Informationsabend

Ziel: Ein sicherer Hafen für Flüchtlinge

Seit 2015 besteht die Initiative für Flüchtlinge „Willkommen in Wermelskirchen“. Archivfoto: Roland Keusch
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Seit 2015 besteht die Initiative für Flüchtlinge „Willkommen in Wermelskirchen“.

Initiative „Willkommen in Wermelskirchen“ lädt zu „Wermelskirchen im Gespräch“ ein.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Keine Chance für einen sicheren Hafen für Flüchtlinge in Wermelskirchen? Eine Mehrheit des Rates hatte im Juni den Antrag von SPD, FDP und Grünen diesbezüglich abgelehnt. Doch so schnell möchten die Mitglieder des Netzwerks „Willkommen in Wermelskirchen“ bei diesem Thema nicht aufgeben.

„Auf den Rat von Bürgermeisterin Marion Lück laden wir alle Interessierten aus Wermelskirchen und vor allem auch die Ratspolitiker, die dagegen abgestimmt haben, zu einem Informationsabend am Donnerstag, 25. November, ein“, sagt der Organisator der Koordinierungsgruppe Jochen Bilstein. „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger informieren und vor allem auch für das Thema sensibilisieren.“

„Wermelskirchen – Sicherer Hafen“, was bedeutet das eigentlich? „Fast 200 Städte und Kreise in Deutschland sind dem Bündnis schon beigetreten“, sagt Jochen Bilstein. Das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ vereint bundesweit Kommunen, Gemeinden und Landkreise, welche sich mit der Initiative Seebrücke und der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer solidarisieren. Sie verbindet die Bereitschaft, aus Seenot gerettete und in überfüllten Aufnahmelagern gestrandete Schutzsuchende zusätzlich aufzunehmen.

Unser Netzwerk besteht aus einer großen Anzahl evangelischer und freikirchlicher Gemeinden.

Jochen Bilstein, Organisator

„Dabei verstehen sich die Bündnisstädte als humanitäre Wertegemeinschaft mit hoher Kompetenz für die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen“, sagt der Organisator. „Sie bekräftigen gegenüber der Bundesregierung ihr Angebot zur Unterstützung.“

Das Netzwerk „Willkommen in Wermelskirchen“ hat sich vor sechs Jahren gegründet. Die Mitglieder engagieren sich für Flüchtlinge in allen Lebenslagen. „Wir haben beispielsweise schon über 50 Männer und Frauen in Ausbildung gebracht“, erzählt Jochen Bilstein. „Unser Netzwerk besteht aus einer großen Zahl evangelischer und freikirchlicher Gemeinden.“

So wird an dem Informationsabend auch der zuständige Dezernent für Migration und Flüchtlinge der Evangelischen Landeskirche, Oberkirchenrat Rafael Nikodemus, zu Gast sein. Er ist auch Förderer des zivilen Bündnisses für Seenotrettung im Mittelmeer „United4Rescue“.

Seine Gesprächspartnerinnen sind Bürgermeisterin Marion Lück und die Leiterin des Sozialamts Tanja Dehnen. „Wir haben zusätzlich Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs und des Gymnasiums eingeladen.“ Moderator wird der Sozialwissenschaftler und Spiegel-Journalist Armin Himmelrath aus Wermelskirchen sein.

„Die Leiterin des Sozialamtes kann den Menschen aktuelle Zahlen nennen“, sagt Jochen Bilstein, „und auch andere drängende Fragen beantworten. Für uns gehört es zur Würde des Menschen dazu, die hilfesuchenden Flüchtlinge nicht im Mittelmeer ertrinken zu lassen, und auch für Unterbringungsmöglichkeiten jenseits des Königsberger Schlüssels zu sorgen.“ Das Innenministerium verteilt nach dem Königsberger Schlüssel, der beinhaltet, nach welchen Kriterien die Städte wie viele Flüchtlinge zugewiesen bekommen, die Flüchtlinge auf Gemeinden.

200 Menschen sind bei „Willkommen in Wermelskirchen“

„Wir würden uns wünschen, dass Wermelskirchen auch ein sicherer Hafen würde. In vielen Städte um uns herum wie in Köln, Leverkusen, Waldbröhl, Overath und Solingen haben die Ratspolitiker positiv darüber abgestimmt“, so Bilstein. Dem Netzwerk „Willkommen in Wermelskirchen“ sind rund 200 Personen angeschlossen. „Es sind nicht alle immer aktiv“, sagt Jochen Bilstein. „Aber uns geht das Schicksal der Flüchtlinge sehr zu Herzen.“

Veranstaltung

Netzwerk: Im Netzwerk „Willkommen in Wermelskirchen“ sind rund 200 Menschen zusammengeschlossen. Sie setzen sich für Flüchtlinge in allen Lebenslagen ein.

Veranstaltung: Das Netzwerk lädt am Donnerstag, 25. November, um 19.30 Uhr, ins Evangelische Gemeindezentrum am Markt. Unter dem Motto „Wermelskirchen im Gespräch“ geht es um das Thema „Wermelskirchen – Sicherer Hafen“. Die Gäste: Oberkirchenrat Rafael Nikodemus, Bürgermeisterin Marion Lück sowie Sozialamtsleiterin Tanja Dehnen.

Standpunkt: Im Gespräch bleiben

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Die Ratsmitglieder hatten seinerzeit mehrheitlich dagegen gestimmt. Jochen Bilstein und die Initiative „Willkommen in Wermelskirchen“ möchten aber nicht aufgeben, auch Wermelskirchen zu einem „sicheren Hafen“ für Flüchtlinge zu machen. Dass sie dafür breit informieren und viele Gruppen und Initiativen, sogar Schülerinnen und Schüler eingeladen haben, zeigt das große Engagement und den unbedingten Willen, etwas bewegen zu wollen. Auch jetzt hat Wermelskirchen schon viel in der Flüchtlingshilfe erreicht. Mit Gründung der Initiative „Willkommen in Wermelskirchen“ Ende 2015 wurde sicht- und spürbar, wie Flüchtlingshilfe aktiv und menschennah gelebt werden kann. Viele Geflüchtete haben in der Stadt und in der Umgebung längst eine Heimat, Arbeit und Kontakte gefunden, sich integriert und eingelebt, Ausbildungen absolviert, Schulen besucht, die neue Sprache gelernt. Und auch die Wermelskirchener haben daran Anteil. Indem sie sich zum Beispiel ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren. All das zeigt: In der Stadt funktioniert Integration schon jetzt vorbildlich. Und: Man bleibt im Gespräch.

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