Worte der Bibel können dem Tag ein Licht aufsetzen

Ein Geistlicher macht sich Gedanken über die US-Wahl und unverhoffte Zitate

Von Pfarrer Dr. Volker Lubinetzki, Ev. Kirchengemeinde Wermelskirchen

Da hat sich doch zweimal in den letzten Tagen die Bibel in die Zeitung geschlichen. „Es ist vollbracht“, kommentierte der Chefredakteur dieses Blattes die Amtseinführung des US-Präsidenten. Als Mann des Wortes wird ihm bewusst gewesen sein, wen er da zitierte. Wer’s gerade nicht parat hat: Mit diesen Worten hauchte nach dem Johannesevangelium Jesus von Nazareth am Kreuz sein Leben aus. Der Evangelist sah darin das Größte überhaupt ins Werk gesetzt: die Versöhnung von Mensch und Gott durch das Sterben des Gottessohnes. Schön, wenn die Wahl eines neuen Regierungschefs und Staatsoberhauptes solch messianische Gefühle auslöst. Ich fürchte nur, es wird irgendwann die rhetorische Luft etwas dünn. Was bleibt dann noch für den nächsten Regierungswechsel?

Wenige Tage später entdeckte ich (jedenfalls im Wermelskirchener Lokalteil des General-Anzeigers) in der kleinen Rubrik „Service“ auf der Innenseite unter Notarztnummer und Bürgerbüro ein „Bibelwort“. Einfach so, unkommentiert, ein Wort des Propheten Jeremia aus der Tageslosung. Ich freute mich und fragte bei der Lokalredaktion an, wer auf die nette Idee gekommen sei. Es wusste dort aber offenbar niemand so recht, wie dieses Wort dort hineingeraten war.

Aber so ist das mit den Worten der Bibel: Mal kommen sie unverhofft und setzen dem Tag ein kleines Licht auf, mal sind sie mir Sprachhilfe für meine tiefsten Gefühle – und manchmal lassen sie mich ein bisschen verwirrt und irritiert zurück und stellen in Frage, was mir so selbstverständlich und gewiss scheint. Aber das muss ja gar nicht schlecht sein, finde ich.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und uns allen, dass wir zuversichtlich bleiben!

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