Sicherheit

Winterdienst: Salzlager sind gefüllt

Hin und wieder fährt Betriebshofleiter Volker Niemz auch mal selbst eine Winterdienst-Schicht. Archivfoto: Anja Carolina Siebel
+
Hin und wieder fährt Betriebshofleiter Volker Niemz auch mal selbst eine Winterdienst-Schicht.

Der städtische Betriebshof fühlt sich gewappnet für die kalten Monate.

Von Anja Carolina Siebel

Von Horrormeldungen über einen Rekord-Winter hat Volker Niemz auch schon gehört, allerdings beeindruckt das den Leiter des Wermelskirchener Betriebshofs recht wenig. „Das ist so ähnlich wie mit der vierten Hitzewelle im Sommer, wir müssen das abwarten. Und der richtige Winter mit Schnee und Eis kommt ja sowieso meist erst im Januar oder Februar.“ Und, das sei das Entscheidende: Die Stadt Wermelskirchen ist gut gewappnet gegen Schnee- und Eisglätte.

Im Salzsilo in Belten lagern laut Niemz bereits rund 190 Tonnen Streugut. Der große Container in Sonne ist zur Hälfte gefüllt – mit rund 300 Tonnen. Weil die Betriebshof-Mitarbeiter mit sogenanntem Feuchtsalz arbeiten, wird weniger benötigt als von herkömmlichem Salz. „Das Feuchtsalz verteilt sich besser und bildet auf der Fahrbahn Sole. Es zieht auch besser ein und ist bei Schnee- und Eisbelag wirksamer als herkömmliches Salz.“

Dass es zu Streugut-Engpässen kommen könnte, wenn die Wintermonate tatsächlich weißer und glatter werden sollten als erwartet, das fürchten Volker Niemz und sein Team nicht. „Seit den schneereichen Jahren 2009 und 2010 haben wir viel dazugelernt“, erzählt er. „Wir können binnen 24 Stunden Salz nachordern. Das klappt völlig problemlos.“

Die Mitarbeiter der Streukolonnen stehen bereits in den Startlöchern. Niemz: „Vom 1. November bis April ist unsere Haupteinsatzzeit. Wir fahren bei Schnee und Eis in drei Schichten, Früh-, Spät- und Freischicht, mit jeweils vier Fahrzeugen.“ Die Bauhofmitarbeiter wissen Bescheid, dass es jederzeit losgehen könnte mit den Einsätzen und sind alle entsprechend an den Fahrzeugen geschult, auch in puncto Sicherheit.

Niemz: „Wenn Schnee angesagt ist, fährt in der Nacht unser Erkennungsdienst raus und checkt die Lage. Anschließend gibt er dann praktisch den Auftrag zum Streuen oder Räumen.“ Zusätzlich zu den vier Einsatzfahrzeugen pro Schicht kommt eine Fremdfirma, die die Stadt bei den Streudiensten unterstützt: Die Firma Sieg und Partner streut an entlegeneren Stellen, außerhalb der Hauptstraßen.

Oft laufen beim Betriebshof die Telefone heiß

Oft während der Wintermonate laufen beim Betriebshof die Telefone heiß. Warum denn an dieser oder jener Stelle immer noch nicht geräumt worden sei, heißt es dann oft. Wenn Schnee falle, sei die Straße auch nach der Räumung schnell wieder weiß, sagen die Mitarbeiter des Betriebshofs dazu. Was viele nicht vermuten: Auch den Räumfahrzeugen kann das zum Verhängnis werden. Im Winter 2019 war beispielsweise ein Mitarbeiter mit einem Räumfahrzeug in Hülsenbusch am Hang weggerutscht und in den Zaun eines Grundstücks gerauscht.

Aber auch die Grundstücksbesitzer müssen, so denn mal wieder Schnee liegt, räumen – zumindest in Höhe ihres Grundstücks. Nach der Winterwartung müssen die Gehwege einschließlich eventueller Bushaltestellen von den Anliegern in der für den Fußgängerverkehr erforderlichen Breite verkehrssicher geräumt oder gestreut werden.

