Handball

Ab sofort wird beim BHC nur noch nach vorne geschaut

Sebastian Hinze war während seiner Verabschiedung auch wegen der Reaktion der BHC-Fans sehr bewegt.
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Sebastian Hinze war während seiner Verabschiedung auch wegen der Reaktion der BHC-Fans sehr bewegt.
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Analyse: Abschied von Trainer Sebastian Hinze und neun Spieler war emotional.

Von Thomas Rademacher
und Andreas Dach

Die Saison ist beendet. Ab sofort wird beim Bergischen HC nach vorne geblickt. Beim Handball-Bundesligisten werden die Karten neu gemischt, der personelle Umbruch ist gewaltig. So groß, wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. Wir sagen, was man wissen muss.

Wie muss man sich die Rotation vorstellen?

Die Zahlen sprechen für sich. Trainer Sebastian Hinze verlässt den BHC nach zehn erfolgreichen Trainerjahren. Dazu kommen neun Akteure, die am Sonntagnachmittag beim 26:22 (11:10)-Sieg gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke verabschiedet wurden. Neuer Cheftrainer wird Jamal Naji, der von TuSEM Essen kommt. Er darf sich unter anderem auf sieben Neuverpflichtungen freuen.

War der Sonntagnachmittag in der Solinger Klingenhalle sehr emotional?

Wenig überraschende Antwort: Ja! Es kam zu vielen Momenten, die ans Herz gingen. Besonders für Hinze, der nach Möglichkeit stets versucht, Gefühle in der Öffentlichkeit nicht zu sehr an sich herankommen zu lassen. Ihm wurde als Erstem die Ehre zu teil, an die „Wall of Fame“ zu kommen. „Ich bin kein Freund von großen Reden“, sagte er. „Danke für diesen Moment. Es ist einer, der mir in Erinnerung bleiben wird.“ Auch die Worte von Geschäftsführer Jörg Föste („Dir ist es gelungen, alle immer ein bisschen besser zu machen“) und die Standing Ovations von 2261 Fans gingen nahe.

Warum war der Wechsel auf der Position des Cheftrainers überhaupt nötig geworden?

Sebastian Hinze hatte nach seiner Zeit beim BHC eine neue Herausforderung gesucht. Sein Wechsel zu den Rhein-Neckar Löwen steht schon seit knapp anderthalb Jahren fest. Im vergangenen Sommer haben die Löwen seinen Nachfolger verpflichtet. Der 36-jährige Naji ist mit TuSEM Essen im oberen Mittelfeld der 2. Liga gelandet. Als Co-Trainer bringt er Peer Pütz mit, der zuletzt ebenfalls die Rolle des Chefcoachs innehatte. Er führte Bayer Dormagen trotz schwieriger Lage zum Klassenerhalt in Liga zwei. Dem neuen Trainerduo stehen weiterhin Markus Pütz (Torhüter, Eliteförderung) und Björgvin Gustavsson (Torwart-Mentor) zur Seite.

Welche Akteure werden den BHC verlassen und welche Abgänge tun besonders weh?

Der größte Verlust wird gewiss der von Max Darj sein. Der Schwede wechselt zu den Füchsen Berlin. Er gilt und galt als so etwas wie das Mentalitätsmonster, hat am Kreis und in der Abwehr fünf Jahre lang seinen Mann gestanden. Zu den Leistungsträgern gehörten auch Torhüter Tomas Mrkva (THW Kiel) und der Halbrechte David Schmidt (FA Göppingen). Dazu kommen die beiden Linksaußen Jeffrey Boomhouwer (zurück nach Holland) und Sebastian Damm (Ziel unbekannt), der Halbrechte Maciej Majdzinski (nach drei Kreuzbandrissen vor ungewisser sportlicher Zukunft), Emil Hansson (er war wegen der Langzeitverletzung von Yannick Fraatz gekommen), Jonas Klama und Jonas Leppich (Torhüter und Kreisläufer gehörten dem erweiterten Kader an).

Auf welche Neuen dürfen sich die BHC-Fans freuen?

Sicherlich besonders auf Nationalspieler Djibril M´Bengue. Der Halbrechte kehrt vom FC Porto in die Bundesliga zurück. Viel zu erwarten ist auch von Torhüter Peter Johannesson (TBV Lemgo) und Kreisläufer Frederik Ladefoged. Der 26-jährige Däne kommt vom Erstligisten Sonderjyske Handbold. Gleich zwei neue Gesichter gibt es auf der Linksaußenposition, Tim Nothdurft hat zuletzt bei HBW Balingen-Weilstetten gespielt, Noah Beyer hat bei TuSEM Essen 184 Treffer erzielt. Schließlich sind da noch der schwedische Rechtsaußen Isak Persson, der als Riesentalent gilt, und Louis Oberosler vom TuS Fürstenfeldbruck. Er wird neuer dritter Mann im Tor. Um den Österreicher bestmöglich auf die Bundesliga vorzubereiten, verfügt er über ein Zweitspielrecht beim Drittligisten TuS Opladen, wo er voraussichtlich überwiegend zum Einsatz kommen wird. Voraussetzung: Rudeck und Johannesson bleiben fit.

Wie geht es jetzt weiter?

Ab sofort haben die Bundesliga-Profis des Bergischen HC frei. Ab Ende Juni beginnt die individuelle Vorbereitung, am 18. Juli kommt der neue Kader inklusive Trainer Jamal Naji erstmals zusammen. Danach sollen die Grundlagen für die kommende Spielzeit gelegt werden.

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, die unbeantwortet geblieben sind? Oder Dinge, die eingeordnet werden müssen? In der aktuellen Analyse befassen wir uns mit dem Handball-Bundesligisten Bergischer HC und seinem großen Umbruch.

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