„Yoga wirkt sich auf Geist und Seele aus“

Carla Druschke ist selbstständige Yoga-Lehrerin und -Therapeutin und ist begeistert von den sanften Übungen und sagt: „Nach einer Yoga-Stunde ist man in aller Regel zufrieden, ruhig und entspannt.“ Foto: privat
+
Carla Druschke ist selbstständige Yoga-Lehrerin und -Therapeutin und ist begeistert von den sanften Übungen und sagt: „Nach einer Yoga-Stunde ist man in aller Regel zufrieden, ruhig und entspannt.“

Lehrerin und Therapeutin Carla Druschke spricht über ihre Begeisterung für die sanften Übungen

Das Gespräch führte Wolfgang Weitzdörfer

Frau Druschke, was genau ist Yoga?

Carla Druschke: Yoga ist sehr vielschichtig. Im Ursprung ist Yoga ein ganzheitlicher Ansatz, eine philosophische Lehre, die eine Vielzahl geistiger und körperlicher Übungen beinhaltet. Im Westen werden eher die Aspekte der Entspannung und Ruhe in Verbindung mit Beweglichkeit betont. Aus der indischen Tradition heraus ist Yoga die Vorbereitung auf die Mediation und eng mit dem Hinduismus oder Buddhismus verbunden, also spirituell geprägt.

Wie haben Sie selbst es kennengelernt?

Druschke: Ich war Übungsleiterin im SV 09 in Wermelskirchen. Dort wurde vor etwa zwölf Jahren jemand gesucht, der Yoga-Kurse geben könnte. Keiner wollte das machen – also habe ich gesagt, dass ich eine Fortbildung besuche. Und das hat mich dann tatsächlich sehr begeistert. Ich hatte vorher über Yoga überhaupt nichts gewusst.

Und dann haben Sie sich dazu entschieden, Yoga zu unterrichten?

Druschke: Das war der auslösende Moment für mich, ja. Ich habe dann die Fortbildung zur Kursleiterin gemacht, was ich toll fand – auch für mich selber. Die Ausbildung war leider nicht sehr intensiv, so dass ich sowohl die Yoga-Lehrer- als auch die Yoga-Therapeuten-Ausbildung absolviert habe.

Wie wird man zur Yoga-Lehrerin?

Druschke: Es gibt viele Anbieter und Institute, bei denen man es lernen kann. Der Bund Deutscher Yoga-Lehrer bietet beispielsweise viele fundierte Ausbildungen an. Ich habe meine Ausbildung beim Institut für Yoga und Gesundheit in Köln gemacht. Die Ausbildung ist dreigeteilt, der Basiskurs umfasst 200 Stunden, der Aufbaukurs 300 – damit wird man vom Bund Deutscher Yoga-Lehrer anerkannt und kann sich dort registrieren lassen. Die Therapie-Ausbildung waren dann noch einmal etwa 200 Stunden. Ich habe die Yoga-Ausbildung mit Schwerpunkt Shivananda-Yoga gemacht – da gibt es feste Elemente aus Atem-, Bewegungs- und Entspannungsübungen, die aneinandergereiht werden, und die man dort lernt. Außerdem wird der Aufbau und die Durchführung von Yoga-Stunden vermittelt. Zusätzlich wurden Einheiten in weiteren Yoga-Stilen des Hatha-Yoga gelehrt – so habe ich ein großes Spektrum und kann die Übungen je nach Gruppe variieren.

„Fast alle Menschen gehen glücklicher und zufriedener aus einer Yoga-Stunde heraus.“

Was macht Yoga für Sie besonders?

Druschke: Was mich daran fasziniert, und als Lehrerin mit Freude erfüllt, ist der Umstand, dass fast alle Menschen glücklicher und zufriedener aus einer Yoga-Stunde herausgehen. Grundsätzlich kann jeder Mensch Yoga machen. Es gibt keine Rahmenbedingungen, die bestimmte Gruppen von Menschen vom Yoga ausschließen. Es können also auch bettlägerige oder chronisch kranke Menschen Yoga machen. Für mich persönlich ist Yoga eine ganz intensive Praxis, die den Körper fordert, stärkt und flexibel macht, ohne ihn dabei zu überlasten. Und Yoga ist ganzheitlich: Es hat neben den positiven Aspekten für den Körper immer auch eine unmittelbare Auswirkung auf den Geist und die Seele. Nach einer Yoga-Stunde ist man in aller Regel zufrieden, ruhig und entspannt.

