BF will Rad-Streifen ganz "ausradieren"

Wenn es nach dem Bürgerforum ginge, würde der Stadtrat nach dem einjährigem Versuch der "Fahrrad-Spur" gegen die Einbahnrichtung der Telegrafenstraße in die Schublade stecken und abbrechen. Die Fraktion habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, berichteten gestern Friedel Burghoff, Manfred Schmitz-Mohr und Oliver Platt in einem Pressegespräch.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr wird sich am Montag mit dem Thema beschäftigen; die Stadtverwaltung hat sich nicht zu einer Pro- oder Contra-Empfehlung durchgerungen.

Die weist aber darauf hin, dass es seitens des Gesetzgebers ausdrücklich erwünscht ist, dass sich die einzelnen Verkehrsarten vermischen. Zitat: "Dies erfordert ein Umdenken aller Verkehrsteilnehmer mit Rücksicht und Verständnis für die Situation des anderen."

Das Hauptproblem sieht auch das Rathaus im Parkverhalten auf der Telegrafenstraße; eine deutliche Verbesserung der Situation für die Radfahrer "wird nur durch eine regelmäßige Überwachung des ruhenden Verkehrs erreicht werden können".

Dem schloss sich das Bürgerforum gestern an, wobei die Betonung auf Verbesserung der Situation liegt, nicht auf Verbesserung der Kassen-Lage.

"Nur mit viel Glück noch kein Unfall passiert"

Begründung des Bürgerforums

Weil es - "mit viel Glück" - noch keinen Unfall gegeben habe, weil damit aber jederzeit zu rechnen sei, wolle das BF den Begegnungsverkehr hier sofort unterbinden. Burghoff berichtete, er habe selber schon einmal fast einen Radfahrer über den Haufen gefahren, wenn ihn Passanten nicht laut rufend gewarnt hätten.

Das BF schlägt vor, dass der offizielle "Panorama"-Radweg durch die Innenstadt in West-Ost-Richtung wie folgt geführt wird: Kölner Straße, Markt - hier sieht Oliver Platt einen potenziellen Radler-Treff - Berliner Straße mit Auffahrt Am Wasserturm oder an der Beltener Brücke.

Und in Ost-West-Richtung vis Berliner Straße, Pfarrstraße - wie die Busse gegen die Einbahnstraße - und weiter via Thomas-Mann- und Telegrafenstraße.

Die Fraktion gestehe aber zu, dass der Autoverkehr auf der Telegrafenstraße - ganz ohne Autos gehe es nicht, unterstrich Manfred Schmitz-Mohr noch einmal - weniger und disziplinierter werden müsse. Darum solle die Stadtverwaltung darüber nachdenken, wie sie Durchgangsverkehr sanktionsfähig machen und das durchsetzen kann.

"Verkehrsteilnehmer kennens noch nicht"

Meinung der Stadtverwaltung

Für die Stadtverwaltung sind die Probleme mit begegnenden Radfahrern auf der Telegrafenstraße "teilweise auch der Tatsache geschuldet. dass die Verkehrsteilnehmer diese neue Radfahr-Möglichkeit noch nicht gewohnt sind".

Die Verkehrsplanung favorisiert die Beibehaltung der aktuellen Radwege-Konzeption; wobei die Rahmenbedingungen für die Radfahrer in der Telegrafenstraße aber durchaus noch verbessert werden müssten. Zwei Möglichkeiten sieht das Technische Dezernat: die Markierung eines durchgängigen Radwegs oder zusätzliche Maßnahmen, die das Halten und Parken erschweren - freilich unter der Berücksichtigung, dass "weiterhin problematische Verkehrssituationen entstehen können".

Zusätzliche Markierungen könnte sich das Rathaus vorstellen gegenüber der Einmündung An der Feuerwache, gegenüber der Bushaltestelle sowie im Eingangsbereich der Telegrafenstraße.

Ein regelrechter Radfahrstreifen wäre durch einen "Breitstrich" markiert und für den Fahrradfaherer verpflichtend (Guten Morgen).

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