Corona-Pandemie

Zwei Jahre Corona-Pandemie in Wermelskirchen: Ein Rückblick in Zahlen

Abstrich für einen Schnelltest. Archivfoto: Christian Beier
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Am 3. März 2020 meldete der WGA den ersten Covid-19-Fall im Kreis.

Am 3. März 2020 meldete der WGA den ersten Covid-19-Fall im Kreis.

Von Leon Hohmann (Text und Grafiken)

Wermelskirchen. Erst war da nur die Angst vor der Infektion, dann die ernüchternde Nachricht: Am 3. März 2020 – heute vor genau zwei Jahren – berichtete der Wermelskirchener General-Anzeiger über den ersten bestätigten Fall des damals so neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 im Rheinisch-Bergischen Kreis. Die Frau aus Overath, so hieß es damals aus dem Kreishaus, sei in Quarantäne und bereits wieder fieberfrei. 21 Kontaktpersonen machte das Gesundheitsamt aus, die ebenfalls 14 Tage zu Hause verbringen mussten. Informationen über weitere Infizierte lagen den Behörden an diesem Tag nicht vor. Doch schon einen Tag später gab es die nächsten beiden Fälle im Kreisgebiet – der Anfang einer langjährigen Pandemie. Zwei Jahre später scheint der Scheitelpunkt erreicht. Erkrankt sind seitdem mehr als 45 000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Und davon gestorben sind 214 – mit oder an den Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung.

16 % der Bürgerinnen und Bürger im Rheinisch-Bergischen Kreis haben sich WGA-Berechnungen zufolge mit Sars-CoV-2 infiziert. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um einen statistischen Wert, da sich auch Personen mehrfach infiziert haben können. Bei einer Einwohnerzahl von 283 000 heißt das: Ungefähr jeder sechste Bürger war bislang erkrankt.

7230 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren sind an Covid-19 erkrankt. Insbesondere seit dem vergangenen Herbst galt diese Altersgruppe als „Pandemie-Treiber“ – allein durch den Umstand, dass die Schulen weiterhin geöffnet waren. Zudem konnten sich Jugendliche und Kinder erst deutlich später impfen lassen als Erwachsene. Auch prozentual macht die Altersgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen mit 16,1 Prozent den höchsten Anteil an den Infektionen aus. Die wenigsten Fälle gab es bei den Älteren. Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) weist für die 60- bis 69-Jährigen 6,9 Prozent aus. Patienten, die noch älter sind, waren noch seltener infiziert.

10 Patienten, die beatmet wurden, befanden sich maximal auf den Intensivstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Laut DIVI-Intensivregister war das am 4. und 5. Mai des vergangenen Jahres der Fall. Zeitgleich wurden sechs weitere Menschen intensivmedizinisch versorgt. Diese Gesamtzahl von 16 war ebenfalls der höchste bislang verzeichnete Wert. Die Lage hat sich seitdem entspannt: Gestern wurden fünf Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, davon eine Person auch beatmet.

1724,5 – Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte laut LZG vor drei Wochen einen ungekannten Höchststand. Galten im ersten Pandemie-Herbst Gebiete mit einer Inzidenz von 200 als besonders besorgniserregend, würden sich heute sicherlich viele Bürger über einen solch niedrigen Wert freuen. Grund für diese Entwicklung dürften unter anderem die Delta- und Omikron-Varianten sein, die deutlich ansteckender sind als die vorherigen Mutationen.

76 % der Bürgerinnen und Bürger im Rheinisch-Bergischen Kreis sind mindestens zwei Mal geimpft. Das hat der WGA aus Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein errechnet. Im Gegensatz dazu stehen 24 Prozent der Bevölkerung, die nicht oder nicht vollständig geimpft sind.

Corona-Zahlen im RBK

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind gestern 644 weitere Fälle bekanntgeworden, 56 in Burscheid und 106 in Wermelskirchen. Dazu meldete der Kreis einen weiteren Todesfall: eine Person aus Overath, älter als 70 Jahre und vorerkrankt. 54 Personen wurden in Krankenhäusern behandelt, davon fünf beatmet.

Standpunkt: Endspurt ist angesagt

Kommentar von Leon Hohmann

leon.hohmann@rga.de

Angesichts des Kriegs in der Ukraine rückt die Corona-Pandemie aktuell in den Hintergrund – ist die humanitäre Not in Osteuropa gerade deutlich größer als bei uns. Dennoch sollten wir die Entwicklung der Corona-Lage nicht außer Acht lassen. Zwei Jahre liegen hinter unserer Gesellschaft, die bestimmt waren von drastischen Einschnitten in das Leben jedes Einzelnen, Isolation und Schicksale von schweren Krankheitsverläufen bis hin zu Todesfälle mit oder in Folge einer Covid-19-Erkrankung. Nach den exponentiell gestiegenen Sieben-Tage-Inzidenzen zu Jahresbeginn scheint es langsam doch so, als gäbe es tatsächlich nun einen Endspurt für diese Pandemie. Die Zahlen sinken, weniger Menschen erkranken schwerwiegend nach einer Infektion mit dem Coronavirus und viele, viele Bürgerinnen und Bürger sind gut geschützt. Daher gilt es jetzt noch mal, diese Anstrengungen nicht aufs Spiel zu setzen. Behutsam die alte Normalität wieder aufzuwecken. Vielleicht kann da auch der neue, proteinbasierte Impfstoff von Novavax und die einrichtungsbezogene Impfpflicht helfen.

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