Fußball

Änderungen sind harmloserer Natur

Alexander Busse bestach auch in seiner sechsten Regionalligasaison mit einer Mischung aus Ruhe und Gelassenheit. Dennoch wird es seine letzte Spielzeit gewesen sein. Foto: imago
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Alexander Busse bestach auch in seiner sechsten Regionalligasaison mit einer Mischung aus Ruhe und Gelassenheit. Dennoch wird es seine letzte Spielzeit gewesen sein.
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Das Regelwerk wurde wieder angepasst – Top-Schiri Alexander Busse klärt auf.

Von Fabian Herzog

Alle Jahre wieder. . . bringen der Weltfußballverband FIFA und das International Football Association Board (IFAB) neue Regeln in den Umlauf, die dann auch bis auf die niedrigste Amateurebene zur Anwendung kommen. Die neueste Version, die seit dem 1. Juli ihre Gültigkeit hat, kommt jedoch nicht mehr so gravierend daher, wie es noch im Sommer 2019 der Fall gewesen ist. Damals wurde das Regelwerk nahezu auf links gekrempelt und viel Neues eingeführt. „Diesmal ist es nicht so extrem“, bilanziert Alexander Busse, Solingens Schiedsrichter-Lehrwart, der als Erster vom DFB informiert wurde und dies in schriftlicher Form an die Kollegen des Kreises weitergeleitet hat.

Der Leichlinger, der für seinen Heimatverein VfL Witzhelden in den vergangenen sechs Jahren Regionalligaspiele geleitet hat, ist froh, dass die Veränderungen diesmal harmloserer Natur sind. „Sonst weiß ja irgendwann keiner mehr, was richtig und was falsch ist.“

„Da kam ich mir teilweise ja schon veralbert vor.“
Alexander Busse über ergaunerte Verwarnungen

Bei den Regeländerungen ist alles dabei. Von relativ unbedeutend bis ziemlich wichtig. Aber auch für den Amateurbereich irrelevant, weil beispielsweise den Videobeweis betreffend. Zusammen mit Busse beleuchten wir die interessantesten Neuerungen.

Stichwort Elfmeterschießen: Steht es bei einem K.o.-Spiel auch nach 120 Minuten (plus Nachspielzeit) noch unentschieden, nimmt ab sofort keiner mehr Verwarnungen mit in den Nervenkrimi vom Punkt. Auch zuvor ausgesprochene Ermahnungen spielen keine Rolle mehr. „Die Disziplinarmaßnahmen starten im Elfmeterschießen neu“, heißt es im offiziellen Schreiben. So soll verhindert werden, dass ein Spieler oder Torwart, der während der regulären Spielzeit verwarnt worden ist, bei einem nächsten Vergehen im Elfmeterschießen vom Platz gestellt werden muss.

In diesem Zusammenhang nimmt Busse auch Stellung zu der Regelverschärfung von vor einem Jahr, bezogen auf das zu frühe Lösen des Torhüters von der Torlinie. „Da musste ein bisschen zurückgerudert werden.“ Er sieht sich und seine Kollegen in der Pflicht, bei aller genauen Einhaltung der Regeln dabei „nicht die Lupe“ herauszuholen. Genau dies war zu Beginn der Saison, speziell bei der Frauen-WM in Frankreich, immer wieder geschehen und führte zu unzähligen Wiederholungen samt Verwarnungen für die Torhüterinnen. Busse: „Beim ersten Vergehen reicht jetzt auch eine Ermahnung.“

Stichwort Handspiel: „Das ist ja ein viel diskutiertes Thema“, weiß der Leichlinger. Um klarer zu definieren, wann ein strafbares Handspiel vorliegt, gibt es nun zur Unterscheidung von Schulter und Arm eine neue Orientierung: Unterhalb der Achsel ist es regelwidrig, alles darüber nicht.

Stichwort Doppelter Kontakt: Die Regel zwölf wurde dahingehend abgeändert, dass ein Torhüter oder Feldspieler zukünftig mit gelber oder sogar roter Karte bestraft werden können, wenn diese den Ball beispielsweise nach einem verunglückten Abstoß absichtlich ein zweites Mal berühren, ohne dass zuvor jemand anderes dies getan hätte. „Das ist eine spannende Sache“, findet Busse, der in so einem Fall bislang nur eine Ermahnung aussprechen durfte.

Noch nicht angepasst wurde dieser Part des Regelwerks für einen Rückpass eines Feldspielers auf den Torhüter, den dieser, um eine brenzlige Situation zu entschärfen, mit einer Hand berührt. Karten dürfen die Schiedsrichter in diesen Fällen immer noch nicht zeigen, auch wenn dadurch beispielsweise eine klare Torchance verhindert wird. „Aber das wird kommen“, hofft Busse, „die jetzige Veränderung ist nur eine Vorstufe.“

Stichwort Sperren: Nicht auf höchster Ebene entschieden, sondern vom Westdeutschen Fußballverband auf den Weg gebracht, ist eine der gravierenderen Veränderungen. Sperren können seit dem 1. Juli nicht mehr tage-, sondern nur noch spielweise abgesessen werden. „Das finde ich prima“, sagt Alexander Busse. Er kann sich an Spiele kurz vor Weihnachten erinnern, in denen er „bis zur 85. Minute ohne Karte“ ausgekommen war, um dann plötzlich reihenweise Verwarnungen verteilen zu müssen. Weil Spieler die Sperre für ihre fünfte oder zehnte gelbe Karte in der Winterpause absitzen wollten. Busse: „Da kam ich mir teilweise ja schon veralbert vor.“

Karriereende

Die zurückliegende Regionalligasaison war die letzte von Alexander Busse, der Klasse-Schiri beendet seine Laufbahn in diesem Sommer. „Ich habe jetzt sechs Jahre auf diesem Niveau gepfiffen und möchte für die nachrückenden Unparteiischen Platz machen“, erklärt der Leichlinger. Zwei Argumente sprechen dafür. „Ich möchte selbst entscheiden, wann Schluss ist.“ Außerdem habe er damals auch von so einer Entscheidung profitiert. Noch warten aber zwei Höhepunkte auf ihn: Am 18. August wird er das Niederrheinpokal-Halbfinale zwischen dem TVD Velbert und Rot-Weiss Essen leiten und dann beim Finale an der Linie assistieren.

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