Wertschätzung von Mutter und Kind

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Pfarrerin Sonja Spenner-Feistauer, Ev. Auferstehungs-Kirchengemeinde Remscheid

Am Sonntag ist Muttertag. Ein Tag, der uns alle betrifft. Jeder und jede hat eine Mutter. Ohne sie wären wir nicht.

In Deutschland verdanken wir den Ehrentag der Mütter den Floristen. „Ehret die Mütter!“ war in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in deren Schaufenstern zu lesen.

Ihre Geschäftsidee hat bis heute Erfolg. Denn, dass Mütter Anerkennung und Wertschätzung verdienen, ist immer noch Common sense.

So eine Mutter leistet schließlich viel. Sie versteht, schützt und nährt ihre Kinder. Ist fürsorglich und einfühlsam und stets zur Stelle, auch wenn sie schon lange Oma ist. Sie tröstet und ermutigt. Hilft in allen Lagen, - bereit, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen.

Soweit das Idealbild. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft offenbar eine Lücke. „Du bist wie deine Mutter“, ist selten als Kompliment zu verstehen. Und gar nicht so wenige wünschen sich: „So wie meine Mutter will ich nie werden.“

Da schwingt viel Enttäuschung mit. Die Sehnsucht nach tiefer Geborgenheit. Der Wunsch nach unbedingtem Angenommensein. All das soll die Mutter ganz und gar erfüllen. Daran kann sie nur scheitern. Sie steht vor dem Dilemma, Glucke oder Rabenmutter zu sein.

Wie kann Kind da mit seiner nicht idealen Mutter Muttertag feiern? „Du sollst Gott lieben und deinen Mitmenschen wie dich selbst“, sagt Jesu. Die Wertschätzung der anderen beginnt mit der Liebe zu uns selbst.

Werden wir erwachsen. Übernehmen wir selbst die Verantwortung für unser Leben. Lieben wir uns selbst und lassen unsere Mütter endlich Mensch sein. Lieben wir sie mit Licht und Schatten. Danken wir für das, was möglich war. Und söhnen wir uns aus mit dem, was nicht hat sein können.

Eine größere Wertschätzung kann es gar nicht geben – für Mutter und Kind.

Damit lässt er sich feiern, der Muttertag.

Wir in dieser

Welt

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