Pläne

In der Zeit nach Corona soll gefeiert werden

Wollen nach Corona die Stimmung der Wermelskirchener ankurbeln: André Frowein (WiW Marketing) und Oliver Platt (BüFo). Archivfoto: Roland Keusch
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Wollen nach Corona die Stimmung der Wermelskirchener ankurbeln: André Frowein (WiW Marketing) und Oliver Platt (BüFo).
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Ausschussvorsitzender Oliver Platt und André Frowein von WiW finden, man sollte jetzt schon planen.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Sie sollen sich bereitmachen, sagt Oliver Platt. Tanzgruppen, Musiker, Bands und Gastronomen. Für die Zeit nach Corona. Der Vorsitzende des neuen Ausschusses für Kultur, Freizeit und Tourismus unterstreicht, dass er „nicht in Seifenblasen-Mentalität falsche Hoffnungen wecken“ möchte. „Aber ich möchte versprechen, dass wir, sobald es möglich ist, alles tun wollen, dass auch Veranstaltungen außer der üblichen Reihe möglich sein werden. Denn danach sehnen wir uns doch alle.“

So könne er sich zum Beispiel vorstellen, dass neben den regulären Veranstaltungen wie Das Fest oder A la carte, die der Marketingverein WiW jedes Jahr anbietet, neue Veranstaltungen entwickelt werden könnten. „Vielleicht fällt ja das eine oder andere noch aus. Aber statt dem hinterherzutrauern, sollten wir aufmerksam sein und auch spontan Ideen für später entwickeln.“ Als Beispiel nennt er etwa einen Festumzug als Ausgleich zum ausgefallenen Rosenmontagszug in Dabringhausen. „Da könnten beispielsweise Vereine teilnehmen, Musikgruppen“, hat Platt schon Visionen für die Zeit nach der Pandemie. „Da will ich dann aber auch von städtischer Seite nicht hören, die oder die Straße kann nicht so schnell gesperrt werden oder Ähnliches. Das geht dann einfach mal“, sagt Platt.

„Wir haben ja auch einiges gelernt.“
André Frowein, Vorsitzender WiW Marketing

André Frowein, Vorsitzender des Marketingvereins WiW, denkt ähnlich. Auch er möchte auf keinen Fall mit Veranstaltungen Risiken eingehen oder falsche Hoffnungen bei den feierwilligen Wermelskirchenern schüren. „Aber wir planen jetzt schon unsere Feste“, sagt Frowein beherzt. „Absagen können wir sie dann immer noch.“ Einige Rückschläge hat WiW im letzten Corona-Jahr einstecken müssen. Das Fest, die Frühjahrs- und die große Herbstkirmes sowie A la carte konnten gar nicht stattfinden. Allerdings haben die Aktiven mit Ideen immer wieder bewiesen, dass trotzdem etwas ging. Der Juca-Beach als Freiluftveranstaltung im Sommer kam gut an. Genauso der verkaufsoffene Sonntag vor dem Lockdown Anfang Dezember, bei dem die Besucher sich an kleinen Ständen den Glühwein oder Leckereien mit nach Hause nehmen konnten.

„Wir haben ja auch gelernt“, sagt André Frowein. „Zum Beispiel, dass an der frischen Luft viel mehr möglich und die Ansteckungsgefahr wesentlich geringer ist als in Innenräumen.“ Diese Erkenntnis, gepaart mit anderen, wolle der Verein auch für die nahe Zukunft nutzen. „Natürlich können wir jetzt noch gar nicht voraussagen, ob und in welcher Form beispielsweise das Fest als erste große Jahresveranstaltung überhaupt stattfinden kann“, räumt der Stadtmarketing-Vorsitzende ein. Er prognostiziert, Ende Februar oder März mehr dazu sagen zu können.

„Aber wenn wir es nicht machen können, gibt es vielleicht Alternativen.“ Als Beispiel nennt Frowein das alternative A l carte, das die Veranstalter Ende Oktober ursprünglich geplant hatten. Wie berichtet, sollte die Veranstaltung mit kulinarischen Angeboten, Kunst und Musik damals auf dem Rhombus-Gelände stattfinden, auf zwei Tage gestreckt und mit Voranmeldung, um Besucherströme zu verhindern.

Wegen der im Oktober bereits stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen musste das alternative A la carte dann doch kurzfristig abgesagt werden. Frowein: „Aber das Konzept war ja gut. Und darauf können wir sicher wieder zurückgreifen, wenn die Zahlen und Vorgaben es denn hergeben.“

Er sei sich darüber bewusst, dass eine Veranstaltung wie der verkaufsoffene Sonntag im Dezember im Teillockdown auch Kritiker auf den Plan rief. „Einige meinten, das sei zu riskant, aber die sind ja dann auch zu Hause geblieben. Man kann es nicht jedem recht machen, aber wir bemühen uns, nach den Vorgaben alles möglich zu machen, was geht. Und wir sind sicher, dass viele Menschen sich nach Veranstaltungen sehnen und sie gern wieder besuchen.“ 

WiW

Noch ist die WiW-Geschäftsstelle an der Telegrafenstraße geschlossen. André Frowein denkt aber, dass sich das nach dem voraussichtlichen Ende des Lockdowns ab dem 15. Februar ändern könnte. Dann könnten die Gewinner der Zählscheinaktion sich auch ihre Gewinne abholen – zu den Öffnungszeiten des WiW-Büros.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Nein, um Wolkenkuckucksheime geht es nicht. Und auch nicht um Seifenblasen und unberechtigte Hoffnungen. Fakt ist aber, dass es eine Zeit nach der Corona-Pandemie geben wird. Mit den, zugegeben noch ruckelig laufenden, Impfungen und jetzt wieder sinkenden Infektionszahlen kommen wir dieser Zeit möglicherweise schon ein bisschen näher. Und was ist daran verwerflich, sich jetzt schon mal gemeinsam mit Oliver Platt und André Frowein auf ein buntes Stadtleben voller Feste und Veranstaltungen zu freuen, aus dem dann hoffentlich auch wieder die gebeutelten Geschäftsleute und Gastronomen schöpfen können? Wir brauchen wohl alle solche Perspektiven und schönen Aussichten – heute mehr denn je. Positiv ist auch die Aussage, dass dann, wenn es wieder möglich sein wird, Feste zu feiern, behördliche Barrieren möglicherweise nicht mehr so eine große Rolle spielen werden wie einst. Dann soll es einmal nur ums Feiern und Wohlfühlen gehen und nicht um zu früh gesperrte Straßen oder fehlende Dixie-Klos. Und dieses Wohlfühlen, das haben wir uns dann aber auch redlich verdient. Oder? 

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