Dies gelte auch in Fußgängerzonen für den Bereich vor den Gebäuden, heißt es in der Satzung. Die Bürger sollten den Schnee auf den Teil des Gehweges räumen, der an die Fahrbahn grenzt, oder auf den Fahrbahnrand. Und zwar so, dass der Fahr- und Fußgängerverkehr nicht gefährdet und nur möglichst wenig belastet werde. Nur abstumpfendes Streugut wie Sand, Splitt, Asche oder Ähnliches ohne Salzbeimengung darf verwendet werden. Eine Verwendung von Salz oder sonstigen auftauenden Stoffen ist nur auf Treppen, Rampen, Gefäll-, Steigungsstrecken oder ähnlichen Gefahrenstellen und in klimatischen Ausnahmefällen, wie zum Beispiel bei Eisregen, erlaubt. Gehwege mit Begrünung dürfen nicht mit Salz gestreut werden. Versicherungsbedingt müssen in der Zeit von 7 Uhr bis 20 Uhr gefallener Schnee und entstehende Glätte nach Ende des Schneefalls „unverzüglich beseitigt“ werden. In der Nacht gefallener Schnee und Glätte müssen Hauseigentümer oder Mieter bis 7 Uhr beseitigen. 

Hintergrund

Schneller räumen geht nicht, versichern die Mitarbeiter des Betriebshofs immer wieder. Schneller könne der Schnee nur mit mehr Fahrzeugen und Personal geräumt werden. Aber das müssten dann alle Bürger bezahlen. In Wermelskirchen gibt es keine Winterdienstgebühr. Die Kosten werden über den Haushalt von allen Steuerzahlern (Grundsteuer B) getragen. Im Winter fahren die Betriebshofmitarbeiter mit vier Fahrzeugen in den Schichten von 3.30 Uhr bis 22.30 Uhr.

Standpunkt: Geduld ist gefragt

Von Anja Carolina Siebel

Ja, richtig gehört. Das ist nicht nur während einer Krise wie der Corona-Pan- demie so, sondern auch in vielen anderen Lebenslagen. Geduld will gelernt sein, hilft aber enorm. Zum Beispiel auch, wenn es im Verlauf des Winters mal – wie überraschend – glatt wird oder schneit. Wir kennen das alle:

anja.siebel@rga-online.de

Fallen die ersten Schneeflocken, ist nicht nur das Gehupe und Geschimpfe auf den Verkehrsstraßen groß. Oft laufen auch beim Betriebshof die Telefone heiß. Warum denn immer noch nicht gestreut sei, heißt es dann. Und sogar in den sozialen Netzwerken wird lauthals geschimpft. 

Ein Schuldiger für die Misere muss ja gefunden werden und das ist wie so oft die Stadt. Die „Bundestrainer“ oder neuerdings auch „Virologen“, die ansonsten vorm Telefon oder den Bildschirmen an den PCs sitzen, scheinen dann zu Betriebshof-Spezialisten zu mutieren. Dabei ist die Sache oft kompliziert. Es schneit wieder und wieder – und wird auch wieder glatt. Der Streudienst kommt nicht hinterher und ist mit seinen Fahrzeugen obendrein auch Gefahren ausgesetzt. Sie sind ja keine rutschfesten Panzer. Also, sollt es soweit sein: bitte Geduld haben. | Winterdienst: Salzlager . . .

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

SSV Dhünn kickt fürs benachbarte Freibad
SSV Dhünn kickt fürs benachbarte Freibad
SSV Dhünn kickt fürs benachbarte Freibad
Flug-Gewinner genießen jede Steilkurve
Flug-Gewinner genießen jede Steilkurve
Flug-Gewinner genießen jede Steilkurve
Traditionsrestaurant „Bergischer Löwe“ startet neu
Traditionsrestaurant „Bergischer Löwe“ startet neu
Traditionsrestaurant „Bergischer Löwe“ startet neu

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare