Fußball

09/35 feiert emotionalen Heimsieg

Wermelskirchens Kapitän Umut Demir war ein Vorbild in Sachen Einsatz, hatte Pech im Abschluss und war an der letzten, heiklen Szene beteiligt.
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Wermelskirchens Kapitän Umut Demir war ein Vorbild in Sachen Einsatz, hatte Pech im Abschluss und war an der letzten, sehr heiklen Szene beteiligt.
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Landesliga: Auch Spitzenreiter FC Remscheid surft weiter auf der Erfolgswelle.

Von Fabian Herzog

SV 09/35 Wermelskirchen – VfB Frohnhausen 3:2 (0:1). Der plötzliche Tod des zehnjährigen Fritz, der in der E-Jugend spielte, hat im gesamten SV 09/35 für tiefe Bestürzung gesorgt. Vor dem Anstoß wurde dies mit verschiedenen Aktionen zum Ausdruck gebracht, die ans Herz gingen. Das Landesliga-Team kam mit Trauerflor und in Shirts mit der Rückennummer des Jungen aufs Feld, dessen Mannschaftskollegen liefen mit ein und ließen zum Lied „An Angel“ von der Kelly Family Luftballons in den Himmel steigen, außerdem gab es eine Gedenkminute. Bewegende Momente im Eifgen.

Im Spiel selbst verpennten die Gastgeber wie schon in der Vorwoche in Velbert den Start. Emre Circir sprang unter einer Flanke durch, von Eray Yigiter sprang der Ball zum Essener Robin Köhler, der aus kurzer Distanz einschieben durfte (3.). Die Wermelskirchener Reaktion konnte sich aber sehen lassen. Sebastian Pichuras Mannschaft übernahm klar das Kommando, hatte in Durchgang eins aber noch Alu-Pech. Umut Demirs abgefälschter Schuss landete am Pfosten (31.), Resit Cetin, der eine Chance von Anfang an bekommen hatte, traf nur die Latte (34.).

Nach der Pause drehte der SV 09/35  weiter auf und dann auch die Partie. Einen Freistoß aus dem Halbfeld des eingewechselten Yannick Raufeiser köpfte Clinton Mampuya zum 1:1 ein (58.), der Sekunden vor dieser Standardsituation eingewechselt worden war. „Ich wollte eigentlich Clinton und Leo Fronia bringen, für den Freistoß Aydin Türksoy aber noch auf dem Platz lassen. Deshalb habe ich die beiden gefragt, wer kopfballstärker ist“, erzählte der Trainer mit dem goldenen Händchen. Fronia kam kurz darauf ins Spiel und traf sogar doppelt (63./87.). „Der Trainer hat gut gewechselt“, sagte der im Sommer aus Hilgen ins Eifgen gekommene Angreifer mit einem schelmischen Grinsen.

In der Schlussphase wurde es trotzdem noch mal hektisch. Gäste-Goalgetter Chamdin Said traf zum 2:3 (90.+3), und in der letzten Aktion kam der mit nach vorne geeilte Essener Torhüter im Zweikampf mit Umut Demir zu Fall. Es gab aber keinen Elfmeter. „Das war auch keiner. Der hat nur den Kontakt gesucht“, sagte der 09/35-Kapitän. So stand am Ende ein emotionaler Sieg, den die Mannschaft auch Maxim Vlasiuc widmete. Der Rechtsverteidiger hatte trotz eines schwerwiegenden Trauerfalls in seiner Familie gespielt, was Pichura ihm freigestellt hatte.

ESC Rellinghausen – FC Remscheid 0:2 (0:0). Der Spitzenreiter nahm die Hürde beim amtierenden Vizemeister nicht nur souverän, sondern begeisterte Trainer Marcel Heinemann: „Das war unser bestes Auswärtsspiel, seit ich beim FCR bin. Einfach phänomenal.“

Die ersatzgeschwächten Remscheider, die kurzfristig auch auf Tristan Maresch, Marcelo Costa Rebelo und Adis Babic verzichten mussten, dominierten von Beginn an, brachten dies aber in Durchgang eins nicht auf die Anzeigetafel. Trotz Chancen für Francesco Di Donato oder Patrick Posavec und einem angeblichen Abseitstor von Armen Shavershyan. „Warum der Assistent da die Fahne gehoben hat, bleibt sein Geheimnis“, wunderte sich Heinemann.

Nach der Pause münzte der FCR seine Überlegenheit auch in Tore um. Erst staubte Posavec ab, nachdem Germano Bonannos Schuss an die Latte gelenkt wurde (48.), dann verwertete Torjäger Di Donato ein Zuspiel von Daniel Saibert (76.), der sich wie Malte Lüttenberg Bestnoten verdiente. Einziger Wermutstropfen: Hamza Al Khalil sah in der Nachspielzeit wegen Ballwegschlagens Gelb-Rot. Kurz zuvor war auch schon ein Essener vom Platz geflogen.

Aufstellungen

FCR: Horn, Buscemi, Saibert, Kacmaz, Lüttenberg, Shavershyan, Köseoglu, L. Kupfer (70. Blume), Bonanno (82. Kerkien), Di Donato (81. H. Al Khalil), Posavec (65. Bamberg).

SV 09/35: Schoberth, Kelm, Streit, Circir, Vlasiuc, Demir, Paß (73. August), Lilliu (53. Raufeiser), Yigiter (86. Eryürük), Cetin (57. Mampuya), Türksoy (59. Fronia).

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