Wohnen in Burg: Es geht wieder aufwärts

Der Solinger Stadtteil Burg sei unter anderem wegen seiner Anbindung an die Autobahn A 1 attraktiv, sagen Makler. Archivfoto: Uli Preuss
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Der Solinger Stadtteil Burg sei unter anderem wegen seiner Anbindung an die Autobahn A 1 attraktiv, sagen Makler. Archivfoto: Uli Preuss

Investitionen in den Stadtteil sorgen für Verbesserung

Von Björn Boch

Wohl kaum ein Stadtteil ist so idyllisch wie Burg an der Wupper. Das liegt am Schloss in Oberburg und seinem direkten Umfeld, aber auch an den zahlreichen Fachwerkhäusern, die für Unterburg so charakteristisch sind.

Idylle kann aber auch ihre Nachteile haben – nicht umsonst wird sie mit „Bild des einfachen, beschaulichen Lebens in ländlicher Abgeschiedenheit“ übersetzt. Nun ist „ländliche Abgeschiedenheit“ sicher keine treffende Beschreibung für Burg, doch die Lage bedeutet Abstriche bei der Infrastruktur. Die Entfernung zum Kern Solingens war ein Grund dafür, dass Burg an der Wupper erst seit der Gebietsreform 1975 zu Solingen gehört – bis dahin war Burg eigenständig. Die Mehrheit der Höhrather will, wir berichteten, sogar die Zeit zurückdrehen und lieber wieder zu Wermelskirchen gehören – so wie vor 1975.

Im Ortskern Unterburgs sind jüngst wichtige Weichen für die Zukunft gestellt worden. Der Wupperverband hat umfangreich am Hochwasserschutz des Eschbachs gearbeitet, bis Ende des Jahres folgt noch eine Fischtreppe. Und die Stadt Solingen hat die Ortsdurchfahrt für rund 1,4 Millionen Euro umgebaut, attraktiver gestaltet und die Sicherheit für Fußgänger sowie Radfahrer verbessert.

Dr. Thorsten Meis von Kubikom Immobilien erkennt daher auch einen klaren Aufschwung: „Es waren dunkle Zeiten da unten, das ist aber seit ein paar Jahren deutlich anders“, berichtet er. Zwei seiner Mitarbeiter wohnen in Burg – „und wollen da auch nicht weg.“ Drei oder vier Objekte habe er in letzter Zeit in Burg verkauft und erinnert sich noch, wie er vor einigen Jahren eine Immobilie immer wieder angeboten, aber keinen Interessenten gefunden habe.

Attraktiv sei Burg, unter anderem durch die Anbindung über die A 1, zum Beispiel für den Kölner Raum. „Und auch im ,Dörfchen‘ selbst tut sich wieder was“, berichtet Meis über positive Erfahrungen, die er zuletzt selbst im gastronomischen und kulinarischen Bereich gemacht hat. Aktive Menschen, die mit Burg stark verwurzelt sind, seien ein großes Plus des Stadtteils.

Der Tourismus bleibt eine wichtige Einnahmequelle, der Stadtteil wird von den Millionen, die in Schloss Burg investiert werden (| S. 18), profitieren. Und wo sonst können Menschen auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Eigenheim ein „schönes Häuschen am Fluss mit Steg“ finden, ein Unikat, von dessen Verkauf Makler Dirk Isenburg berichtet. Gleichwohl, sagt er, scheuten manche Kunden den Stadtteil wegen fehlender Infrastruktur für den täglichen Bedarf.

Das könnte sich ändern – zumindest partiell und auf lange Sicht. Drei Investoren aus Solingen und Haan, die öffentlich nicht genannt werden möchten, wollen das Areal der ehemaligen Jugendherberge in Oberburg entwickeln, gemeinsam mit Bauunternehmer Sam Jordan und Immobilienmakler Olaf Koppenhagen. Als Möglichkeit sind „exklusive Seniorenwohnungen“ im Gespräch, umgeben von Parzellen, die einzeln verkauft und bebaut werden können. Denkbar seien auch ein Mehrgenerationenhaus oder ein Schulungszentrum.

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