desinfiziert die Hände. Das vom Verein empfohlene Tragen des Schutzes wird dann aber völlig ignoriert. Und das Einhalten der Abstände? Im wahrsten Wortsinn grenzwertig. Durchsagen im Stadion und Appelle im Vorfeld gehen meist ins Leere. In Langenfeld beim Auftritt der Dhünner mussten Zuschauer und Offizielle aus diesem Grund während der gesamten Zeit auf der Anlage einen Mund- und Nasenschutz tragen.

Gab es rund um den ersten Spieltag in den unterschiedlichen Ligen allgemeine Probleme?

Viel Geduld brauchten alle Beteiligten mit dem DFB-Net. Eine neue Software hatte dafür gesorgt, dass Aufstellungen und Torschützen nur mit großer Verspätung auf der entsprechenden Plattform im Internet auftauchten. Während das wohl bald behoben ist, könnten fehlende Schiedsrichter ein Sorgenkind bleiben. Beim Start am Sonntag konnten einige Partien in der Kreisliga B nicht stattfinden, da Unparteiische aus unterschiedlichen Gründen in höhere Ligen aufrücken mussten. Dies droht auch in Zukunft.

Der Pechvogel

-fab- Beinahe im Stile Franz Beckenbauers bewegte sich Dhünns Marius Suchanoff 20 Minuten lang in Langenfeld über den Rasen. Allerdings nicht wegen technischer Kabinettstückchen, sondern weil er aufgrund einer Schulterverletzung beim Laufen einen Arm an den Körper legte. Dass sich das Dhünner „Kampfschwein“ auswechseln ließ und eine Fahrt ins Krankenhaus ankündigte, sprach für eine schwerere Blessur. Behandelt wurde die noch vor Ort, unter anderen von Co-Trainer André Markovic, der ihm eine ordentliche Portion Eisspray drauf jagte.

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