Fußball

22. März: FCR und SV 09/35 planen Start

Auch der Wermelskirchener Umut Demir (l.) hofft, dass er bald wieder richtig am Ball sein kann. Foto: Leon Krasniqi
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Auch der Wermelskirchener Umut Demir (l.) hofft, dass er bald wieder richtig am Ball sein kann.
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Der Fußballverband Niederrhein hat ein Szenario vorgestellt, wie es zu einem Re-Start kommen könnte

Von Peter Kuhlendahl

Einige Experten warnen vor der dritten Welle der Pandemie. Andere wähnen uns bereits mitten drin. Fakt ist allerdings, dass die Inzidenzzahlen seit einigen Tagen stetig steigen. Fakt ist allerdings auch, dass der Fußballverband Niederrhein (FVN) weiter daran festhält, dass es für die Spielzeit 2020/21 doch noch einen Re-Start gibt. Wie dies möglich sein soll, wovon das abhängig ist und wie die hiesigen klassenhöchsten Vereine dies einschätzen, wird unter anderem im Folgenden beleuchtet.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Sämtliche Klassen unterhalb der Regionalliga mussten im Oktober des vergangenen Jahres nach dem sportlichen Lockdown den Spielbetrieb einstellen. In einer novellierten Spielordnung war vor dem Saisonstart festgelegt worden, dass es eine sportliche Wertung geben würde, falls die Hinrunde absolviert werden würde. Somit könnte über Auf- und Abstieg entschieden werden.

Was sieht die Planung des FVN bezüglich des Re-Starts aus?

Gegenüber den Kollegen der Westdeutschen Zeitung hat Wolfgang Jades, der Vorsitzende des Verbands-Fußball-Ausschusses, erklärt, dass es nach dem derzeitigen Stand Anfang Mai weitergehen soll.

Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden?

Die gesamten Überlegungen stehen und fallen mit dem Inzidenzwert. Bei der letzten Zusammenkunft zwischen dem Bund und den Länderchefs waren Öffnungsschritte beschlossen worden, die von den Inzidenzahlen abhängig sind. Dabei kommt dem Wert 100 eine entscheidende Bedeutung zu. Der darf nicht überschritten werden. Dann gibt es ein Szenario, wie und wann Sportvereine wieder ins Training einsteigen können.

Was bedeutet das konkret für die Fußballer?

Falls der Inzidenzwert in NRW-weit unter 100 bleibt, können Clubs ab dem 22. März wieder das Training aufnehmen. Allerdings müssen vor jeder Einheit sämtliche Beteiligten auf Corona getestet werden. Diese Vorgabe entfällt ab dem 5. April. Ab diesem Tag kann ohne Test trainiert werden. Der FVN will aber keinem Verein eine Logistik für die Tests aufbürden. Aus diesem Grund rechnen die Funktionäre die eingeräumte vierwöchige Trainingsphase vor dem ersten Meisterschaftsspiel erst ab dem 5. April. Dass, egal zu welchem Termin man wieder ins Training einsteigt, entsprechende Hygienekonzepte eingehalten werden müssen, dürfte ansonsten klar sein.

Bedeutet dies, dass die Vereine ab dem 5. April auch Testspiele bestreiten dürfen?

Im entsprechenden Öffnungsschritt der Bund-Länder-Kommission ist nur davon die Rede, dass Kontaktsport unter freiem Himmel möglich sei. Ob damit auch Spiele zwischen Clubs gemeint sind, ist offen. Auch der FVN hat sich dazu im Augenblick noch nicht näher geäußert.

An einer bundesweiten Umfrage des DFB haben vor wenigen Tagen auch rund 5000 FVN-Mitglieder zum Thema teilgenommen. Worum ging es dabei genau?

Es ging um die Wünsche und Bedürfnisse der Amateur-Fußballer in den Zeiten der Corona-Pandemie. Die übergeordnete Frage lautete: Wie geht es dem Amateur-Fußball wirklich?

Wie lauteten die Antworten?

98 Prozent der Befragten betonten, dass ihnen der Amateur-Fußball generell fehlen würde. 96 Prozent die Aktivitäten im Verein. Auch das Mannschaftstraining (81 Prozent) steht hoch im Kurs. Gelitten hat allerdings die Verbundenheit zum eigenen Verein. Fühlten sich vor Corona noch 88 Prozent eng an ihren Club gebunden, waren es jetzt nur noch 54 Prozent.

Haben diese Zahlen den FVN in seiner Entscheidung beeinflusst, einen Re-Start zu ermöglichen?

Mit Sicherheit. So war FVN-Präsident Peter Frymuth zum einen erfreut darüber, welchen Stellenwert der Amateur-Fußball in der Gesellschaft hat und tief verankert ist. Zum anderen betont er allerdings auch, wie wichtig es sei, das Vereinsleben wieder in Schwung zu bringen.

Mit dem FC Remscheid und dem SV 09/35 Wermelskirchen spielen zwei Clubs aus dem Fußballkreis Remscheid in der Landesliga. Wie stehen die zu den FVN-Plänen?

Bei den Verantwortlichen beider Teams gibt es zum einen identische Einschätzungen. Zum anderen gehen die Ansichten allerdings auch auseinander.

Wo sind sich FCR und SV 09/35 einig?

Marcel Heinemann (FCR) und Sebastian Pichura (SV 09/35) bekleiden in ihren Teams sowohl das Amt des Cheftrainers als auch des Sportlichen Leiters. Unisono betonen sie, dass die Gesundheit aller Beteiligten bei allen Überlegungen an oberster Stelle stehen würde. Außerdem stellen sie heraus, dass es nichts Wichtigeres geben würde, als in einen normalen Trainings- und Spielbetrieb zurückkehren zu können. Beide Vereine wollen zudem mit den entsprechenden Tests ab dem 22. März wieder ins Training einsteigen. „Das habe ich mit unserem Vorstand so abgesprochen“, erklärt Pichura. „Auch wir werden in der Lage sein, das umzusetzen“, sagt Heinemann.

Gibt es bei den Clubs auch unterschiedliche Sichtweisen?

Allerdings. Pichura ist grundsätzlich der Meinung, dass es im Meisterschaftsbetrieb keinen Re-Start geben sollte. „Wir sollten zwar bald wieder ins Training einsteigen können, aber uns dann bis zum Sommer darauf beschränken, beispielsweise die Kreispokalrunde in Remscheid über die Bühne zu bringen.“ Allerdings räumt der Wermelskirchener Coach ein, dass er dies als Verantwortlicher eines Tabellenführers wahrscheinlich anders sehen würde. Damit spielt er den Ball Heinemann zu, der mit seinen Schützlingen bekanntlich aktuell an der Spitze der Landesliga steht. „Natürlich haben wir es nicht in der Hand, wie sich die Inzidenzzahlen entwickeln. Wenn es aber möglich ist, sollte es einen Re-Start geben.“

Rubrik

Immer dienstags greifen wir spezielle Themen auf und haken nach. Gibt es Fragen, welche unbeantwortet sind? Oder Dinge, die unbedingt eingeordnet werden müssen? Dem nehmen wir uns an. Heute geht es um den Fahrplan, den der Fußballverband Niederrhein in der Schublade hat, um einen Re-Start der Saison 2020/21 zu ermöglichen.

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