Wochenmarkt zieht viele Besucher an

Artur Klak von der Bäckerei Müller in Schwelm kommt gerne nach Wermelskirchen.
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Artur Klak von der Bäckerei Müller in Schwelm kommt gerne nach Wermelskirchen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist es an der Telegrafenstraße freitags voller geworden

Von Michelle Jünger

Seit 40 Jahren steht das Ehepaar Schlüter mit Äpfeln, Birnen und Eiern auf dem Wochenmarkt in Wermelskirchen. Erst im Februar sind sie wie die anderen Standbetreiber von ihrem alten Standplatz auf dem Loches-Platz zur Telegrafenstraße umgezogen. „Das war wirklich gut. Ganz unabhängig von Corona“, erzählt Bärbel Schlüter.

Auf dem Wermelskirchener Wochenmarkt ist Corona allgegenwärtig. Mit Plastikscheiben und -folien, Masken und viel Abstand zwischen den Ständen. Die Händler sind dennoch sehr zufrieden. „Im ersten Lockdown war der Andrang hier sehr groß“, erinnert sich Bärbel Schlüter.

Es seien viele unbekannte Gesichter dabei gewesen, mittlerweile habe das aber auch etwas abgenommen. „Wenn man vorher kein Marktgänger war, dann wird man es auch nicht nur wegen der Pandemie“, glaubt sie.

Insgesamt seien durch den Umzug auf den neuen Stellplatz aber mehr Kunden dazu gekommen. Trotz der teils frühen Stunde und dem kühlen Wetter sind die Wermelskirchener ihrem Wochenmarkt offenbar treu.

„Die Abstände können hier einfach eingehalten werden.“

Artur Klak, Bäcker

Manch ein Stammkäufer bleibt auch noch auf einen kurzen Schwatz stehen oder reicht auch mal ein kleines Nikolausgeschenk für die Händler rein. „Es ist aber schon komisch, über welche Themen man sich jetzt unterhält. Kaum zu glauben, dass man sich über das Beisammensein mit der Familie zu Weihnachten Gedanken machen muss“, räumt Schlüter ein.

Ihre gute Laune lassen sich die Marktbeschicker indes nicht nehmen. Positiv fiel beispielsweise auf, dass die Wermelskirchener direkt die Maskenpflicht und die Abstandsregelungen angenommen hätten. „Die Kunden sind absolut pflegeleicht. Klar muss man Einzelne mal an die Maske erinnern, aber Probleme hatte ich bisher keine“, bestätigt auch Peter Piecuch. Er steht mit Kartoffeln und Zwiebeln auf dem Markt. Es sei zwar nicht dieselbe Kundenfrequenz „wie vielleicht vor 20 Jahren“, aber es sei in der Tat in den letzten Monaten mehr geworden.

Man bemerke, dass die zahlreichen, älteren Kunden etwas vorsichtiger seien. Auf den Markt kämen sie trotzdem gern. Ich glaube, das hat viel mit den großen Abständen zu tun. Die können hier einfach eingehalten werden“, meint Artur Klak. Der Bäcker steht mit einem Wagen der Schwelmer Bäckerei Müller jeden Freitag in Wermelskirchen und verkauft schlesische Spezialitäten. Hinzu komme natürlich die frische Luft.

Klaks Wagen ist erst im September zur Telegrafenstraße gezogen. Seitdem seien es aber auf jeden Fall auch mehr Kunden geworden. Es würden weitere Einkaufsmöglichkeiten direkt um die Ecke liegen, nennt er einen möglichen Grund.

Aber nicht nur die Händler stehen gerne auf dem Markt, auch die Kunden fühlen sich offenbar dort pudelwohl. An die Maske habe man sich schnell gewöhnt, da man sie ja ohnehin überall tragen müsse, finden die meisten.

Auch Anita Köhler ist eine regelmäßige Kundin. „Hier auf der Telegrafenstraße gibt es einfach mehr Leben“, sagt die Wermelskirchenerin. „Oben am Loches-Platz war ja einfach nichts mehr.“

Glücklich über den Markt ist auch das Ehepaar Kaiser. Sie tummeln sich meistens schon sehr früh zwischen den Ständen. Für sie ist die Pandemie kein Grund, nicht wie gewohnt alle zwei Wochen auf den Markt zu gehen. „Wir kommen aus Burscheid, dort gibt es leider keinen mehr“, bedauert Udo Kaiser. Und den kleinen Ausflug in die Nachbarstadt Wermelskirchen machen sie entsprechend immer gerne.

Hintergrund

Der Wochenmarkt ist seit Februar aufgrund der Bauarbeiten auf dem Loches-Platz vor das Stadt-Karree gezogen. Dafür müssen die Parkbuchten in der Innenstadt in dieser Zeit geräumt werden, um die Stellplätze für die Marktstände zu gewährleisten. Seit dem 21. Februar findet der Markt jeden Freitag von 8 bis 13 Uhr statt. Anders als beispielsweise in Remscheid, wird der Wochenmarkt jedoch aus Brandschutzgründen nicht bis zum Rathausvorplatz ausgedehnt werden.

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