Wer gehört zur Zielgruppe, die es ausüben?

Druschke: Ich würde es eigentlich nicht einschränken wollen. Natürlich muss ich als Lehrerin sehen, welche Arten von Kursen ich anbiete und an wen diese sich richten. Ich bin etwa im Moment dabei, einen Kurs für Krebs-Patientinnen und -Patienten aufzubauen. Es kann nicht jeder in jeden Kurs gehen – aber jeder, der daran Interesse hat, wird auch einen für sich passenden Kurs finden. Für Bettlägerige bieten sich Einzelstunden an.

Was kann man mit gezielten Yoga-Übungen für sich selbst erreichen?

Druschke: Viele Menschen spiegeln mir etwa, dass sie nach einer Yoga-Sitzung wunderbar schlafen können – auch wenn sie zuvor etwa mit Einschlafproblemen zu tun haben. Ich habe selbst erlebt, dass mein ganzer Muskelaufbau wesentlich besser geworden ist, genau wie meine körperliche Flexibilität zugenommen hat. Auf der psychischen Seite nehmen Ausgeglichenheit und innere Ruhe deutlich zu, wenn man regelmäßig Yoga-Übung macht.

Kann man Yoga auch in den Alltag im Büro einbauen?

Druschke: Ja, das ist auf jeden Fall prima und sehr einfach möglich. Ganz wesentlich sind hier etwa die Atemübungen. Wenn man nach einem stressigen Telefonat etwa Atemübungen macht, dann schafft man es schneller, wieder zu sich zu kommen. Aber auch körperliche Bewegungsübungen sind im Büro problemlos möglich – etwa mal eben die Wirbelsäule in alle Richtungen zu bewegen. In der Mittagspause kann man auch ganz einfach eine Meditation machen, um wieder Kraft zu tanken – Tür zu, Telefon aus, zehn Minuten meditieren.

Glauben Sie, dass Yoga für die heutige, schnelllebige Gesellschaft besonders wichtig ist?

Druschke: Ja, das glaube ich ganz entschieden. Yoga ist ein Kontrapunkt gegen den ganzen Stress des Alltags. Wenn Sie in die Yoga-Stunde kommen, dann sind Sie auf der Matte und in dem Raum, in dem Sie Yoga machen. Sie kümmern sich nur um sich selbst und um Ihren Atem. In dieser Stunde ist der ganze Stress des Alltags ausgesperrt. Weil auch Körperübungen enthalten sind, hat man die Möglichkeit, diesen Stress auch ganz konkret über den Körper abzubauen. Das ist heute sicherlich noch dringender nötig als früher – wobei auch in den alten Texten schon die Rede davon ist, dass man zwischendurch zur Ruhe kommen und entspannen soll.

Gibt es auch Menschen, für die Yoga nicht geeignet ist?

Druschke: Eigentlich nicht, nein. Ich bin überzeugt: Jeder kann Yoga machen. Ich habe aber Menschen erlebt, für die manche Übungen wegen ihrer eigenen inneren Anspannung eine Qual waren. Die haben dann irgendwann wieder aufgehört. Aber ich denke, sie hätten besser weitergemacht, weil sie natürlich mit Yoga dieser inneren Konstitution hätten sehr gut begegnen können. Bei schwer depressiven oder psychisch erkrankten Menschen muss man allerdings genau beobachten, wie sie mit den Auswirkungen von Yoga zurechtkommen. Denn durch die Ruhe kommt man sehr zu sich selbst – und dann auch zu den eigenen Problemen. Das kann man in einer normalen Gruppe nur schwer auffangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Stadt stockt Ordnungsdienst auf
Stadt stockt Ordnungsdienst auf
Stadt stockt Ordnungsdienst auf
Stadtführerin besucht das Grab von Leverkus
Stadtführerin besucht das Grab von Leverkus
Stadtführerin besucht das Grab von Leverkus

Kommentare