Zeitungstreff

Natur wandelt sich beständig

Im Uelfebad in Radevormwald befinden sich viele Tierarten, die hier eigentlich nicht heimisch sind.
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Im Uelfebad in Radevormwald befinden sich viele Tierarten, die hier eigentlich nicht heimisch sind.

Finn Kubat hat sich mit invasiven Tierarten beschäftigt

Von Finn Kubat, 8b, Theodor-Heuss-Gymnasium, Radevormwald

In der Natur finden ständig Veränderungen statt, jedoch hat sich die Geschwindigkeit dieser Veränderungen in den letzten Jahren erhöht. Immer wieder werden invasive Tierarten nachgewiesen. Laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW „konkurrieren gebietsfremde Arten in der Regel in ihrem neuen Lebensraum mit heimischen Arten um Raum und Ressourcen“.

Ein Grund für die Ausbreitung invasiver Tierarten ist der Klimawandel. Laut Tom Klinkenberg, 2. Vorsitzender des Ortsvereins Radevormwald des RBN, ist jedoch auch der Mensch ein entscheidender Faktor. „Das Reiseverhalten wie auch der internationale Warenverkehr sind weitere Gründe. Oft werden Tiere auch als Haustiere gehalten, weil sie als Jungtiere sehr süß waren – wie zum Beispiel Rotwangenschildkröten. Als erwachsene Tiere landen sie dann in unseren Gewässern. Immer mehr Arten kommen mit Containern in unsere Häfen oder finden sich in Ballasttanks von Schiffen wieder“, sagt Klinkenberg.

In Nordrhein-Westfalen haben sich bislang mehr als 400 der sogenannten Neobiota – also Organismen, die bewusst oder unbewusst in Europa eingeführt wurden – etabliert. Darunter befinden sich 212 Pflanzen- und 200 Tierarten – mit steigender Tendenz. Hiervon gelten 15 Pflanzen- und 30 Tierarten als invasiv. Als Beispiele wären die Wollhandkrabbe, die aus Asien stammende Körbchenmuschel oder die aus Amerika stammenden Flusskrebsarten wie etwa der Kamberkrebs oder der Marmorkrebs zu nennen, so Tom Klinkenberg. „Selbst das Radevormwalder Uelfebad ist voller Krebse, jedoch nicht von einheimischen.“ Außerdem wurde auch diesem Sommer die aus Südeuropa stammende Spinne Nosferatu im Oberbergischen entdeckt.

„Ein weiteres Problem ist, dass diese invasiven Arten Krankheiten übertragen können, gegen die sie selber immun sind, jedoch nicht die einheimischen Tierarten. Ein Beispiel wäre die Krebspest“, so Klinkenberg.

Neueinwanderungen sind nicht immer negativ

Doch wie sollte man mit invasiven Tierarten umgehen? Laut dem vom BUND 2015 veröffentlichten Bericht „Neobiota, Anregungen für eine Neubewertung“ ist eine Bekämpfung invasiver Arten sinnvoll, wenn sie eine Bedrohung von Restvorkommen bedrohter Arten sind, eine Konkurrenz zu einer einheimischen Schwesternart darstellt oder es sich um Zuchtformen oder gentechnisch veränderte Organismen handelt. Dabei spielt laut Tom Klinkenberg auch der Zeitpunkt der Entdeckung dieser invasiven Art eine Rolle. Wenn eine Art sich über einen längeren Zeitpunkt unerkannt ausbreitet und vermehren konnte, sind oft nur noch wiederkehrende Maßnahmen möglich, um sie einzudämmen. Aktuell fordert der Deutsche Jagdverband sogar ein Bekenntnis der Politik zur sogenannten Fangjagd für invasive Arten.

Neueinwanderungen sind jedoch nicht immer als negativ zu betrachten, so der BUND. „Sie spiegeln grundsätzlich die herrschenden Umweltbedingungen wider. Werden diese verändert, stellt sich entsprechend auch eine andere Vegetation und Tierwelt ein.“

In der Natur ist eben nichts beständiger als der Wandel.

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