Kondom schützt vor Ansteckung

Jugendliche erhaltern Informationen zum Thema AIDS und Geschlechtsverkehr im Jugendzentrum "Welle". ©
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Jugendliche erhaltern Informationen zum Thema AIDS und Geschlechtsverkehr im Jugendzentrum "Welle". <br /><i>©

2119 Menschen in Deutschland sind mit dem unheilbaren HI-Virus infiziert. Für den gestrigen Welt-Aids-Tag lud die Welle zum Jahrmarkt rund um das Thema ein.

,,Aids ist eine Krankheit, die dich sterben lässt / sollte von der Welt verschwinden wie die Pest.” Tobias ist 13 Jahre alt. Er selbst hat die Zeilen für den Aids-Rap geschrieben und singt sie jetzt mit Hilfe von Rapper Inzoe ins Mikrofon. Aids: Das Thema ist wichtig, denn zum gestrigen Welt-Aids-Tag verkündete die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass die Zahl der an Aids Erkrankten gestiegen sei.

Aids ist - auch mit Medikamenten - nicht heilbar. Das stellen Institutionen wie das Jugendzentrum ,,Die Welle” in Remscheid, Pro Familia oder das Gesundheitsamt immer wieder klar. Deshalb veranstalteten die drei Organisationen gestern einen Jahrmarkt zum Welt-Aids-Tag. In acht Stationen konnten Jugendliche Besucher über die Krankheit lernen. Dabei standen auch Verhütungsmethoden im Mittelpunkt. Schließlich schützt alleine das Kondom vor der Ansteckung mit dem HI-Virus.

Gerade deshalb legen Consuelo Wrobel und Floris Bottinga von Pro Familia viel Wert darauf, dass Jugendliche wissen, wie sie ein Kondom richtig anwenden. Dafür haben sich die Sexualpädagogen den Kondomführerschein einfallen lassen. Wie in der Fahrschule gibt es auch hier eine theoretische und eine praktische Prüfung. Zunächst gibt es einen Fragebogen. Dann müssen die Jugendlichen ran ans ,,Schwanzmobil”, wie Stephanie Dobke von der Welle den Plastikpenis nennt, an dem die richtige Anwendung des Kondoms geübt werden kann. ,,Niemals mit dem Fingernagel herausholen”, warnt Floris Bottinga die 15-jährige Jessica. Sie hat ihren Kondomführerschein ohne Schwierigkeiten bestanden. Und auch so ist sie vom Jahrmarkt begeistert: ,,Hier lernt man Sachen, die man vorher vielleicht noch nicht wusste”, sagt die Schülerin.

Neben der Verhütung steht aber vor allem Aids als Krankheit im Vordergrund. Ein Film zeigt mögliche Folgen, wenn es zum Ausbruch der Krankheit kommt. Es wird aber auch klar, dass man jemandem Aids nicht ansehen kann wie beispielsweise ein gebrochenes Bein. Gerade deshalb wird zur Vorsicht geraten.

Stephanie Dobke sieht ein Kommunikationsproblem zwischen den Partnern. ,,Die Mädels wollen es meist lieber mit Kondom, haben aber Angst darum zu bitten. Die Jungs sind der Meinung ,da fühl’ ich doch nix’, und sind sich des Risikos weniger bewusst.“ Möglicherweise ist das ein Grund, warum die Zahl der Aidskranken steigt. 2119 Menschen in Deutschland sind an HIV erkrankt. In Nordrhein-Westfalen sind es 519, und auch in Remscheid ist ein Fall gemeldet. Das Humane Immundefiziens Virus, also das Virus, das Aids auslöst, ist nicht heilbar - auch wenn es viele Gerüchte gebe, die das Gegenteil behaupten, weiß Stephanie Dobke.

Der Bedarf nach Aufklärung ist also da. Und wie sich gestern herausstellte, begegnen die Jugendlichen dem Thema mit Neugier. ,,Ich finde es lustig gemacht und nicht zu ernst”, sagt die 14-jährige Tina. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger da zu stehen, war auch das Ziel, das Stephanie Dobke vor Augen hatte. Gemeinsam mit ihrer Freundin Sonja (15) begutachtet Tina die unterschiedlichen Verhütungsmittel, die im dekorierten Fenster des Jugendzentrums ausliegen. Von der Pille über die Spirale bis hin zum Kondom oder dem Verhütungsring: Die Mädchen kennen die Verhütungsmittel genau. Später können sie dann auch die Anwendung testen. Zumindest die des Kondoms.

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