Haupt- und Finanzausschuss

Ausbau von Warnsirenen: „Wir müssen dringend etwas tun“

Sirenen auf dem Schloss in Hückeswagen: In Wermelskirchen wird nun ebenfalls über Warnsignale diskutiert. oto: büba
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Sirenen auf dem Schloss in Hückeswagen: In Wermelskirchen wird nun ebenfalls über Warnsignale diskutiert.

Bürgermeisterin Marion Lück plädiert für Warnsirenen.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Ein Pappenstiel wird das nicht. Der Ausbau eines Netzwerks von Warnsirenen im Stadtgebiet wird mindestens eine Million Euro kosten. Dazu kommen 100 000 Euro an Kosten für die Planung, die noch in diesem Jahr ausgeschrieben soll. Das berichtete Brandoberinspektor Alex Groß, ebenso Leiter der Koordinierungsgruppe zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bei der Feuerwehr, im Haupt- und Finanzausschuss. Groß skizzierte dabei einen Zeitplan: So soll nach erfolgreicher Ausschreibung ein Fachbüro einen Systemplan erstellen. Daraufhin sollen in 2023/24 Sirenenstandorte installiert werden, die sich auf und an Gebäude in städtischem Eigentum befinden. Je nach Bedarf folgen in 2024/25 weitere neue Standorte und gegebenenfalls in Phase vier noch mehr.

Alle genannten Phasen müssten von Aufklärungskampagnen und Bürgerinformationen flankiert werden. Ein vorliegendes „Grobkonzept“ der Firma Bergmann Engineering, das die Kreisverwaltung für Gesamt-Rhein-Berg in Auftrag gegeben hat, empfehle für Wermelskirchen 43 Sirenenstandorte. Das „Grobkonzept“ des städtischen Amtes 37. Zusätzlich müssten Folgekosten für Wartung und Reparatur sowie die unklare Marktlage mit extremen Lieferschwierigkeiten und damit einhergehende Kostensteigerungen einkalkuliert werden. „Das sind zwei Katzen im Sack“, kommentierte Groß.

„Das ist nicht mit ein paar Euro Fuffzig machbar. Die mobile Sirenenwarnung ist völlig unzureichend. Wir spielen da auf einem Relegationsplatz – wir müssen da dringend etwas tun“, betonte Bürgermeisterin Marion Lück.

Bei den einzelnen Standorten gelte es, die speziellen Anforderungen wie Statik oder Stromversorgung zu klären. Sie gehe davon aus, dass das derzeit weit überzeichnete Förderprogramm für die Installation von Sirenen verlängert oder neu aufgelegt werde.

Brandoberinspektor Alexander Groß: Ab 2023 sollen Sirenen installiert werden. Foto: Stephan Singer

Groß gestand ein, dass das Vorhaben „eine große Herausforderung für alle“ sei. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Jochen Bilstein, bemerkte: „Das darf keine unendliche Geschichte wie der Brandschutzbedarfsplan werden – wir von der Kommunalpolitik müssen unterstützen.“

Sein Amtskollege von den Freien Wählern, Henning Rehse, stellte fest: „Wir müssen uns kümmern, müssen das stemmen. Das kann dann auch Steuererhöhungen nötig machen.“ Während Marion Lück „schnelle Entscheidungswege“ als notwendig betonte, sprach Feuerwehrmann Alex Groß von einer „möglichst schlanken“ Projektgruppe „Sirenennetz“. Die befindet sich im Aufbau und solle alle Beteiligten abbilden: die Feuerwehr, den Bausachverstand des Amtes 65, die Kämmerei, den Bereich Liegenschaften und Stadtentwicklung, das Fördermittelmanagement sowie die städtische Öffentlichkeitsarbeit.

Sirenen seien das probate Mittel für den „härtesten Fall“, in dem die Bevölkerung gewarnt werden müsste, erläuterte Alex Groß. Aber: Verschiedene Mittel müssten genutzt werden. Warn-Apps genauso wie Social Media, TV- und Radiodurchsagen, Ticker von Webseiten, Cell Broadcast (Mobilfunk/GPS) und Anzeigentafeln im öffentlichen Raum.

Eine Sirenenwarnung habe stets den Nachteil, dass nicht gleichzeitig Informationen übermittelt werden könnten, wie es beispielsweise eine Warn-App leistet. „Grundsatz ist: Keine Warnung ohne Informationsangebot“, unterstrich der Brandoberinspektor: „Genauso muss die Entwarnung über den gleichen Weg wie die Warnung geschehen.“ Hohe Priorität habe in Wermelskirchen nunmehr der Aufbau einer Warninfrastruktur und die Einrichtung einer koordinierenden Stelle bei der Feuerwehr. Mittlere Priorität habe dann die Klärung, wer wann wie warnen darf, wobei der Kreis zu involvieren sei.

Hintergrund

Zuständigkeit: In Wermelskirchen sind der Kreis und die Kommune für die Bevölkerungswarnung zuständig.

Geräte: Bei der Installation von Sirenen ginge es „nicht um irgendeine Sirene“, wie Alex Groß darlegte: „Es muss bei einer Gefahrenlage den Bürgern mitgeteilt werden, was zu machen ist – auch ohne Internet.“ 

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