Fußball

09/35 spielt für verstorbenen Jungen

Aydin Türksoy ist in dieser Saison Wermelskirchens Mister Zuverlässig. Auf den Angreifer baut 09/35 auch gegen Frohnhausen.
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Aydin Türksoy ist in dieser Saison Wermelskirchens Mister Zuverlässig. Auf den Angreifer baut 09/35 auch gegen Frohnhausen.
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Fußball-Landesligisten gegen Essener Teams – spannendes Bruderduell in der Bezirksliga.

Von Andreas Dach und Fabian Herzog

Landesliga: SV 09/35 Wermelskirchen – VfB Frohnhausen (So., 15 Uhr, Dönges-Eifgen-Stadion). Der Tod eines kleinen Jungen aus der E-Jugend des Vereins hat auch die Spieler, das Trainerteam und das Umfeld der 1. Mannschaft sehr bestürzt. „Das ist uns allen sehr nahegegangen“, sagt Trainer Sebastian Pichura. Vor dem Training am Mittwoch hat man um eine kleine Gedenkstätte, die auf den Stehrängen des Stadions aufgebaut ist, einen Kreis gebildet und des verstorbenen Kindes gedacht. Fortan galt die Konzentration trotz der „menschlichen Tragödie“ (Pichura) der Partie gegen die Essener, welche der SV 09/35 auch im Hinblick auf das eine Woche später nachfolgende Derby zu gerne gewinnen würde. Noch einmal der Coach: „Wir wollen an die gute Leistung von Velbert anknüpfen, brauchen aber eine bessere Chancenverwertung.“

Das gegen einen Gegner, der in der Tabelle nur hauchdünn über dem Strich steht, als unangenehm und nickelig gilt. Anführer sind immer noch Issa Issa und Torjäger Chamdin Said (elf Saisontreffer). „Gegen ihn“, plant Pichura, „müssen wir uns etwas einfallen lassen.“ Benjamin Wünschmann wird nach seiner längeren Krankheitspause in der 2. Mannschaft Spielpraxis sammeln, Emre Circir ist nach einer trainingsfreien Woche (beruflich bedingt) voraussichtlich keine Option für die Anfangsformation.

Landesliga: ESC Rellinghausen – FC Remscheid (So., 15 Uhr). Die vergangene Saison ist noch nicht abgehakt, allen noch bestens im Gedächtnis. Da kehrte der FCR nach einem spektakulären 3:3 mit einem Remis aus Essen zurück. Alle drei Remscheider Treffer fielen auf dem verhältnismäßig großen Kunstrasenplatz nach Kontern. Bedeutet: Dort hat man – wie daheim im Röntgen-Stadion – Platz genug, um seine Stärken aufs Feld zu bekommen. Wie das Spiel in die Tiefe, die diagonalen Seitenverlagerungen und das Tempo. „Wir müssen viel in die Halbräume kommen“, plant Trainer Marcel Heinemann, der wieder personelle Veränderungen vornehmen muss.

Dylan Oberlies ist erkrankt. Seine Position auf der linken Abwehrseite könnten Marvin Blume oder Malte Lüttenberg einnehmen, Michele Buscemi dann wieder den rechten hinteren Part einnehmen. Luca Dantas´ vermeintliche Rippenprellung entpuppte sich als sehr hartnäckig. Weshalb eine MRT-Untersuchung beim Mittelfeldspieler anstand. Bittere Diagnose: Der zwölfte Rückenwirbel ist gebrochen. Er fällt mehrere Wochen aus. Sicher ist: Einige Akteure werden wieder in der 2. Mannschaft eingesetzt, sollen dort Spielpraxis bekommen.

Bezirksliga: SC Ayyildiz – 1. Spvg. Solingen-Wald 03 (So., 15.15 Uhr, Honsberg). Alleine der sportliche Reiz beim Aufeinandertreffen zweier technisch versierter Teams ist groß. Der Blick auf die Trainerbänke macht es aber noch einmal spannender. Da werden sich mit Remscheids Coach André Springob und Walds Fabian Springob zwei Brüder gegenüberstehen, die eigentlich ein Herz und eine Seele, am Sonntag aber erstmals Rivalen sind. „Das ist schon so ziemlich das schwierigste und zugleich undankbarste Spiel, das ich mir vorstellen kann“, findet Erstgenannter, der viereinhalb Jahre älter ist und sich mit seinem Bruder mal geschworen hatte, niemals gegeneinander spielen wollen. Manchmal kommt es aber eben anders.

