Fußball

Acar Sar steigt mit Lust und Demut ein

Mit Feuereifer am Spielfeldrand: So hat man Acar Sar unter anderem bei seinem Engagement beim FC Remscheid erlebt.
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Mit Feuereifer am Spielfeldrand: So hat man Acar Sar unter anderem bei seinem Engagement beim FC Remscheid erlebt.
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Der neue Trainer des Landesliga-Aufsteigers DV Solingen fiebert der Aufgabe entgegen.

Von Fabian Herzog

In die Hocke gehen, um das Spiel der eigenen Mannschaft aus einer anderen Perspektive zu betrachten und taktisch noch besser analysieren zu können, hat sich zu einem seiner Markenzeichen entwickelt. Insofern dürfte es nicht überraschen, wenn Acar Sar zukünftig auch am Weyersberg öfter mal abtaucht, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Bei Landesliga-Aufsteiger DV Solingen hat der Remscheider den Trainerposten und damit eine höchst spannende Aufgabe übernommen. 

Der aktuell im Urlaub in der Türkei entspannende 45-Jährige fiebert der Aufgabe bei Ditib-Vatanspor entgegen: „Ich freue mich extrem auf die neue Aufgabe.“ Als Trainer war Sar zuletzt bis zum Ende der Saison 2018/19 beim Landesligisten FC Remscheid aktiv, ehe er sich auf die administrative Ebene konzentrierte. Erst beim FCR, im vergangenen Jahr dann bei dessen Ligakonkurrent SV 09/35 Wermelskirchen. „Ich glaube, die Pause hat mir ganz gutgetan, um den Akku wieder aufzuladen“, erklärt Sar. In den vergangenen Monaten habe er „immer wieder“ drüber nachgedacht, ins Trainergeschäft zurückzukehren. „Dann kam DV auf mich zu, wo ich ligenunabhängig zugesagt habe.“

Beim Landesligisten SV 09/35 Wermelskirchen war Sar zuletzt Sportlicher Leiter.

Der vollbrachte, seitens des Vereins langersehnte Landesliga-Aufstieg passte dem neuen Trainer nicht nur aus sportlicher Sicht perfekt in die Planung. Er hatte schon im Winter seinen Sommerurlaub gebucht – vom 6. bis zum 28. Juli. „Wäre es die Bezirksliga geworden, hätten wir unser erstes Spiel am 14. August und ich nur zwei Wochen zur Vorbereitung mit der Mannschaft gehabt.“ So bleiben weitere 14 Tage Zeit, ehe es ausgerechnet beim FC Remscheid um die ersten Punkte geht.

Die Staffeleinteilung hat Acar Sar mit großer Spannung zur Kenntnis genommen. „Ich sag mal so: Das ist eine deftige Gruppe mit knackigen Aufgaben. Dürfte spannend und eine harte Runde werden.“ Speziell auf die Duelle mit den Teams aus der Region freue er sich: „Dann gibt es endlich mal ordentlich Zuschauer.“ Wobei der Trainer diese Aussage vor allem auf die Zeit in Wermelskirchen bezieht, wo nur die Derbys gegen den FCR für Andrang sorgten. Und selbst in seiner Zeit in Remscheid war das, was er am 12. Juni am Weyersberg als Zuschauer erlebte, nahezu undenkbar. „Da hat mich echt der Schlag getroffen. Ich habe meinen Augen nicht getraut. Das war verrückt“, gibt Sar zu. Die fast 1600 Zuschauer beim entscheidenden Spiel gegen Berghausen übertrafen auch seine Erwartungen komplett.

Sar weiß diese Begeisterung einzuordnen. „Daran sieht man, wie groß die Sehnsucht der Menschen nach Landesliga-Fußball ist und wie viele Jahre daran gearbeitet wurde.“ Ein Stück weit empfinde er dies auch als Auftrag an sich und seine Mannschaft: „Ich hoffe, dass wir die Sehnsucht mit guten Leistungen weiter stillen können.“

Der 45-Jährige ist aber lange genug im Fußballgeschäft unterwegs, um zu wissen, dass auch ein beherzter Tritt auf die Euphoriebremse vonnöten ist. „Als Aufsteiger ist es nicht verkehrt, wenn man mit Demut an die Sache rangeht und nicht direkt irgendwelche Ambitionen formuliert“, sagt Sar. „Wir sollten tunlichst zusehen, von Beginn an Gas zu geben, um gar nicht erst in die Situation zu geraten, unten reinzurutschen.“

Dafür hat er mit dem Sportlichen Leiter Vedat Atalay den Kader mit neun Zugängen (bei fünf Abgängen) verstärkt. Abgeschlossen ist die Planung aber nicht. An „ein, zwei Sachen in vorderster Front, am liebsten für den Flügel“ sei man noch dran. Aber schon jetzt findet Sar: „Wir haben eine Truppe zusammen, mit der man Erfolg haben kann.“

Sportliche Vita

Acar Sar wurde am 27. September 1976 in Remscheid geboren. Seine fußballerische Wiege stand beim BV 10 Remscheid. Bei den Senioren spielte er unter anderem in Wermelskirchen, beim TSV Ronsdorf und SSV Sudberg auf Verbands- und Landesliganiveau. Bei Türkiyemspor Remscheid war er erstmals als Spielertrainer aktiv, komplett an die Seitenlinie wechselte er als Coach bei Türkgücü Remscheid. In der Saison 2012/13 übernahm er den Bezirksligisten Dabringhauser TV, 2017 verschlug es ihn zum FC Remscheid, wo er zunächst Trainer und bis April 2020 Sportlicher Leiter sowie 2. Vorsitzender war. Zur vergangenen Saison stieg er beim Landesligisten SV 09/35 Wermelskirchen als Sportlicher Leiter ein.

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