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Wo Mobbingopfer sich Hilfe holen sollten

Mitschüler können für Betroffene eine psychische Belastung sein. Archivfoto: up
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Mitschüler können für Betroffene eine psychische Belastung sein. Archivfoto: up

Selina Alicia Sachnik hat eine betroffene Jugendliche gesprochen.

Von Selina Alicia Sachnik, 8f, Sophie-Scholl-Schule

Oft sind Kinder, die unter Mobbing leiden, alleine mit ihren Problemen und trauen sich nicht, sich an eine Person zu wenden. Mehrere Jahre war Jessica (15) ein Mobbingopfer in der Schule. Schon in der Grundschule fing das Thema bei ihr an.

Mit sieben Jahren wurde sie regelmäßig von ihrer Klasse ausgegrenzt. Ihre Mitschüler tuschelten laut Jessica schon, als sie von der Pause in die Klasse kam. Die Gespräche hörten auf und alle Blicke waren auf sie gerichtet. „Ich fühlte mich oft alleine und als kein Teil der Klasse“, betont Jessica.

In der Grundschule hatte sie keine Freunde, deshalb verbrachte sie jede Pause allein. „Ich traute mich nicht, mit meinen Lehrern oder Eltern darüber zu reden, deshalb erwähnte ich nichts davon.“ Die Grundschulzeit war sehr schwierig für sie. „Ich hoffte, dass das Ganze in der weiterführenden Schule endlich ein Ende haben würde.“

Aus Angst schwänzte Jessica oft den Unterricht

Doch in der weiterführenden Schule wurde es auch nicht besser. Jessica wurde dort mehrmals in der Woche von einer Gruppe Jungs schikaniert und beleidigt. „Sie mobbten mich wegen meines Gewichts und Aussehens.“ Die Gruppe versammelte sich häufig nach der Schule um Jessica und sie nahmen ihre ganze Schultasche auseinander. Die ganzen Sachen fielen raus und Jessica musste sie alle wieder aufsammeln. „Sie beleidigten mich als fette Kuh und sagten, dass ich abnehmen solle.“ Dies ging fast täglich so weiter.

„Ich hatte Angst, zur Schule zu gehen, und schwänzte deshalb oft den Unterricht.“ Sie traute sich nicht, mit jemanden darüber zu reden. Aus Angst, nicht verstanden zu werden, und dass es vielleicht schlimmer werden könnte. Doch nach mehreren Jahren als Mobbingopfer reichte es ihr. Sie wandte sich an ihre Eltern und zusammen fanden sie eine langfristige Lösung. „Ich habe oft noch heute damit zu kämpfen. Die Worte meiner Mitschüler waren für mich eine psychische Belastung.“

Das Thema Mobbing ist in Deutschland und sogar weltweit ein ernstes Problem. Am häufigsten tritt Mobbing in der Schulzeit auf, im Alter zwischen 7 und 15 Jahren. Viele Jugendliche wollen sich in ihrer sozialen Gruppe verbessern oder vor ihren Freunden einfach auf cool tun. So wird aus Spaß schnell ein ernstes Thema. Als Folgen können Schlafstörungen, Depressionen und sogar Selbstmordgedanken aufkommen.

Wem es wie Jessica geht, sollte sich an eine vertraute Person wenden und darüber reden. Man sollte immer daran denken: Der Fehler liegt bei dem Täter und nicht beim Mobbingopfer.

Für Kinder und Jugendliche gibt es die ,,Nummer gegen Kummer“. Unter Tel. 116 111 kann man kostenlos über Mobbing-Probleme reden.

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