Wolf ist in bergischen Wäldern unterwegs

Wem beispielsweise im Wald ein Wolf begegnet, der sollte sich ruhig und besonnen verhalte und nicht weglaufen. Keinesfalls sollte der Wolf gefüttert werden. Foto: Sven Pförtner/ dpa
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Wem beispielsweise im Wald ein Wolf begegnet, der sollte sich ruhig und besonnen verhalte und nicht weglaufen. Keinesfalls sollte der Wolf gefüttert werden.

Im Königsforst bei Odenthal haben Wanderer ihn schon gesehen

Von Anja Carolina Siebel

Wilfried Knickmeier hat eine ungewöhnliche Aufgabe. Er ist Wolfsberater des Rheinisch-Bergischen Kreises. Und als solcher ist er derzeit gefragt. Denn wie die Kreisverwaltung mitteilt, mehren sich offenbar seit April Hinweise auf einen Wolf im Königsforst bei Odenthal.

Wanderer hätten ihn bereits gesehen, und ihnen seien auch wolfstypische Auscheidungen aufgefallen, die sie Wilfreid Knickmeier mitbrachten. Die Untersuchung dieser Ausscheidungen ergab nun, dass tatsächlich ein männlicher Wolf im Königsforst unterwegs ist. Er sei etwa zweieinhalb Jahre alt, stamme aus einem Rudel bei Neuwied und sei erstmals im August 2020 in Bad Hönningen nachgewiesen worden, berichtet der Wolfsberater. Bislang lägen nur für diesen einzelnen Wolf im Königsforst sichere genetische Nachweise vor, nicht aber für weitere Tiere.

„Einen Wolf sicher zu erkennen ist gar nicht so einfach“, sagt Knickmeier. „Meist sehen Spaziergänger das Tier nur kurz und manche Hunderassen sind auch für geübte Personen kaum vom Wolf zu unterscheiden.“ Durch die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Forstbeamten und Jägern lägen aber glaubwürdige Hinweise zu diesem Tier vor. „Wir gehen davon aus, dass sich der Wolf aktuell noch im Königsforst aufhält“, sagt der Wolfsberater. Das Tier halte sich bisher an einem Ort auf – anders als die rasch weiterziehenden Wölfe aus Rösrath im Jahr 2016 oder Odenthal im vergangenen Jahr.

Was tun bei einer Begegnung mit einem Wolf?

„Der Wolf ist weder ein Kuscheltier noch ein zu fürchtendes Monster“, unterstreicht Kreisveterinär Dr. Thomas Mönig. In den seltenen Fällen einer Begegnung sollten sich Menschen aber vorsichtig verhalten. Das gelte im Übrigen auch bei Begegnungen mit anderen Wildtieren, zum Beispiel einer Bache mit Frischlingen.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Deutschland wieder wildlebende Wölfe. Bislang konnte in dieser Zeit kein einziger Übergriff auf einen Menschen dokumentiert werden. Wölfe sind in der Regel scheu und Begegnungen mit dem Menschen daher eher selten.

Menschen sollten niemals einen Wolf mit Nahrung anlocken oder füttern. Sie sollten auf keinen Fall weglaufen. „Ziehen Sie sich langsam zurück, ohne dem Wolf dabei direkt in die Augen zu starren“, rät Wilfried Knickmeier. „Wenn Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie ihn anleinen und dicht bei sich führen. Nähert sich der Wolf dennoch, sollten Sie ihm mit einer aufrechten Haltung und selbstbewussten Gesten begegnen“, rät der Wolfsberater. Junge Tiere seien manchmal neugierig und näherten sich, seien dann aber auch leicht zu beeindrucken. Wölfe mit Welpen oder Beute seien verteidigungsbereit. Aber auch hier ist ein langsamer Rückzug möglich.

Bürger können sich mit Hinweisen auf einen Wolf unter Tel. (0 22 02) 13 67 98 oder (01 72) 2 01 58 60 oder per E-Mail an wilfried.knickmeier@rbk-online.de wenden.

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