BUCH-TIPP: Betrunken zur Bewerbung: Kein Mitleid mit Katie

Selbst schuld! Das fällt einem ein, wenn man „Sternhagelverliebt“ von Catherine McKenzie gelesen hat.

Katie Sandford ist Musikjournalistin. Und sie kann ihren Traumjob bei einem großen Musikmagazin ergattern. Doch dann kommt alles anders. „Sternhagelverliebt“ ist der Debütroman der Kanadierin Catherine McKenzie.

An ihrem 30. Geburtstag hat Katie ein Vorstellungsgespräch – beim populären Musikmagazin „The Line“. Bisher lebte die Musikjournalistin ein eher studentisches Leben: Partys, wenig Geld, eine Wohnung, die sie sich mit der spießigen Joanne teilt. Mit einigen Konzertberichten und Rezensionen über CDs lokaler Bands hielt sie sich finanziell über Wasser. Doch damit soll nun Schluss sein: Katies Traumjob ist in greifbare Nähe gerückt. Die Macher des großen Musikmagazins wollen sie kennen lernen. Dumm nur, dass Katie schon am Abend zuvor ihren Geburtstag ausgiebig feiert. Statt ausgeschlafen aufzuwachen, rüttelt ihre Mitbewohnerin sie kurz vor ihrem Termin wach. Und Katie hat einen höllischen Kater.

Ab hier beginnt die eigentliche Geschichte, die auf den über 420 folgenden Seiten ausgebreitet wird. Aber gleichzeitig ist dieser Moment der Schwachpunkt des Buches. Denn Mitleid, dass der längst erwachsenen Katie so ihr Traum durch die Lappen geht, kommt beim Leser nicht auf. Sich vor einem wichtigen Vorstellungsgespräch ordentlich zu betrinken, ist keine niedliche Charakterschwäche. Und es ist auch nicht die liebenswerte Tollpatschigkeit einer Bridget Jones, der britischen TV-Journalistin, die sich selbst immer wieder in unmögliche Situationen bringt.

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Dennoch schafft es die Autorin Catherine McKenzie, den Leser mit einer Wendung zu überraschen. Katie Sandford bekommt eine zweite Chance. „The Line“ tritt erneut in ihr Leben. Und diesmal muss sich Katie selbst ändern. Sie wird in eine teure Entzugsklinik geschickt. Dort soll sie ein prominentes „It-Girl“ ausspionieren. Von nun an gerät Katie in allerlei Gefühls-Chaos: Liebe und Freundschaft konkurrieren mit dem Druck ihres Arbeitgebers und dem Willen, doch noch den Traumjob zu ergattern.

Die Autorin Catherine McKenzie arbeitet in Montreal als Anwältin. „Sternhagelverliebt“ ist ihr erster Roman. Keine Frage: Dieses Buch ist leichte Kost. Und die obligatorische Liebesgeschichte macht ihn eher zu einem Buch für Mädchen und Frauen. Uli

„Sternhagelverliebt“ von Catherine McKenzie ist im Knaur Taschenbuch Verlag erschienen, kos-tet 8,99 Euro.

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