Winter wird eine echte Herausforderung

Das federführende Team vom Kinder- und Jugendbereich der Kattwinkelschen Fabrik: (v.l.): Kolja Pfeiffer, Kathrin Schubert, Linda Bersch (sitzend) und Jan Marquardt. Foto: Stephan Singer
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Das federführende Team vom Kinder- und Jugendbereich der Kattwinkelschen Fabrik: (v.l.): Kolja Pfeiffer, Kathrin Schubert, Linda Bersch (sitzend) und Jan Marquardt. Foto: Stephan Singer

Die Corona-Pandemie ist eine Zäsur für den offenen Umgang im Kinder- und Jugendbereich der Katt

Von Stephan Singer

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung sind die größte Zäsur der vergangenen 40 Jahre in der Kinder- und Jugendarbeit. Mit dieser Feststellung unterstreicht Kolja Pfeiffer vom Kinder- und Jugendbereich der Kattwinkelschen Fabrik bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses die derzeitige Lage bei der Arbeit mit Heranwachsenden: „Unsere Arbeit basiert auf Nähe sowie Empathie und ist damit gerade massiv eingeschränkt.“

Quasi mit halber Kraft, was den Rahmenbedingungen der Corona-Regeln geschuldet ist, geht die Arbeit im Kinder- und Jugendbereich im Moment weiter. „Wir arbeiten in Bezugsgruppen“, beschreibt Jan Marquardt, der mit Kathrin Schubert und Linda Bersch von der Jugendkunstschule ebenfalls zum Betreuer-Team des Katt-Kinder- und Jugendbereichs gehört, im Gespräch mit dieser Redaktion.

Im Klartext heißt das derzeit: „Es dürfen nicht mehr als 20 Leute am Tag in das Gebäude.“ Im Rückblick auf die Phase des Corona-Lockdowns berichtet Marquardt: „Der offene Betrieb, der eigentlich regulär ist, war vier Monate geschlossen. Es gab keine Angebote in den Osterferien, eine Kinderstadt in den Sommerferien war genauso nicht möglich.“ Aber: „Mit kleinen Bezugsgruppen haben wir uns schnell und flexibel auf die Situation eingestellt.“

„Die Grundsätze der Menschlichkeit dürfen nicht verlorengehen.“

Kolja Pfeiffer, Kinder- und Jugendbereich der Katt

Zum Beispiel wäre in Kleinstgruppen mit Jugendlichen gestrichen, renoviert und wären Beete angelegt worden. Obendrein standen Fahrrad-Touren, Stand-Up-Paddeling-Kurse und Kletterwald-Besuche auf dem Programm der kleine Gruppen. Wie Kathrin Schubert und Linda Bersch sagen, waren ebenso digitale Mittel eine Möglichkeit, um „Brücken nicht abreißen“ zu lassen: „Während des Lockdowns richteten wir täglich einen zweistündigen Video-Chat, bei dem sich die Jugendlichen zuschalten konnten.“

Dazu kamen Online-Näh- und -Musik-Kurse, die jetzt ganz analog fortgeführt werden: „Die gehen gerade in Kleingruppen in der Katt weiter“, sagt Linda Bersch. Jan Marquardt betont: „Es läuft, aber es läuft in Corona-Zeiten natürlich nicht so, wie wir uns das eigentlich pädagogisch vorstellen.“

Kolja Pfeiffer zeigt das Problem auf: „Das ist eine ambivalente Situation, denn im Zweifel müssen wir Kinder oder Jugendliche nach Hause schicken, um den Beschränkungen zu entsprechen.“

Das widerspreche der grundsätzlichen Ausrichtung eines offenen Kinder- und Jugendtreffs, dessen Konzept keine Auswahl vorsehe. „Ein Jugendlicher kommt in einer persönlichen Krise zu uns und hat Erkältungssymptome – den müssten wir eigentlich wegschicken“, sieht Pfeiffer die Schwierigkeit: „Die Grundsätze der Menschlichkeit dürfen nicht verlorengehen.“

In Bezug auf Regelungen meint Pfeiffer: „Wir sind die letzten in der Delegationskette, aber die ersten, die an der Front arbeiten.“ Das Betreuer-Team betont: „Wir halten die Hygiene-Regeln ein, sorgen uns aber um ‚unsere‘ Kinder und wollen den Kontakt halten.“

Mit Blick auf die Herbst-/Winter-Monate steht laut Jan Marquardt dem Kinder- und Jugendbereich die „echte Herausforderung“ noch ins Haus: „Bei gutem Wetter ist viel machbar, weil es Alternativen im Katt-Außenbereich gibt.“

Kathrin Schubert erinnert den vergangenen Winter: „Da kamen regelmäßig 50 bis 100 Kinder und Jugendliche. Kommen die wieder, wird es eng – dann müssen wir welche nach Hause schicken.“

Renovierung des Katt-Kindertreffs

Räume geschlossen: Der anstehende Renovierung des Kinderbereichs in der Kattwinkelschen Fabrik stellt eine weitere Hürde für die Arbeit mit den Kids und Teens dar, denn: Das corona-bedingt sowieso schon geringe Platz-Angebot in den Schlecht-Wetter-Monaten wird verschärft, weil die Räume für die Zeit der Renovierung geschlossen bleiben müssen. Aber, so ist sich das Betreuer-Team einig: „Wir wollen auf keinen Fall komplett schließen und arbeiten derzeit an Möglichkeiten.“ Der Kindertreff-Bauwagen könne dabei genauso eine Rolle spielen, wie eine Garage.

Neue Küche: Im Zuge der Renovierung bekommt der Katt-Kinderbereich eine neue Einbauküche. Diese werde aus „eigenen“ Mitteln finanziert: Sponsorenmittel und der mit 3000 Euro dotierte Kurt-Kreuser-Preis von der Rudolf- Knupp-Stiftung für das Kinderstadt-Konzept haben Geld eingespielt.

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