Verwaltung

Zusätzliche Anlaufstelle für Wohngeld geschaffen

Erstanlaufstelle für Wohngeld (v. l.): Birgit Loh, Arne Feldmann und Irina Ostertag.
+
Erstanlaufstelle für Wohngeld (v. l.): Birgit Loh, Arne Feldmann und Irina Ostertag.

Die Stadt Wermelskirchen wappnet sich mit einem eigens eingerichteten Büro.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Die Stadtverwaltung bereitet sich auf einen verstärkten Andrang bei Anträgen für Wohngeld vor. Hintergrund ist die Wohngeld-Reform der Bundesregierung, die Bestandteil der Entlastungspakete für die Menschen vor allem im Zuge der gestiegenen Energiepreise ist. Mit der Wohngeld-Reform werden ab 2023 bundesweit rund zwei Millionen Haushalte mit 4,5 Millionen Menschen unterstützt. Bislang erhalten rund 600 000 Haushalte in Deutschland den finanziellen Zuschuss zu den Wohnkosten. Rund 1,4 Millionen Haushalte mit kleinen Einkommen bekommen durch die Reform erstmalig oder erneut einen Wohngeld-Anspruch.

Das stellt die Kommunen vor die Herausforderung, das zu erwartende erhöhte Aufkommen an Anträgen für Wohngeld möglichst schnell bearbeiten zu müssen. Dazu richtet die Stadt Wermelskirchen eine zentrale Anlaufstelle für Erst-Anträge auf Wohngeld im Bürgerzentrum in den ehemaligen Räumen des ehemaligen Stadt-Cafés neben dem Polizei-Büro ein. Die Anlaufstelle ist barrierefrei und von außen zugänglich. Dort werden allerdings nur Erst-Anträge angenommen und die Antragsteller beraten sowie gegebenenfalls auf fehlende Unterlagen hingewiesen. Für Bürger, die schon Wohngeld erhalten haben, sind weiterhin die Mitarbeiter in den Räumlichkeiten des Ordnungsamtes an der Telegrafenstraße 11 zuständig.

Die Öffnungszeiten der Erst-Antragsstelle entspricht den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung. Nur mittwochs ist die Wohngeldstelle nachmittags nicht geöffnet.

„Wir haben eigens Mitarbeiter für die Bearbeitung der Wohngeld-Anträge abgestellt“, sagt Bürgermeisterin Marion Lück auf Anfrage unserer Redaktion. Demnach habe die Stadtverwaltung zusätzlich zu der bereits für das Wohngeld zuständigen Stelle zwei weitere Stellen vorübergehend eingeteilt: „Eine Kraft wird mindestens die Hälfte ihrer Arbeitszeit in die Bearbeitung der Wohngeld-Anträge einbringen, eine weitere Kraft kehrt zu Jahresbeginn aus der Elternzeit zurück und wird dann ebenfalls vorerst dafür eingesetzt.“ Aus Sicht der Stadtverwaltung sei das erhöhte Aufkommen an Anträge schwer kalkulierbar, weil niemand genau vorhersagen könne, wie viele es sein werden. „Aber: Wir wollen die Anträge natürlich schnellstmöglich bearbeiten, damit die Menschen das Geld, das sie dringend benötigen, zügig bekommen“, betont Marion Lück: „Mit der eigens eingerichteten Anlaufstelle für Wohngeld-Erst-Anträge haben wir uns bestmöglich gewappnet – wir wollen als Stadtverwaltung nicht unvorbereitet sein.“

Aktuell beziehen in Wermelskirchen etwa 500 Haushalte Wohngeld, berichten Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann und die Wohngeld-Expertin der Verwaltung, Birgit Lob, im Gespräch mit unserer Redaktion: „Im laufenden Jahr können mehrere Bewilligungszeiträume pro Haushalt entstehen, so dass rund 700 Bearbeitungsfälle pro Jahr auflaufen.“ Wie hoch die Zahl der anspruchsberechtigten Haushalte beziehungsweise der zu erwartenden Anträge ab Jahresanfang tatsächlich sei, könne nicht verlässlich prognostiziert werden, da die Haushalte ja auch bei bestehendem Anspruch auf eine Antragstellung verzichten können, stellen Feldmann und Lob fest. Wie Bürgermeisterin Marion Lück erläutert, geht der Bund von einer Verdreifachung der Anzahl der Erst-Anträge durch die Wohngeld-Reform aus. Das Wohngeld wird ab 2023 um durchschnittlich 190 Euro pro Monat erhöht. Das ist doppelt so viel wie bisher. Es steigt von derzeit im Schnitt 180 Euro pro Monat auf 370 Euro pro Monat ab Januar 2023.

Die Höhe des Wohngeldes berechnet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder, der Miete des Wohnraums oder der Belastung bei selbst genutztem Wohneigentum sowie dem Gesamt-Einkommen der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder. Durch die Reform sind im Wohngeld eine dauerhafte Heizkosten- und eine Klima-Komponente enthalten. Dadurch sollen sowohl die steigenden Heizkosten als auch die steigenden energetische Sanierungskosten in den Mieten berücksichtigt werden. „Die Heizkosten- und Klima-Komponenten sind bewusst als Pauschalen konzipiert, um die Verwaltung zu vereinfachen und Anreize zum Energiesparen zu erhalten“, erläutert die Bundesregierung. Die Kosten, die durch die Wohngeld-Reform entstehen, tragen je zur Hälfte der Bund und die Länder.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kurz notiert
Kurz notiert
Auf die Samenmischung kommt es an
Auf die Samenmischung kommt es an
Auf die Samenmischung kommt es an
Dr. Schliermann: Gewalt hat lebenslange Folgen
Dr. Schliermann: Gewalt hat lebenslange Folgen
Dr. Schliermann: Gewalt hat lebenslange Folgen
Hautarzt Harke geht nach 33 Jahren
Hautarzt Harke geht nach 33 Jahren
Hautarzt Harke geht nach 33 Jahren

Kommentare