Wettbewerb

Wermelskirchenerin ist Landessiegerin

Die Wermelskirchenerin Ronja Siebel beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks, Landesentscheidung in Münster, bei der sie den ersten Platz belegt hat.
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Die Wermelskirchenerin Ronja Siebel beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks, Landesentscheidung in Münster, bei der sie den ersten Platz belegt hat.

Raumausstatterin Ronja Siebel gewann „Profis leisten was“.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. PLW – diese Abkürzung steht für „Profis leisten was“. Dahinter verbirgt sich der jährliche Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks, den der Zentralverband des Deutschen Handwerks schon seit 1951 in 130 handwerklichen Gewerken ausrichtet. Handwerkerinnen und Handwerker treten in ihren jeweiligen Gewerken zunächst auf Kammerebene, dann auf Landesebene und schließlich auf Bundesebene gegeneinander an. Mit dabei: Ronja Siebel aus Wermelskirchen.

Sie hat ihre Ausbildung als Raumausstatterin bei Dekoration Hatschenberg in Bochum im Mai erfolgreich abgeschlossen. Nach ihrer Gesellenprüfung sei sie von der zuständigen Handwerkskammer in Dortmund angeschrieben worden, ob sie bei PLW mitmachen wollte. Normalerweise müssten die Sieger für den Landeswettbewerb im Rahmen eines handwerklichen Kräftemessens ermittelt werden – wegen der Corona-Pandemie reichten in diesem Jahr die Abschlussnoten der Gesellenprüfung aus.

Die jeweils besten Gesellinnen und Gesellen seien zum Landeswettbewerb nach Münster eingeladen worden. „Wir waren nur zu dritt, zwei weitere junge Frauen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Bielefeld waren auch mit dabei“, sagt die 22-Jährige. Einander kennenzulernen, zu sehen, wie die anderen arbeiten würden – all das habe sie als sehr bereichernd empfunden, sagt Ronja Siebel.

Im Wettbewerb wurden die Schwerpunkte der Ausbildung – die Fußbodengestaltung, die Wandgestaltung, Polstern und Dekoration – abgefragt. Jede der drei Teilnehmerinnen sei in einem anderen Bereich sehr gut gewesen, aber Ronja Siebel stach sie aus und wurde Landessiegerin.

Beim Bundeswettbewerb traf sie auf die anderen Landessieger

Danach ging es zusammen mit den anderen Landessiegern nach Stuttgart zum Bundeswettbewerb. „Wir hatten insgesamt zwölf Stunden Zeit, um unsere große Aufgabe zu erledigen. Ich hatte mich für den Schwerpunkt Raumdekoration entschieden. Es war eine tolle Wertschätzung – auch wenn es für keinen Platz auf dem Treppchen gereicht hat“, sagt die 22-Jährige.

Der Beruf der Raumaustatterin ist sicherlich nicht der am weitesten verbreitete Handwerksberuf. Für Ronja Siebel sei es auch nicht sofort klar gewesen, dass sie ihn erlernen wolle. „Ich habe bis zum Abitur eigentlich die Vorstellung gehabt, in die soziale Richtung zu gehen. Nach einem Praktikum war mir dann aber relativ bald klar, dass das nichts für mich ist“, sagt die Wermelskirchenerin.

Sie habe dann ein Freiwilliges Soziales Jahr in Cuxhaven in einem Tagungszentrum gemacht. Nachdenklich sei sie geworden, als sie bei einer morgendlichen Andacht ihrer Einrichtung eine Eingebung hatte. „Vor so einer Andacht habe ich in einem Zwiegespräch mit Gott plötzlich zwei Bilder im Kopf gehabt – von einem kaputten und hässlichen Raum und von einem sehr schönen und aufgeräumten Raum“, sagt die junge Frau, die selbst in der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde (EFG) Neuschäferhöhe aktiv ist.

Nahe liegend sei daher der Beruf Innenarchitektin gewesen. Das war aber zu technisch. „Ich wollte lieber einen praktischen Beruf erlernen. Und da kam mir dann die Raumausstatterin in den Sinn“, sagt sie. Nach einem zweiwöchigen Praktikum sei die Entscheidung klar gewesen. „In meiner Ausbildung in Bochum habe ich alle vier Bereiche kennenlernen können, die im Beruf wichtig sind. Das ist nicht in allen Betrieben so – und ich finde das sehr gut. Dazu kam noch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, die sogenannte ÜLU, in Münster, bei der die Kenntnisse noch weiter vertieft wurden“, sagt Ronja Siebel.

Aktuell mache sie ihren Meister. „Ich hoffe, damit bis Ende kommenden Jahres fertig zu sein. Und dann bin ich sehr offen dafür, wie es weitergehen wird. Vielleicht mache ich noch ein Fernstudium Innenarchitektur, wer weiß“, sagt die 22-Jährige lachend.

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