Für 90 Minuten muss die enge Beziehung ruhen. André Springob, dem nur der weiter verletzte Mergim Leci fehlt, sieht seinen Heimatverein, für den er auch lange gespielt hat, als Favorit: „Für uns ist das ein Gratmesser. Wir können zeigen, was wir können.“

Bezirksliga: SSV Bergisch Born – SV Solingen (So., 15.15 Uhr, Born). Im Duell mit dem Tabellenfünften geht es für den Spitzenreiter darum, den 2:2-Ausrutscher in Rade vergessen zu machen. Tim Janowski macht sich da keine großen Sorgen: „Solange wir die Topspiele gewinnen, können wir gegen die unteren Teams auch mal was liegenlassen.“ Den SV, im Sommer aus Landesliga-Absteiger VfB und Bezirksliga-Absteiger Britannia Solingen entstanden, schätzt der Borner Coach stark ein: „Wenn die alle an Bord haben, ist das für mich einer der Aufstiegsfavoriten.“ Gerade die Offensive sei brandgefährlich. Verstecken muss sich der Tabellenführer aber wahrlich nicht, zumal der Kader wieder voller besetzt ist. Dustin Köhler und Jan Luca vom Stein sind zurück, Ruben Schmitz-Heinen und Nico Postic wieder bei Kräften.

Bezirksliga: ASV Mettmann – SC 08 Radevormwald (So., 15 Uhr). Gerne blicken die Rader fünf Monate zurück, als sie fast auf den Tag genau 4:3 in Mettmann gewannen, drei immens wichtige Punkte für den Klassenerhalt holten und eine emotionale Achterbahnfahrt erlebten. Erst 3:0 geführt, dann den Ausgleich kassiert und schließlich noch Levin Deists Siegtreffer bejubelt. Um beim derzeitigen Siebten erneut erfolgreich sein zu können, bedarf es vor allem einer Steigerung in der Abwehr. „Wir kassieren zu viele Tore“, findet Kapitän Joel Schneider und fordert: „Das müssen wir in den Griff bekommen.“ Er selbst ist wie Arik Harnischmacher und Dawid Kowalski in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen und kann wohl, im Gegensatz zu seinen beiden Teamkollegen, direkt wieder spielen. Fraglich ist, ob Berkay Colak rechtzeitig gesund wird.

Auf Yusuf Kaya kann der Dabringhauser TV derzeit besonders schwer verzichten.

Bezirksliga: SV Bayer Wuppertal – Dabringhauser TV (So., 15.30 Uhr). Ins Kellerduell gehen die Gastgeber mit ordentlich Rückenwind: Im Nachholspiel bezwangen sie unter der Woche die SF Baumberg II mit 3:0 und zogen durch den ersten Saisonsieg in dieser Statistik mit dem DTV gleich. Bei diesem hat Trainer Patrick Grün nach dem enttäuschenden 2:3 gegen Germania Wuppertal (nach 2:0-Führung) nicht etwa draufgehauen, sondern sich bemüht, die positiven Dinge anzusprechen. „Wir machen ja Vieles auch gut“, findet der Coach, „zahlen immer wieder aber auch Lehrgeld.“ Das Dienstags-Training hat ihn begeistert („Das war bombastisch“), nun gelte es, das auch auf den Platz zu bekommen. Grün: „Wir brauchen einen Knotenlöser.“ Nicht schaden würde es bei diesem Unterfangen, wenn Yusuf Kaya (zuletzt krank) wieder einsatzfähig wäre. Finn Pannack ist am Sonntag wieder dabei, hat aber großen Trainingsrückstand.

Trauerflor

Der SV 09/35 Wermelskirchen wird am Sonntag mit einem Trauerflor auflaufen und auf diese Weise die Verbundenheit mit der Familie des verstorbenen E-Jugend-Fußballers verdeutlichen. Beim Aufwärmen werden die Spieler T-Shirts mit der Rückennummer 2 tragen. Das war die Nummer, die der junge Spieler auch immer hatte. Im Eingangsbereich an der Kasse des Dönges-Eifgen-Stadions steht außerdem eine Spendenbox. Die Summe, die zusammenkommt, geht an die Familie des Kindes.

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