Zwei Pfarrerinnen führen den Kirchenkreis

Dynamisches Duo: Annette Cersovsky (vorne) vertritt künftig Superintendentin Antje Menn. Die beiden Pfarrerinnen wollen, dass die Evangelische Kirche trotz weniger Personal in der Fläche präsent bleibt. Foto: Axel Richter
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Dynamisches Duo: Annette Cersovsky (vorne) vertritt künftig Superintendentin Antje Menn. Die beiden Pfarrerinnen wollen, dass die Evangelische Kirche trotz weniger Personal in der Fläche präsent bleibt. Foto: Axel Richter

Kreissynode wählt Annette Cersovsky zur Stellvertreterin von Superintendentin Antje Menn

Von Axel Richter

Zwei Frauen stehen künftig an der Spitze des Evangelischen Kirchenkreises Lennep. Eigentlich nichts Besonderes. Thema war die Wahl der Kreissynode am Wochenende nachträglich dann aber doch. Was nur zeigt, dass es doch noch nicht selbstverständlich ist, wenn im Kirchenkreis mit der vor sechs Wochen in ihr Amt eingeführten Superintendentin Antje Menn und ihrer Stellvertreterin Annette Cersovsky ab sofort zwei Pfarrerinnen das Sagen haben. Mit Skriba Sonja Spenner-Feistauer sind es sogar drei.

Wer sind die Neuen an der Spitze?

Annette Cersovsky (55) ist Pfarrerin der Evangelischen Stadtkirchengemeinde. Die Synode gab der Hastenerin den Vorzug vor zwei Mitbewerbern. Sie wird die Superintendentin als Dienstvorgesetzte der Pfarrer und kirchlichen Mitarbeiter sowie als Repräsentantin und Ansprechpartnerin der Evangelischen Kirche im Rheinland vertreten. Sonja Spenner-Feistauer, die neue Skriba oder Schriftführerin, ist Pfarrerin der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde.

Was haben sich Antje Menn und Annette Cersovsky vorgenommen?

Die Kirche verliert weiter Mitglieder. Auch in der Krise. In Folge von Kurzarbeit und Arbeitsplatzverlust rechnet Antje Menn mit weiteren Austritten. Gemeinsam mit Annette Cersovsky will sie gegensteuern – auch mit einer Sprache, die die Menschen verstehen. „Ich glaube, dass wir mit unserem Kirchensprech viel Distanz geschaffen und viele Menschen verloren haben“, sagt Annette Cersovsky.

Wie gehen sie vor?

Dialog und Teilhabe sind den beiden Geistlichen wichtig. Die Corona-Krise hat diesbezüglich neue Chancen eröffnet. Als auch die Kirchen in der ersten Welle schließen mussten, probierte Annette Cersovsky mit Pfarrer Siegfried Landau moderne Kommunikationstechnik aus, um mit Livestream und Podcast zu den Gläubigen zu kommen. Heute stellen die beiden Geistlichen vom Hasten das Thema der nächsten Predigt ins Internet und fragen die Gläubigen, was ihnen dazu einfällt. „Welche Lieder wollt ihr singen?“, fragen sie außerdem. Und der Erfolg gibt ihnen recht. „Wir haben dort heute viermal so viele Klicks als Besucher in der Kirche“, sagt die Pfarrerin und trifft damit ganz den Nerv der Superintendentin: „Dialog und Partizipation müssen in den Gottesdienst.“

Wird es zu Weihnachten dennoch Gottesdienste geben?

Ja. Wie berichtet, sind Weihnachtsgottesdienste geplant – in Remscheid etwa auf dem Schützenplatz. Einige Gemeinden wollen zudem Weihnachtsbäume vor ihren Kirchen aufstellen, unter denen die Gemeinde sich versammelt. Es soll aber auch Gottesdienste in den Kirchen geben. Natürlich mit Maske. Und sollte die Zahl der Besucher weiter begrenzt werden, „dann machen wir eben mehr Gottesdienste“, sagt Antje Menn. Die Superintendentin weiß, wie wichtig Kirche gerade in Krisenzeiten ist: „Wir stehen hinter den Corona-Schutzmaßnahmen und bitten die Menschen, sich daran zu halten. Wir wollen aber auch Zuversicht vermitteln. Das ist für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und für die Seele wichtig.“

Worauf dürfen sich die Gläubigen im nächsten Jahr freuen?

Eigentlich sollte die Bewahrung der Schöpfung das Thema für 2020 sein. Corona vereitelte das. Nun soll 2021 in mehreren Veranstaltungen nach Wegen gesucht werden. „Wenn wir in der Corona-Krise zu Einschnitten in der Lage sind, müssten wir das doch auch schaffen, wenn es um Bewahrung der natürlichen Grundlagen geht“, sagt Antje Menn.

Womit müssen die Gemeinden im Kirchenkreis absehbar rechnen?

Weniger Gläubiger und geringere Einnahmen zwingen die Gemeinden zur Zusammenarbeit. Bis 2030 soll der Kirchenkreis deshalb ein Drittel seiner Personalstellen einsparen. Auf die Diakone und Ehrenamtler werden deshalb neue Aufgaben zukommen, und die Gemeinden im Kirchenkreis müssen weitaus stärker noch zusammenarbeiten.

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