Türchen 8

Adventskalender: Alle Achtung: Dossmann hat noch was vor

Dennis Dossmann freut sich, dass er in Bergisch Born die Rückennummer 8 bekam. Foto: SSV
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Dennis Dossmann freut sich, dass er in Bergisch Born die Rückennummer 8 bekam.
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Nächstes Türchen im Rückennummer-Adventskalender des RGA-Sports mit dem Lenneper Fußballer

Von Fabian Herzog

Knapp zweieinhalb Jahre war er von der bergischen Bildfläche verschwunden. Zwar arbeitete Dennis Dossmann in dieser Zeit als gelernter Industriemechaniker weiter bei der Firma Oerlikon in Remscheid, lebte aber der Liebe wegen in Troisdorf und spielte auch dort kein Fußball mehr. „Das brauchte ich mal“, sagt der 28-Jährige, der nach einem Disput mit Acar Sar seine Zelte beim Landesligisten FC Remscheid abbrach. Oder abbrechen musste. Da gibt es unterschiedlich Meinungen.

Freunde seit der Kindheit: Dennis Dossmann (l.) und Luca Dürholtz.

Klar ist allerdings mittlerweile: Dossmann ist wieder da! Vor wenigen Monaten zog er zurück nach Lennep und schloss sich im Sommer dem A-Kreisligisten SSV Bergisch Born II an. Jonathan Möller (früher Schlockermann), sein ehemaliger Teamkollege beim Dabringhauser TV, hatte ihm den Wechsel schmackhaft gemacht. Die Wahl der Rückennummer war dabei nur eine Formalität. Denn schon beim FCR trug Dossmann die 8, die es ihm spätestens angetan hatte, als der Vater eines Kumpels ihn mit Toni Kroos verglich. „Als Spielertyp habe ich mich ja auch verändert“, sagt der technisch versierte Fußballer, der als Spielmacher in seiner Karriere auch gerne mal die 7 oder die 10 getragen hat, mittlerweile aber etwas defensiver eingestellt ist.

Die Parallelen zu einem anderen Fußballer aus Lennep sind unverkennbar und kommen nicht von ungefähr. Luca Dürholtz, der es über die Nachwuchsabteilung von Bayer Leverkusen in den Profibereich geschafft hat und nach Stationen in Dresden, Kiel und Elversberg mittlerweile bei Regionalligist Rot-Weiss Essen spielt, ist Dossmanns bester Kumpel. Dieser geht sogar noch weiter: „Er ist wie mein Bruder“, sagt der 28-Jährige über den gleichaltrigen Dürholtz, der eben auch zunächst als reiner Spielmacher die 10 auf dem Rückentrug und in Elversberg in defensiverer Rolle die 8 übernahm.

Dieses Tattoo tragen beide auf dem Oberarm.

Die Verbundenheit der Lenneper Kumpels ist enorm. Dossmann war der Trauzeuge von Dürholtz, ist Patenonkel dessen Tochter Lou und sagt über dessen Eltern: „Das sind sie quasi auch für mich.“ Wie nah sich beide stehen, zeigt auch ein Tattoo, das sie sich früh haben stechen lassen. Darauf zu sehen sind sie Arm in Arm auf einem Fußball stehend und vom Garten aus in Richtung eines großen Stadions blickend. „Unser gemeinsamer Kindheitstraum“, sagt Dossmann über eine Profi-Laufbahn, die ihm verwehrt blieb. „Ich hab´s leider nur ins Röntgen-Stadion geschafft“, sagt er lächelnd.

Das Feuer ist noch nicht erloschen.

Dennis Dossmann, Fußballer

Als E-Jugendlicher der SG Hackenberg durfte er sich zusammen mit Dürholtz bei einem Probetraining bei Bayer Leverkusen beweisen. Während sein Kumpel genommen wurde, spielte Dossmann weiter im Bergischen. Unter anderem im Nachwuchs des SV 09/35 Wermelskirchen und Union Solingen. „Ich hatte viel Pech“, erinnert er sich. Kontakte zu Schalke und dem WSV zerschlugen sich. Er schnürte im Seniorenbereich die Schuhe für Türkgücü Remscheid, den DTV, den SV 09/35 Wermelskirchen und den FCR.

Seinen Neffen Max hat Dossmann schon für den VfL begeistert.

Der Kontakt zu Dürholtz riss aber nie ab. Im Gegenteil: Wo der frühere Junioren-Nationalspieler kickte, war Dossmann immer wieder auch als Zuschauer. Als größter Fan. „Und größter Kritiker“, wie er selbst anmerkt. „Wir sind immer ehrlich zueinander. Das macht unsere Freundschaft aus.“ Diese wurde im Sommer einer harten Probe unterzogen. Dürholtz wechselte nach Essen, während Dossmanns Herz als gebürtiger Bochumer immer schon für den VfL schlug.

Einmal im Monat versucht er, an der Castroper Straße Spiele des Bundesliga-Rückkehrers zu sehen. Dann streift er das Trikot mit dem Namenszug von Dariusz Wosz auf dem Rücken über, singt laut bei Herbert Grönemeyer mit und genießt die „Gänsehautatmosphäre“ im Stadion. „Es darf gerne so weitergehen“, sagt der Lenneper über den Aufsteiger, der wie zuletzt beim 3:2-Sieg am vergangenen Samstag in Augsburg mächtig auftrumpfte.

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Für Dossmann selbst lief es sportlich in dieser Saison bislang alles andere als rund. Mit Born II steht ein enttäuschender drittletzter Platz zu Buche. „Die Qualität in der Mannschaft ist aber da“, meint er. Dass er in der Winterpause wechseln und eine neue Herausforderung suchen wird, stehe in keinem Zusammenhang zu den Ergebnissen. Obwohl er zugibt, nur extrem ungern zu verlieren. Grund für seinen Wechsel ist aber viel mehr, dass er in dem halben Jahr seinen Ehrgeiz wiederentdeckt hat. „Das Feuer ist noch nicht erloschen“, sagt Dennis Dossmann mit einem Augenzwinkern. Wo dieses wieder aufflackern soll, will er noch nicht verraten. Von der Bildfläche verschwinden wird er dafür aber nicht.

Serie

In unserem Rückennummer-Adventskalender haben wir bislang Sebastian Weber (SV 09/35), Yusuf Kaya (DTV), Antonio Angelov (FCR), Jens Reinarz (Panther), Erik August (Marathon) und Moritz Mettler (ATV) näher vorgestellt.

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