Erste Flocken

Winterdienst startet ruhig in das Jahr

Rund um den Bergischen Löwen erstrahlt alles in weißem Schnee. Foto: Udo Teifel
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Rund um den Bergischen Löwen erstrahlt alles in weißem Schnee.

Der Schnee kommt erst noch – Vier Fahrzeuge sind für die Räumung zuständig.

Von Katharina Birkenbeul und Udo Teifel

Die ersten Flocken Schnee fallen in diesen Tagen vom Himmel und läuten damit die ersten richtigen Wintertage ein. Wie Bauhofleiter Volker Niemz berichtete, waren seine Mitarbeiter am Freitag von morgens bis mittags unterwegs und dann von 18 bis 22 Uhr. Am Freitag, nach dem ersten richtigen Schneefall in diesem Jahr, stand sein Telefon nicht still. „Wie jedes Jahr gibt es am ersten Räumtag immer viele Beschwerden. Da gibt es dann viel zu erklären“, so Niemz.

Aber der Schnee hat diesen Winter lange auf sich warten lassen. Für den Räumdienst war dieser Winter deshalb insgesamt noch sehr entspannt. Die vier Räum- und Streufahrzeuge des Betriebshofes der Stadt Wermelskirchen mussten in diesem Jahr erst einmal rausfahren und die Straßen streuen und einmal, um zu räumen. „Die Straßen sind eher weiß vom Salz als vom Schnee. Die Lager sind deshalb noch voll mit Salz“, sagt Betriebshofleiter Volker Niemz und lacht noch vor dem Schnee am gestrigen Tag.

„Im Silo am Belten lagern 190 Tonnen, in der Salz-Halle in Sonne weitere 300. Die Lager sind also voll.“
Volker Niemz, Betriebshofsleiter

Die Stadt verfügt über zwei Lager: „Im Silo am Belten lagern 190 Tonnen, in der Salz-Halle in Sonne weitere 300“, erklärt Betriebshofleiter Volker Niemz. Da kaum etwas verbraucht wurde, mussten Niemz und sein Team bisher nur 25 Tonnen nachbestellen. Auch das sei kein Problem gewesen. Auch wenn es richtig schneit, sei immer für genügend Salz gesorgt. „Wir können binnen 24 Stunden Salz nachordern. Das klappt völlig problemlos“, erklärt er.

Weil die Betriebshof-Mitarbeiter mit sogenanntem Feuchtsalz arbeiten, wird zudem weniger benötigt als von herkömmlichem Salz. Niemz: „Das Feuchtsalz verteilt sich besser und bildet auf der Fahrbahn Sole. Es zieht auch besser ein und ist bei Schnee- und Eisbelag wirksamer als herkömmliches Salz.“ „Auf verkehrsbedeutenden asphaltierten Straßen wird normalerweise vorsorglich ab zwei Grad gestreut. Wir haben solche Straßen aber nicht, deshalb arbeiten wir mit einem Erkennungsdienst“, erklärt Niemz die normale winterliche Vorgehensweise des Teams. Der Erkennungsdienst fahre bei angesagtem Schnee oder Glätte bereits ab halb drei in der Nacht raus bis zehn Uhr am Abend. Ist es dann tatsächlich glatt oder es liegt eine Menge Schnee, werden die Mitarbeiter der Streukolonne informiert und können innerhalb einer halben Stunde ihren Dienst starten. In diesem Jahr ist der Erkennungsdienst bereits seit fast zwei Wochen jeden Tag unterwegs. „Das ändert sich auch die kommenden Tage nicht“, betont Volker Niemz.

Die Mitarbeiter des Betriebshofes arbeiten in drei Schichten: Früh-, Spät- und Freischicht. Ihre Haupteinsatzzeit für den Winterdienst geht von 1. November bis in den April. Die Stadt Wermelskirchen hat zum Räumen und Streuen insgesamt vier Fahrzeuge. Diese kommen dann zum Einsatz, wenn der Erkennungsdienst die Notwendigkeit dafür sieht.

Zusätzlich zu den vier Einsatzfahrzeugen der Stadt hilft beim Räumen – besonders bei den Gehwegen – noch eine Fremdfirma. Die Firma Sieg und Partner streut an entlegeneren Stellen, außerhalb der Hauptstraßen. Auch sie sind mit vier Fahrzeugen im Einsatz, und mit 14 Mann zu Fuß.

Dass es bisher in diesem Winter noch nicht sonderlich viel geschneit hat, sei nicht ungewöhnlich, meint Niemz. Meistens schneie es erst ab Januar oder Februar. „Man denkt nur, dass es spät schneien würde, weil alle das Bild von weißen Weihnachten im Kopf haben“, erklärt der Betriebshofleiter. Milder als andere Winter sei dieser auch trotz Klimawandel bisher noch nicht. „Solche lauen Winter sind schon mal vorgekommen – nach den harten Wintern in den Jahren 2009 bis 2011“, so Niemz. 

Standpunkt: Eine kleine Entlastung

Von Katharina Birkenbeul

Endlich fällt der erste Schnee leise von oben herab. Die Straßen werden weiß und die meisten Menschen – egal, ob groß oder klein – blicken staunend und lächelnd in den Himmel hinauf. Und die Stadt Wermelskirchen ist auch in diesem Jahr wieder bestens auf den eintreffenden Winter vorbereitet.

katharina.birkenbeul@rga.de

Fast 500 Tonnen Salz lagern an den zwei Orten in der Stadt. Was für jeden normalen Menschen eine unvorstellbare Menge ist – handelsüblich sind nun mal nur 500 Gramm im Supermarkt – ist für Volker Niemz und das gesamte Winter-Team ganz normal. 

Dass das Salzlager zu Beginn der richtigen Winterzeit – Januar und Februar – noch voll gefüllt ist, ist super. Denn so müssen sich Arbeitnehmer, Ältere und Co. neben dem Coronavirus nicht auch noch Gedanken über die Verkehrssicherheit in diesen Wintertagen machen. Denn auch solche Kleinigkeiten können in dieser schon so langanhaltenden Krise eine enorme emotionale Entlastung sein.

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