Energiekrise

Zeiten und Beleuchtung sollen bleiben

Müssen Einzelhändler das Licht in den Schaufenstern abschalten oder zumindest die Zeiten reduzieren, um den Energiekosten Herr zu werden? Auch über Öffnungszeiten wird diskutiert.
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Müssen Einzelhändler das Licht in den Schaufenstern abschalten oder zumindest die Zeiten reduzieren, um den Energiekosten Herr zu werden? Auch über Öffnungszeiten wird diskutiert.

Trotz Energiekrise wollen Einzelhändler die Öffnungszeiten vorerst nicht anpassen.

Von Jakub Drogowski

Die Energiekosten belasten den Einzelhandel stark. Vielerorts wird über kürzere Öffnungszeiten diskutiert. So will Aldi Nord einen Großteil seiner Filialen im Winter früher schließen. In der Solinger Innenstadt wollen Einzelhändler den Ladenschluss ab 1. November auf 18 Uhr vorziehen. Auch die Art und Weise der Beleuchtung im Innenraum und Schaufenstern steht zur Debatte. In Wermelskirchen bestehen ähnliche Pläne derweil bisher nicht.

Es sei diesbezüglich noch nichts besprochen worden, teilte Stefan Rojewski, Vorstand des Netzwerks Einzelhandel im WiW-Marketing mit. In seinen beiden Bekleidungsläden „Male“ und „Female“ im Wermelskirchener Zentrum soll die Schaufensterbeleuchtung wie auch bei anderen vorerst an bleiben.

Allerdings mit Zeitschaltuhren, welche das Schaufensterlicht nach Ladenschluss automatisch ausschalten, ergänzte der WiW-Vorsitzende André Frowein.

Viele Wermelskirchener Händler zeigen sich äußerst flexibel und anpassungsfähig hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen oder führen technische Energiesparmaßnahmen durch. Wie etwa Kai Middendorf, Geschäftsführer vom Wermelskirchener Intersport darlegt: „Bislang ist niemand von der Stadt oder dem Marketing an uns herangetreten mit einer Empfehlung. Der Rewe gegenüber bleibt bisher noch immer bis Mitternacht auf, soweit ich weiß“, sagt er. Die Entfernung von der Innenstadt ließe eine Verkürzung des Geschäftsbetriebes auch weniger zu. Ebenso wie das benachbarte Jysk-Filiale (ehemals Dänisches Bettenlager) wolle man bis auf Weiteres die Öffnungszeiten bis 19 Uhr beibehalten. Um der  Energiekrise dennoch gewappnet entgegenzutreten, seien vor Monaten weitreichende Umbauten durchgeführt worden. „Wir sind mittlerweile sehr energiesparend eingestellt. Wir nutzen effiziente LED-Beleuchtung in den Verkaufsräumen, haben eine Solaranlage einbauen lassen und halten die Türen stets geschlossen“, erklärt Kai Middendorf. „Das ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.“

Eine pandemiebedingte Veränderung des Einkaufsverhaltens, wonach Kunden dank Homeoffice früher am Tag eintreffen, wie es in Solingen als weiteres Argument herangezogen wurde, relativiert Middendorf: „Zu uns kommen die Menschen auch abends. Weniger sind es wegen des Online-Handels, nicht wegen Homeoffice. Das ist seit Jahren ein schleichender Prozess und hat wenig mit den derzeitigen Krisen zu tun“, so Middendorf.

Aufgrund dieser, so fürchtet der Geschäftsführer, stünden dem Einzelhandel im kommenden Jahr „die beiden schwärzesten Quartale der Geschichte“ bevor. Daher wolle man das Weihnachtsgeschäft möglichst einschränkungsfrei angehen. „Wir als Sportartikelanbieter kommen noch ganz gut weg. Aber es sind schwere Zeiten für den Einzelhandel“, so Middendorf.

Oliver Platt, Geschäftsführer der Bäckerei Evertzberg, hat einen ähnlich düsteren Blick in die Zukunft. Es könnten bald wieder auf Öffnungszeiten wie denen des alten Ladenschlussgesetzes auf den Einzelhandel zukommen, sagt Platt. Wegen gestiegener Personal-, Energie- und Rohstoffkosten entschied sein vergleichsweise stark aufgestelltes Unternehmen, Filialen mit Schlüsselrecht sonntags und montags nachmittags nicht mehr zu öffnen. Die Filialen in der Telegrafenstraße und im Edeka Belten bleiben davon unberührt. „Wir hoffen natürlich, dass unsere Kunden das verstehen und an einem anderen Tag kommen. Aber wir müssen auf diese großen Krisen reagieren“, so Platt.

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