Wupperinsel: Flussquerung ist kein Thema

Die Umgestaltung der Wupperinsel gehört zum Solinger Stadtteilentwicklungskonzept für Burg. Foto: Christian Beier
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Die Umgestaltung der Wupperinsel gehört zum Solinger Stadtteilentwicklungskonzept für Burg. Foto: Christian Beier

Bürgerbefragung zeigt: Die meisten Menschen möchten vor allem die Ruhe erhalten

Von Björn Boch

Rund 260 Personen, davon etwa die Hälfte aus Burg, haben sich an der Ideensuche der Stadt Solingen für die Gestaltung der Wupperinsel in Burg beteiligt. Ganz oben auf der Wunschliste stehe das Naturerlebnis, wie Solingens Stadtsprecherin Sabine Rische mitteilt: „Die Wupper soll erlebbar sein, der Wildwuchs gelichtet werden. Veränderungen sollen naturnah, ökologisch und nachhaltig vorgenommen werden.“

Trotzdem solle der Parkplatz bleiben – möglichst kostenfrei. Vermisst werden vor allem touristische Basisangebote: Rastmöglichkeiten, Mülleimer, öffentliche Toiletten, Hinweisschilder, Wegweiser und Informationstafeln, aber auch Spielmöglichkeiten für Kinder.

„Veränderungen sollen naturnah und nachhaltig vorgenommen werden.“

Sabine Rische, Solinger Stadtsprecherin

Kaum eine Rolle spielten laut Rische dagegen Überlegungen, mit einer Brücke oder Schwebefähre eine weitere Querung über die Wupper zu schaffen. Das sei zwar Thema bei solingen-redet-mit.de gewesen – auf der Homepage gibt es die Kommentare zum Nachlesen. Darüber hinaus habe es aber viele E-Mails an die Stadt gegeben sowie Gespräche mit Gewerbetreibenden und Akteuren vor Ort.

Dabei habe sich gezeigt: „Die meisten Menschen im Stadtteil möchten vor allem die Ruhe am Wupperufer erhalten. Zudem weisen sie darauf hin, dass der Kern von Unterburg nicht abgehängt werden solle, indem Touristen vom Parkplatz direkt zur Seilbahn geführt werden.“ Ideen für eine Wupperquerung würden daher nicht weiter verfolgt.

Dagegen sei klar, dass die Gestaltung des Hangs unter der Seilbahn, die bisher nur optional gewesen sei, in die Aufgabenbeschreibung aufgenommen werde. Hier gibt es Ideen von einem Erlebnisweg über eine Sommerrodelbahn bis zu einem Wasserspielplatz – die müssten auf Machbarkeit und Bezahlbarkeit geprüft werden.

Seilbahnbetreiber Stefan Irlenbusch bedauert das Aus für die Querung. Oberburg und Unterburg seien als touristische zusammenhängende Destination zu betrachten. „Eine Wupperquerung führt nicht zur Teilung oder Degradierung von Unterburg, sondern lenkt Verkehrsströme.“ Wer mit der Seilbahn fahren oder in Richtung Glüder oder Brückenpark wandern wolle, finde seinen Weg von der Wupperinsel aus auch so. Jedoch bewege sich alles – Fußgänger, Radfahrer, Pkw – über die Eschbachbrücke. „Eine Überquerung bringt Erlebnisse mit und über der Wupper, welche der Uferbereich nicht bieten kann.“

Außerdem sieht Irlenbusch die Chance, dass eine Wupperquerung Fahrgäste aus Oberburg in den Unterburger Ortskern führe. „Es ist alltägliches Geschäft bei uns, dass spontane Seilbahnfahrten sofort nach Ankunft in der Talstation wieder zur Bergstation fortgesetzt werden, da man dort vor unserem kleinen schnöden Parkplatz mit Betonmauer und Aufstiegstreppe landet, der wahrlich nicht zur Erkundung in die nähere Umgebung einlädt.“

Wettbewerb

Der Wettbewerb soll vor Jahresende starten. Zunächst können Büros ihr Interesse bekunden, im Februar folgt die Auslobung. Die Entwürfe müssen bis Ende April eingereicht sein, im Juni entscheidet eine Jury. Konkretisiert werde die Planung, nachdem Politik und Anlieger informiert worden sind. Erste Arbeiten könnten im Winter 2021 starten.

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